Freitag, 28. Januar 2011

über den Wolken

...befinden sich derzeit unsere Schwes-tern Scholasti-ka und Maria - unterwegs zur Visitation unserer Konvente in Bolivien. Und natürlich konnten wir die beiden nicht einfach so von dannen ziehen lassen, ohne sie mit vereinten Kräften auf dem Flughafen zu verabschieden. Und so machte sich gestern Abend nach der Hl. Messe ein vollbesetzter Minibus auf den Weg in Richtung Frankfurt.
Nachdem wir bei einer überaus freundlichen, selbst durch 8 wild gewordene Schwestern nicht zu erschütternden Dame das Gepäck aufgegeben hatten (bei der Gelegenheit, wie versprochen: liebe Grüße!!!!), hatten wir noch über eine Stunde Zeit, bevor wir unsere beiden Lieben dann verabschieden mussten. Da wir durch die langen Wege vom Parkhaus zum Terminal bereits sichtlich geschwächt waren, mussten wir uns erst einmal stärken, wobei dabei verschiedene "Aufputschmittel" - von Orangina über seltsame Kaugummis bis hin zu einem JOGHURT - zum Einsatz kamen. Tja, und was macht man, wenn man am Flughafen so lange warten muss? Genau: Lustige FOTOS, die unten zu sehen sind ;-)
Voraussichtlich gegen 23 Uhr heute abend werden Sr. M. Scholastika und Sr. Maria in Santa Cruz landen. Wir wünschen den beiden für Ihre große Mission Gottes reichen Segen und hoffen auf ein frohes Wiedersehen in vier Wochen. 
Sr. M. Ursula

Mittwoch, 26. Januar 2011

ein heißes Thema

Irgendwie ist es ja schon ein wenig seltsam - wo immer wir Ordensleute in der Öffentlichkeit auftreten, sei es wenn man im Habit auf der Straße unterwegs ist, sei es in Diskussionen, im Grunde steht - offen ausgesprochen, milde belächelt, primitiv verhöhnt oder auch peinlichst verschwiegen immer ein Thema im Vordergrund: unsere Sexualität.
Das fiel mir beispielsweise am Montagabend auf, als ich Schw. M. Scholastika nach Bonn zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Wieviel Kloster braucht das Land?" begleiten durfte. Dieses Thema hat mit Sexualität doch eigentlich gerade mal gar nichts zu tun, und trotzdem stellte der Moderator natürlich am Ende der Veranstaltung an die drei Diskussionsteilnehmer die alles entscheidende Frage: "Wie bekommen Sie denn Ihre Sexualität in den Griff?"

Montag, 24. Januar 2011

Zwischenstopp in Arenberg

Nun sind wir schon seit einigen Tagen wieder in Arenberg gelandet, aber es brauchte doch noch ein bisschen, bis alle Gedanken hier ankamen, so dass jetzt erst die Nachberichterstattung beginnen kann.
Schließlich gab es da noch ein Firmwochenende mit lauter entzückenden jungen Menschen aus Binningen und Bottmingen, das ich nicht verschweigen möchte.

Mittwoch, 19. Januar 2011

48 Bilder

sagen mehr als 1000 Worte :-)
So, Gastarbeiterin Sr. Ursula ist nach fünf eindrucksvollen Tagen heute wieder - müde, aber sehr zufrieden - auf dem Arenberg eingetrudelt, weshalb es hier auch schon einmal einige
schöne Fotos vom großen Umzug zu sehen gibt. Natürlich gab es seit Montag hier und da einige Komplikationen, aber alles in allem ist alles sehr gut gelaufen, so dass wir am Abend des ersten Tages bereits in viele glückliche Gesichter schauen durften. Nun hoffe und wünsche ich, dass unsere Bewohner und Mitarbeiter sich bald in ihrem neuen Zuhause einleben und vor allem wohlfühlen!

Sonntag, 16. Januar 2011

einmal werden wir noch wach...

...heißa dann ist Umzugstag!!
- Während Sr. Kerstin-Marie und Sr. M. Johanna gerade irgendwo im Zug zwischen Sursee und Oberhausen sitzen, sende ich schnell einmal ein kleines Lebenszeichen aus dem "Epizentrum" des Geschehens, unserem neuen Vincenzhaus, wo derzeit an allen Ecken und Enden fleißig gearbeitet wird. Nach zweijähriger Bauzeit ist es nun endlich fertig geworden, und morgen früh beginnt der große Umzug der 118 Bewohner in ihr neues Domizil, der übriges innerhalb von 24 Stunden über die Bühne gehen soll (unglaublich, aber wahr). Ich bin vorgestern hier als erste "Gast-Arbeiterin" vom Arenberg eingetrudelt, und kann einfach nur staunen über das, was hier in den letzten Jahren geplant und ins Leben gerufen worden ist.
Damit alles planmäßig abläuft, gab und gibt es natürlich viel zu tun - Betten beziehen, Schilder aufhängen, putzen, Willkommensgrüßchen richten usw. usw.... aber alles war im Vorfeld hervorragend geplant und organisiert, die Stimmung ist ganz wunderbar, und - wer uns ein bißchen kennt, der weiß, dass uns auch noch so viel Arbeit nicht davon abhalten kann, trotzdem noch jede Menge Unsinn im Kopf zu haben (s.obiges "Beweisfoto").
Nun ja, in einem Punkt bin ich mir ziemlich sicher: den Tag morgen werden wir alle so schnell nicht vergessen und natürlich dürfen sich unsere Blogleser in den kommenden Tagen auf weitere Berichte und viele schöne Fotos freuen.
Sr. M. Ursula

Freitag, 14. Januar 2011

Nächster Halt: Rickenbach


Sr. Johanna und ich machen zur Zeit unserem Leben als Wanderprediger alle Ehre und sind in diesen Tagen eifrig unterwegs: Am Montag haben wir uns auf den Weg nach Cham in der Schweiz gemacht, wo wir die benediktinische Gastfreundschaft geniessen und an einer OSB-Ausbildungswoche teilnehmen durften. Äbtissin Christiana Reemts OSB aus der Abtei Mariendonk in Deutschland brachte uns die Kirchenväter näher, 800 Jahre Kirchengeschichte in 18 Stunden. Aufgrund der Kürze der Zeit nur blieb es da leider bei "Probierhappen", aber eine Literaturliste und ein ausführlicher Reader machen die persönliche Weiterarbeit möglich.

Montag, 10. Januar 2011

Wähle also das Leben!

Kann es das eigentlich geben? - frage ich mich schon seit drei Tagen - dass ausge-rechnet ein Kinofilm es schafft, eigentlich Unausprechliches ins Wort zu bringen? Die christliche Botschaft in ihrer ganzen Menschenfreundlichkeit, Schönheit und Erhabenheit in 120 Minuten so kristallklar aufleuchten zu lassen, dass man nichts aber auch wirklich gar nichts mehr hinzufügen möchte?
Am Freitagabend haben wir uns mit dem Seelsorge-Team von Kloster Arenberg den Film "Von Menschen und Göttern" angeschaut; ich habe in meinem Leben ja schon einige wirklich gute, bewegende Filme gesehen, Filme die mich zum Nachdenken brachten und mich auch mal über längere Zeit begleiteten. Doch die zarte, einfühlsame Art und Weise, wie in diesem Film von Xavier Beauvois die Geschichte der sieben Trappisten erzählt wird, die 1996 aus einem Kloster in Algerien verschleppt wurden und auf mysteriöse Weise den Tod gefunden haben, sie hat mich mitten ins Herz getroffen. Der Film ist tief berührend, jedoch ohne jeden übertriebenen Pathos, voller tiefgreifender Dialoge und wunderbarer Aufnahmen, ohne die ganze Dramatik, die dahinter steht, auch nur ansatzweise zu verharmlosen. Er verzichtet bei der Darstellung der Mönche auf sämtliche Klischees, wodurch der klösterliche Alltag in seiner Nüchternheit auf einzigartige Weise eingefangen wird. Jede einzelne Handlung der Trappisten empfand ich als Gottes-Dienst - seien es die Gespräche und das Feiern mit den Dorfbewohnern, der Dienst an den Kranken, der unerschrockene Einsatz für ein friedliches Miteinander, die alltäglichen Arbeiten in Küche und Garten, das gemeinsame Ringen um die richtige Entscheidung, die Liturgie… - und auf diese Weise wurde mir die Kernbotschaft des christlichen Glaubens - dass der Weg zu Gott niemals an den Menschen vorbeiführt - deutlich und eindrücklich wie selten vor Augen geführt.
Beim Abspann des Filmes schoss mir ein Zitat aus dem Buch Deuteronomium durch den Kopf, das ich nicht nur über den Weg dieser sieben Märtyrer, sondern auch über mein eigenes Leben setzen möchte:
"Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen." Dtn 30,19
Mich immer wieder in großer innerer Freiheit für dieses wahre, unzerstörbare Leben zu entscheiden, das Gott für uns bereithält, statt mich durch äußere Umstände in Angst und Schrecken versetzen zu lassen - das ist für mich der Weg, den Christian de Chergé und seine Gefährten gegangen sind, und diesen Weg will auch ich beschreiten, wenn auch im ganz kleinen, gewöhnlichen, unspektakulären Alltag hier im Kloster Arenberg :-)
Sr. M. Ursula

Donnerstag, 6. Januar 2011

ein Tag in Kloster Arenberg

In der SWR-Landesschau wurde gestern Abend mal wieder ein kleiner Beitrag über unser Gästehaus gezeigt, den wir unseren Blog-Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen ;-)
video


Mittwoch, 5. Januar 2011

Dominikanische Studientage

In den letzten Tagen war eine weiße Wolke hier im Haus unterwegs: 44 Brüder, Schwestern und Familiares waren hier zu Gast, um sich im Rahmen des Provinzstudientages zu bilden. Dazu gab es am Montag und Dienstag jeweils zwei Vorträge, in denen es um Leib und Seele ging, jeweils aus verschiedenen Perspektiven; Philosophisch, Praktisch-Theologisch, aus der Sicht einer Kindertherapeutin, die mit Opfern sexuellen Missbrauchs arbeitet und aus der Sicht unserer Gemeinschaft und unseres Hauses. Das war, wie ich finde, ein gelungener Rundumschlag. Eigentlich schade, dass es nur zwei Tage waren.
Neben dem inhaltlichen Programm haben wir es genossen, miteinander zu beten und zu feiern, denn es ist ja klar, dass sich die Begegnungen nicht auf den Mariensaal beschränkten. Für manche der Mitbrüder war es das erste Mal, dass sie bei uns in Arenberg zu Gast waren, weswegen wir uns besonders freuen, dass die Dominikaner hier tagten. Wir erleben so, dass wir einander kennenlernen, voneinander wissen und auf diese Weise wirklich als Brüder und Schwestern im gleichen Orden unterwegs sind. Das ist dann auch schön für unsere älteren Mitschwestern, die nicht mehr so mobil sind, auf diese Weise aber auch an den Begegnungen teilnehmen und sich vom Gesang der jungen Mitbrüder bezaubern lassen konnten.
Von daher freuen wir uns schon jetzt wie Bolle darauf, dass die Brüder des Studentats im Mai das nächste Mal für ein Wochenende zu uns kommen. Da sagen wir doch jetzt schonmal:
Herzliche willkommen!
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 2. Januar 2011

...und das Wort ist Fleisch geworden

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. (...) Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 
 (Joh 1, 1 ff.)

Sooft ich in diesen weihnachtlichen Tagen diesen wunderbaren Prolog des Johannes-Evangeliums höre und meditiere, kommt mir ein Bild in den Sinn: Unser Weltall, so dunkel es auch nachts erscheinen mag, ist im Grunde gar nicht finster, sondern lichterfüllt. Dunkel erscheint es nur deshalb, weil es in diesem unendlichen Raum nichts bzw. nur wenig gibt, was dieses Licht reflektiert und damit für unser menschliches Auge sichtbar macht. Nur dann wenn das Licht irgendwo auftreffen kann, können wir es auch wahrnehmen. So können wir ja beispielsweise die Satelliten, die die Erde umkreisen, als wandernde leuchtende "Sterne" am Himmel erkennen.

Die Mensch-werdung des Wortes, sie ist doch nichts anderes als die Sichtbarmachung des göttlichen Lichtes in unserer Welt, wie wir heute auch in der Präfation gebetet haben: "Fleisch geworden ist das Wort, und in diesem Geheimnis erstrahlt dem Auge unseres Geistes das neue Licht deiner Herrlichkeit. In der sichtbaren Gestalt des Erlösers lässt du uns den unsichtbaren Gott erkennen, um in uns die Liebe zu entflammen zu dem, was kein Auge geschaut hat."

"Selig sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln" (Lk 11,28) - so sagte Jesus einmal. Menschwerdung des Wortes, Sichtbarmachung des göttlichen Lichtes in unserer Welt… das ist kein einmaliges Ereignis, das sich vor 2000 Jahren im Stall von Bethlehem zugetragen hat. Sie ereignet sich bis heute, Tag für Tag in den unzähligen Menschen, diesen "Seligen", die sich - von Gottes Liebe entflammt - von Seinem Wort treffen lassen und durch Ihr Handeln Gottes Licht und Herrlichkeit in dieser scheinbar so dunklen Welt sichtbar machen. Für mich ein tief ergreifender, eindrücklicher Vergleich für die Berufung eines jeden Christen. Und so wünsche ich uns allen, dass wir im neuen Jahr "ganz Ohr" bleiben für dieses Wort Gottes, das in uns Mensch werden will, um es auf diese Weise sichtbar und erfahrbar zu machen für viele.
Sr. M. Ursula

Herr, lehre mich,in der Stille deiner Gegenwart das Geheimnis zu verstehen,
wie in der Begegnung mit dir, in deinem Wort,
Menschen sich erkannt haben als dein Bild und Gleichnis.

Hilf mir loszulassen, was mich daran hindert, dir zu begegnen
und mich von deinem Wort ergreifen zu lassen.
Hilf mir zuzulassen, was in mir Mensch werden will
nach deinem Bild und Gleichnis.