Diese Worte hätte man wohl über den heutigen Tag schreiben können. Denn heute war ich in Wuppertal bei einer 8. Klasse eingeladen, die im evangelischen Religionsunterricht mal "mit einer Nonne" sprechen wollten.
So reiste ich also nach Wuppertal und trat vor eine Klasse, die wirklich nur ganz wenig Erfahrung und Ahnung mit und vom Ordensleben hatte. Da kam die ganze Fragenpalette von A wie Armut bis Z wie Zölibat - natürlich anders umschrieben. Aber es waren alles ehrliche Fragen, es war ein ehrliches Interesse zu spüren und dann ist es eine gute Gelegenheit, im Gespräch ehrlich zu antworten. Das ist vielleicht manchmal ein bisschen herausfordernd, besonders, wenn man in wenigen Worten riesige Erfahrungen zusammenfassen soll, andrerseits aber ist es auch für mich selber bereichernd. In diesen Situationen, in denen ich so angefragt werde, kann ich mich ja auch selber überprüfen: Was sage ich eigentlich und wie sage ich es? Stehe ich da wirklich hinter? Ist das wirklich meine Überzeugung? Wenn das so ist, dann brauche ich mich wohl auch vor den schrillsten und schwierigsten Fragen nicht zu fürchten und dann hab ich in solchen Fragestunden nichts zu verlieren, sondern kann Eindrücke von unserem Leben in Fülle weitergeben. Dann sind auch im Grunde genommen solche Jugendlichen die besten Fragensteller, weil sie offen und unverblümt alles fragen, was sie gerne wissen wollen und nicht schon eine Antwort im Hinterkopf haben. Gleichzeitig sind sie an dem interessiert, was sie selber gerade umtreibt und ich denke, da habe ich dann die Gelegenheit, ihnen den ein oder anderen Gedanken mitzugeben.
Von daher hat es mir heute viel Freude gemacht und ich bin ganz begeistert davon, dass die Lehrerin einfach bei uns angefragt hat, ob nicht mal jemand vorbei kommen könnte. Für uns ist das unsere ureigenste Aufgabe, die Verkündigung, und gleichzeitig ein Geschenk, haben wir doch so die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die wir in unseren Häusern sonst eher nicht treffen. Deshalb freue ich mich auch, dass wir mal eine lose Zusammenarbeit vereinbart haben und bin gespannt, was noch daraus wird.
Also: Nur Mut beim Fragenstellen.
Sr. Kerstin-Marie
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen