Mittwoch, 31. August 2011

Achtmal werden wir noch wach...

Die Vorbereitungen auf den Festtag nächste Woche laufen auf Hochtouren und es erinnert mich ein bisschen an den Advent. So wie es in dieser Zeit des Jahres noch wahnsinnig viel zu tun gibt auf Weihnachten hin, so ist auch bei uns wahnsinnig viel zu tun. Wie viele Gäste kommen, wer singt wann was, wer sitzt wo, was gibt es zu essen,...
Aber nicht nur geschäftiges Treiben, sondern, ähnlich wie die Adventszeit ja auch ihre bestimmten Ereignisse hat, bestimmte Vorbereitungsrituale haben stattgefunden und finden statt. Letzte Woche Freitag hatten die Schwestern im Mutterhaus ihr Versöhnungskapitel, am Montag war dann ich im Noviziat dran. Dieses Kapitel ist eine Einrichtung, die es bei uns vor großen Anlässen für die jweiligen Festtagsschwestern gibt. Sie haben die Gelegenheit, sich in der Gemeinschaft zu entschuldigen für das, was sie falsch gemacht haben, wo sie gefehlt haben, was daneben gegangen ist. Das soll einen Neuanfang ermöglichen, so dass die Schwestern nach ihrem Fest wieder voll in der Gemeinschaft sein können.
Das mag auf den ersten Blick ein bisschen befremdlich klingen, aber ich finde es eine wirklich segensreiche Einrichtung. Einmal offen zu sagen, wo ich mich falsch verhalten habe, zu dem stehen zu können, was ich verbockt habe und dann um Verzeihung zu bitten, ist wie ein reinigendes Gewitter und bringt frische Luft. Natürlich ist es auch ein bisschen aufregend, aber in der Gemeinschaft von Schwestern kein Problem.
Gestern dann gab es die Noviziatsreflexion mit Sr. Scholastika und seit gestern Abend sind wir als Exerzitantinnen schon zusammen. Heute haben wir die Gelegenheit, einander zu begegnen, uns noch einmal leer zu reden, ehe morgen Abend dann unsere Exerzitienvorträge als Vorbereitung auf das Fest beginnen und wir die Stille suchen. Das ist natürlich ein echter Luxus für uns, sind doch alle anderen Schwestern noch schwer mit den Vorbereitungen beschäftigt, wofür wir sehr dankbar sind.
Und wenn ich dann achtmal geschlafen habe, werde ich zum letzten Mal den weißen Sonntagsschleier anziehen, das sichtbarste Zeichen der Veränderung mit der Profess. Mehr noch als auf den schwarzen Schleier freue ich mich aber darauf, mein JA öffentlich zu bekräftigen und volles Mitglied unserer Kongregation zu werden.
Bleibt nur zu hoffen, dass ich bis dahin wirklich achtmal schlafe und nicht nach vier Nächten vor lauter Aufregung kein Auge mehr zu tun werde. Auf jeden Fall werde ich meinen nächsten Post erst wieder mit schwarzem Schleier schreiben.
Bis dahin
Sr. Kerstin-Marie

2 Kommentare:

  1. Hallo Sr- Kerstin Marie!
    Ich wünsche ihnen eine Gute Zeit bis zu Ihrem Tag. Es ist schön das sier dann ganz dazu gehören. Würde mich freuen ein Filchen vom Festag zu sehen. So wie es glaub bei Sr. Ursula Hartewich war.
    Grüsse Julia

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  2. Ein Versöhnungskapitel sollte man in Firmen einführen, so könnten sich mal die Angestellten offen auslassen, über gegenseitige Verfehlungen ;)

    Liebe Sr-Kerstin Marie, Ihnen alles Gute und auf ein baldiges "wiederlesen".
    Grüsse
    Roselinde

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