Freitag, 9. Dezember 2011

Morgenstund hat Gold im Mund

Treue Leser unseres Blogs wissen, dass ich gar nicht gerne früh morgens aufstehe. Eigentlich bin ich abends gerne lange wach und vor meiner Zeit im Kloster erst gegen 7.20 Uhr aufgestanden. Das ist natürlich heute lange vorbei und ich weiß gar nicht so ganz genau, wenn ich das letzte Mal bis 7.20 Uhr geschlafen habe.
Aber besonders seitdem ich hier in Oberhausen bin, merke ich, wie sehr ich unseren Morgen schätze und mag: Das erste Gebet schon beim Zähneputzen, dann die Schriftlesung, anschließend die halbstündige Meditation in der Zelle. Hier höre ich schon Autos fahren, das Piepen der Fußgängerampel und habe den Lichtschein der Stadt in meiner Zelle. So bin ich mitten in der Welt und kann mich doch in meiner Zelle ganz zurück ziehen. Anschließend trinke ich schnell einen Kaffee im Refektorium, ehe wir im wunderschönen Chor mit dem Invitatorium den Tag beginnen. Dann die Laudes und anschließend die Messe in unserer Kirche, in der wir heute morgen sogar eine Roratemesse gefeiert haben, was zwar irgendwie ziemlich kalt, aber doch ganz schön eindrücklich war.
Erst danach geht es zum Frühstück und dann erst an die Arbeit. So gehören die ersten beiden Stunden des Tages ganz mir und Gott, da kommt nichts dazwischen, auch wenn es am Vorabend dann doch mal später war. Für mich eigentlich ein ganz guter Indikator dafür, ob dieser Weg mein Weg ist oder nicht: Natürlich gibt es Tage, an denen ich nicht völlig begeistert aus dem Bett springe, aber sollte die Zeit kommen, in der ich mich Tag für Tag quäle und keinen Funken Sinn mehr in diesem Tagesanfang sehe, dann sollte ich schon darüber nachdenken, ob das mein Leben sein kann.
Jetzt aber ist es so, dass ich mich meistens abends schon auf den nächsten Morgen freue und deswegen auch gerne früher ins Bett gehe, das Buch beiseite lege, um am nächsten Tag nicht völlig verpennt in den Tag zu starten. Denn das ist es ja, was wir in der Adventszeit einüben: Wachsamkeit.
Sr. Kerstin-Marie

2 Kommentare:

  1. Ohja, das vermisse ich. Auch wenn ich durchaus gerne lange schlafe, sind die Stunden morgens mit Gott als allererstes durch nichts zu ersetzen.
    Eigentlich sollte man das auch zu Hause alleine umsetzen können, aber da kommt einem eben doch ein ums (fast immer) andere Mal die Snooze-Funktion dazwischen. Euch also weiterhin viel beglückende Wachsamkeit.
    LG
    Rabe

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  2. ich finde es sollte das gante jahr über rorate messen geben! auch wenn es den ein oder andren pfarrer nicht freut :)

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