Montag, 7. November 2011

Allerheiligen

Allerheiligen wird selbstverständlich auch im Bistum Essen am 1. November gefeiert, aber wir haben heute das Fest "Allerheiligen unseres Ordens" gefeiert. Vom Grundgedanken her vielleicht ein bisschen schrill, sind doch unsere Heiligen auch letzte Woche bedacht worden, aber dann doch ein gutes Fest, weil es uns noch einmal die Bedeutung der familia dominicana vor Augen führt. Wir sind auch als Kongregation nicht nur irgendwie dominikanisch, nein, wir sind ganz und gar mit unseren Schwestern und Brüdern des ersten und zweiten Ordens verbunden und das wurde heute noch einmal deutlich. Ein schönes Beispiel für die familiäre Verbundenheit erlebte ich im Praktikum in Berlin, als Sr. Maria Willigis mir ein Andachtsbildchen von Johannes von Köln schenkte, mit den Worten, dass sie schon am Aufräumen sei und hoffe, dass das Bildchen eines Tages nicht in den blauen Sack komme, wenn sie mal tot sei. So gebe sie es mir, schließlich sei ich auch so eine "Familientante". Ja, da hat sie recht, ich finde unsere Familie wunderbar und finde es bezeichnend, wenn auch die 93jährige Mitschwester an ihr hängt. Und so konnte ich nur begeistert zustimmen, als ich vor einigen Wochen folgende Sätze von William A. Hinnebusch OP las:
"...'dass wir auch nach gründlichem Nachdenken nichts entdecken werden, was aktueller und für unsere Zeit mit ihren Nöten geeigneter ist als die Regel des heiligen Dominikus. Das einzig Alte an ihr ist ihre Geschichte, und es gibt keinen Grund, sich den Kopf zu zerbrechen, nur um sagen zu können, dass man modern sei.' Ein altes Haus besitzt eine Schönheit und Ausstrahlung, wie sie von einem neuen nicht erreicht werden kann, denn der Geist und das Andenken einer Familie lebt in seinen Mauern, seine Räume sprechen von Menschen und ihrem Handeln. Die früheren Bewohner scheinen immer noch hier zu weilen und ihre Freude und Begeisterung ihren jüngeren Brüdern und Schwestern mitzuteilen."
Die Begeisterung kommt ganz klar an...
Sr. Kerstin-Marie
Bildquelle: Art Vincent Pagan
Textquelle: William A. Hinnebusch, Kleine Geschichte des Dominikanerordens, Leipzig 2004, S.228.

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