Das vergangene Wochenende war ein wahres "Zeugnis-Wochenende". Nicht nur, dass wir uns alle über das Spiegel-Interview mit Thomas Gottschalk gefreut haben, passend zum Thema war ich hier in der Gemeinde St. Josef eingeladen, Zeugnis zu geben. Die Firmanden der Gemeinde hatten den Gottesdienst vorbereitet und so hatten sich zwei aus ihrer Runde sowie eine Katechetin bereit erklärt, ebenfalls Rede und Antwort zu stehen.
Mich haben am Sonntag die Antworten und Ansichten der beiden Jugendlichen außerordentlich beeindruckt. Wie selbstverständlich sie über ihren Glauben sprachen, ihr Leben mit Gott als Christen, von ihrer Motivation, sich firmen zu lassen und ihren Begegnungen mit Gott. Total lässig und so, als gäbe es nix Normaleres auf der Welt, ganz ohne Hemmungen. Wenn ich daran denke, wie schwer ich mich dann oft tue, Worte für das zu finden, für das, was ich erlebe, was ich denke, was ich fühle, dann sind mir besonders die beiden Firmandinnen ein Vorbild in der Unaufgeregtheit ihrer Statements.
Mir zeigten die Zeugnisse einmal mehr, dass Jugendliche so oft viel besser als ihr Ruf sind. Diese 15jährigen lassen sich ein auf das Abenteuer Gott, geben sich hinein, investieren, machen mit und erzählen davon. Sie entdecken, dass Gott für sie da ist und wollen mit ihm unterwegs sein. Vielleicht kennen nicht alle die traditionellen Gebete der Kirche, aber oft erlebe ich, dass sie ganz unbefangen und wissbegierig sind. Was für ein Geschenk, mit jungen Leuten unterwegs sein zu können, mit ihnen gemeinsam nachzudenken, zu überlegen und einfach zu glauben. Und dann einfach davon zu reden und nicht lange darüber nachdenken, ob das jetzt vielleicht blöd klingt, theologisch ganz sauber ist oder ich dafür vielleicht schief angeschaut werde.
Und in diesem Zusammenhang hat mir am Sonntag auch gut gefallen, dass am Ende die ganze Gemeinde eingeladen war, sich zu fragen, wo und in welcher Situation jeder einzelne von Gott erzählt. Wir sind doch alle Zeugen, in dem, wie wir auftreten, handeln, erzählen und ich denke, es ist eine gute Erfahrung, sich das noch einmal bewusst zu machen.
Das war wirklich ein beeindruckender Vormittag, der mir viel Freude gemacht hat.
Sr. Kerstin-Marie
Mir ist es wichtig, dass jedes Zeugnis auch mit dem Wort "ICH" verknüpft ist. Wie häufig hört man doch, dass es heißt "MAN". Sogar das sog. Bodenpersonal Gottes spricht nicht immer von "ich glaube", sondern sehr häufig wird sich hinter der Amtskirche versteckt, es wird gesagt: "die Kirche glaubt."
AntwortenLöschenDas auszudrücken, war mir jetzt einmal wichtig.