Ich wage zu behaupten, dass es genau diese Art von
Wachsamkeit ist, zu der Jesus uns im Sonntagsevangelium aufruft. Eben nicht
verbissen danach gieren, dass irgendetwas Spektakuläres geschieht, sondern
vielmehr das tun, was hier und heute für uns dran ist (und sei es auch ein
Nickerchen auf dem Sofa). Gleichzeitig aber ganz aufmerksam und wach dafür sein,
was wir von Gott her hören, der sich oft so leise und zart in den Regungen unseres
Herzens bemerkbar macht.
"Domini canes" - Hunde des Herrn, so werden die
Dominikaner seit Jahrhunderten gerne spöttisch betitelt. Doch ich gestehe, je mehr ich
darüber nachdenke, umso mehr empfinde ich das als ebenso originelle wie
treffende Umschreibung unserer Berufung, nämlich ganz wachsam zu sein
für die Stimme Gottes, bereit zu sein, wenn wir unseren Namen hören, Ihm mit Liebe und Hingabe zu
folgen, wenn Er uns ruft.
Und so wünsche ich uns allen, dass wir in den Tagen des Advents ganz hellhörig werden auf Ihn hin, im festen Vertrauen darauf, dass Sein Ruf uns ins wahre Leben hineinführen will.
Sr. M. Ursula
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