Sonntag, 29. Januar 2012

„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Gestern durfte ich in Binningen die Firmung der Jugendlichen mitfeiern, mit denen ich im Herbst nach Rom gepilgert bin. Schon in Rom hatten sie gefragt, ob ich nicht auch zu ihrer Firmung kommen könne und so hat es gestern tatsächlich geklappt, auch wenn die Züge nicht so wollten, wie eigentlich geplant.
So hatte ich gestern die Gelegenheit, die für mich eindrücklichste Firmung zu erleben.
Zum einen war es richtig schön, die Firmlinge wieder zu sehen, die sich auf diesen wichtigen Tag vorbereitet hatten. Wie wichtig der Tag für sie war, konnte man nicht nur an der schönen Kleidung sehen - alle hatten sich ganz ordentlich in Schale geschmissen -, sondern auch daran erkennen, weil sie ziemlich aufgeregt waren.
Zum anderen konnte man dem Firmspender, Domherr René Hügin, anmerken, wie wichtig auch ihm das Sakrament ist. So lud er die Gemeinde ausdrücklich dazu ein, während des Firmaktes für die Jugendlichen zu beten, so dass es richtig still war in der Kirche, als die einzelnen nach vorne traten, um das Sakrament zu empfangen. Jedem legte Domherr Hügin die Hand auf und betete still, ehe er sie oder ihn mit dem Chrisam salbte und dabei die Worte sprach "Marc - Sarah - Illian - Maria, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." In den Gesichtern der Neugefirmten konnte man direkt sehen, dass da gerade etwas passiert, dass das nicht irgendetwas ist. Das war so beeindruckend, dass ich noch immer ganz bewegt davon bin.
Eine ganz große Freude war dann auch, dass Kerstin und ich predigen durften und so das aufnehmen konnten, was in der Vorbereitung auf dieses Fest passiert ist: Die Auseinandersetzung mit dem Glauben und den Zweifeln, die Entdeckung der je eigenen Talente und die Frage danach, wie es nun, nach der Firmung weitergehen kann.
Dazu kam dann noch die so große Gastfreundschaft, so dass ich mich ganz als Teil der Gemeinde fühlte, sei es während der Liturgie, aber auch im Anschluss daran, beim Apero mit den Neugefirmten und zum Abschluss beim leckersten Abendessen seit langem, zu dem der Pfarrer uns eingeladen hatte. So ein rundherum gelungenes und wunderschönes Fest wird wohl noch lange nachwirken, auf jeden Fall in mir. Und es hat mir noch einmal gezeigt, dass unsere Tradition einen großen Schatz in sich birgt: Feiern zu können mit allen Sinnen und dem ganzen Leib birgt eine unendliche Fülle, die wir ruhig öfter ausschöpfen könnten.
Sr. Kerstin-Marie

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