Donnerstag, 26. August 2010

Millionenfacher Chor

Heute in der Sext hatten wir eine recht große Gruppe von Gästen bei uns im Schwesternchor - warum, wird bald verraten. So war der Gesang auch deutlich kräftiger als sonst, zumal ein paar Schwestern zur Zeit nicht im Haus sind, die sonst gesanglich sehr stark sind. Zwei Dinge sind mir da heute aufgefallen:
Zum einen wurde mir bewusst, dass eine Gemeinschaft wohl auch dadurch gekennzeichnet ist, dass sie ihre eigenen Arten, ihre Eigenarten hat. So singen wir in einem bestimmten Tempo, mit einer bestimmten Art, die Pausen einzuhalten, und in einem eigenen Rhythmus. Kommen dann viele Gäste dazu, muss erst ein gemeinsames Singen gefunden werden, die Gäste passen sich uns an, wir nehmen die Gäste mit im Singen und so entsteht ein Gemeinsames. Daran wird wohl deutlich, dass wir als eine Gemeinschaft bestimmte Arten und Dinge pflegen, die uns vertraut sind, die vielleicht nicht immer schön und stimmig sind, aber die wir sind und die wir pflegen, so dass sie unsere Heimat sind. Das fällt mir auch dann auf, wenn ich einmal in einer anderen Gemeinschaft zu Gast bin, die prinzipiell das gleiche betet wie wir, dann aber doch wieder anders.
Zum anderen konnte ich heute auch entdecken, wie großartig es ist, dass wir uns zusammen finden zum Lob Gottes. Wir singen ja nicht deshalb, weil es so viel Spaß macht oder weil uns gerade nichts besseres einfällt, sondern wir unterbrechen unsere Arbeit, lassen den Magen knurren, um Gott zu loben. Und ohne größere Probleme kann da jeder mit einschwingen, der da ist. Da spielt es keine Rolle, wo jeder herkommt, welchen Beruf er hat oder welche Kleidung sie trägt. Einfach da sein und mit loben. Dann wird es ein millionenfacher Chor, der zudem noch auf der ganzen Erde erklingt. Wenn man also mal ganz genau hinhört, müsste man eigentlich immerzu so ein gesungenes Lob hören, das aus allen Enden und Ecken der Erde kommt. Und wir sind mitten drin und gehören dazu. Da passt der Spruch: "Wer glaubt, ist nie allein."
Sr. Kerstin-Marie

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