Samstag, 25. Juni 2011

Lächerlich.

Lachen ist gesund für Körper, Geist und Seele. Das ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Und immer wieder spüre ich, wenn wir in einer Gemeinschaft, Freundschaft oder auch in einer Partnerschaft miteinander und über uns selbst lachen können, dann brauchen wir uns um die Beziehung keine Sorgen zu machen.
Aber es gibt auch ein ungesundes, höhnisches Lachen, ein Lachen das zerstören kann. Manchmal ziehen wir sogar etwas bewusst ins Lächerliche, um es nicht zu nah an uns heranzulassen, um uns nicht damit auseinander setzen zu müssen. "Diese Show, die die katholische Kirche da abzieht, die ist doch absolut lächerlich" - so kam es mir beispielsweise dieser Tage zu Ohren, als es um das Fronleichnamsfest ging. Um ehrlich zu sein, musste ich meinem Gegenüber sogar zustimmen, denn wenn man von außen auf die Art und Weise schaut, mit der wir in der Liturgie unseren Glauben feiern, dann wirkt das in der Tat wie ein lächerliches Schauspiel. Es ist doch lächerlich, so einen Palaver um ein einfaches Stück Brot zu machen. Und überhaupt: Ist es nicht lächerlich, den Verheißungen Gottes, IHM selbst Glauben zu schenken, wo die Welt sich doch nach wie vor selbst in Stücke reißt? Und ist es nicht extrem lächerlich, in der heutigen Zeit von Armut, Gnade, Gehorsam, Demut oder gar Keuschheit zu sprechen? Und noch viel lächerlicher, eine Lebensform zu wählen, in der doch alles, was Spaß macht verboten ist?
Aber damit sind wir in guter Gesellschaft - "Lächerlichkeiten" aller Art begegnen uns bereits in der Bibel. So zum Beispiel im Markus-Evangelium, als Jesus die Tochter des Jairus auferweckt. "Das Mädchen ist nicht tot, es schläft nur" sagt er - und daraufhin lachen ihn die Umstehenden höhnisch aus, so nach dem Motto: dieser Jesus, der ist doch tatsächlich noch ein bißchen dummer als wir bislang angenommen hatten (vgl. Mk 5, 21 ff.). Und auch heute Morgen in der Lesung hörten wir, wie jemand über eine große Verheißung erstmal lachen musste:
"Sie fragten Abraham: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben. Sara hörte am Zelteingang hinter seinem Rücken zu. Abraham und Sara waren schon alt; sie waren in die Jahre gekommen. Sara erging es längst nicht mehr, wie es Frauen zu ergehen pflegt. Sara lachte daher still in sich hinein und dachte: Ich bin doch schon alt und verbraucht und soll noch das Glück der Liebe erfahren? Auch ist mein Herr doch schon ein alter Mann! Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und sagt: Soll ich wirklich noch Kinder bekommen, obwohl ich so alt bin? Ist beim Herrn etwas unmöglich? Nächstes Jahr um diese Zeit werde ich wieder zu dir kommen; dann wird Sara einen Sohn haben.  Sara leugnete: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst. Er aber sagte: Doch, du hast gelacht." (Gen 18,1 ff.)
…doch, du hast gelacht. Auch ich habe in meinem Leben manchmal gelacht über Glaubenswahrheiten, Zusagen, Verheißungen, die mir irgendwie zu groß, zu unwirklich, zu abgefahren schienen. Aber mir ist das Lachen auf eine ganz beglückende Art und Weise vergangen. Was geblieben ist, ist unendliches, dankbares Staunen über die ver-rückten Wege Gottes auch in unserer Welt und Zeit.
Sr. M. Ursula

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen