Dienstag, 15. November 2011

vollendete Schönheit


Preist den Herrn, Frost und Hitze; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Tau und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Eis und Kälte; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Raureif und Schnee; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, ihr Nächte und Tage; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! Preist den Herrn, Licht und Dunkel; lobt und rühmt ihn in Ewigkeit! (Dan 3,67)

Wir feiern heute in der Kirche und natürlich besonders im Dominikanerorden das Fest des Hl. Albertus Magnus (1200 - 1280). Zu ihm habe ich einen ganz besonderen Draht, nicht zuletzt auch deshalb, weil er mir schon in meinem Pharmaziestudium "über den Weg gelaufen" ist - ohne dass ich damals geahnt hätte, selbst irgendwann einmal in diesem wunderbaren Verein zu landen ;-) 
"Auch die niedrigsten Lebewesen verdienen, dass man sie erforsche, müsse man doch ihre Formenvielfalt studieren, um so den Künstler zu preisen, der sie erschaffen habe, weil sich nämlich in der Kunst des Schöpfers seine Art zu schaffen offenbare" - das war die tiefste Überzeugung des Hl. Albert, und er "studierte" die Formenvielfalt der Schöpfung mit einer solchen Liebe und Hingabe, dass er nicht nur als Theologe Maßstäbe gesetzt hat, sondern auf ebenso beeindruckende Weise als Naturwissenschaftler. Dies brachte ihm letztlich den Ehrentitel Doktor universalis ein, denn man ging davon aus, dass er das gesamte Wissen der damaligen Zeit in sich trug. Was mich bei ihm am meisten berührt ist die Tatsache, dass er sich nicht einfach nur oberflächlich Wissen angeeignet hat, sondern dass er sich von dem, was er in der Natur beobachtete oder sich im Studium aneignete, bis ins Innerste ergreifen ließ, so dass sein Studium letztlich nichts anderes war als ein einziges großes Gebet. 
Tja, manchmal passt einfach alles zusammen. Mit dem Lobgesang aus dem Buch Daniel im Herzen (den ich gerade kurz zuvor in der Laudes gebetet hatte) startete ich heute gut gelaunt in den neuen Tag. Als ich nach draußen ging, hatte sich gerade die Sonne durch den Nebel gekämpft und die vom Rauhreif überzogene Natur glitzerte im hellen Morgenlicht. Dieser Anblick war so atemberaubend schön, dass es mir keine Sekunde schwer fiel, in der Betrachtung dieser Kunst den dahinter stehenden Künstler zu preisen, dessen Art zu schaffen mich immer wieder auf's Neue überwältigt. Und damit auch unsere treuen Blogleser ein wenig ihre Augen weiden können, gibt es unten einige Rauhreif-Impressionen aus dem Arenberger Klostergarten zu sehen mit denen ich herzlichste Grüße zum Fest des Hl. Albert verbinde ;-)
Sr. M. Ursula

2 Kommentare:

  1. Liebe Sr. Ursula
    Vielen Dank für die wundrschönen Imprssionen. Sie zeigen uns mal wieder wie schön unsere Schöpfung doch ist.

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  2. Die Fotos sind echt supertoll, viel zu schade um im weltweiten Netz einfach zu verschwinden. Überlegt doch einmal, ob man nicht eine Fotoausstellung mit diesen Bildern im Foyer des Kloster-Gästehauses macht

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