Wenn man es nicht wüsste, man würde es garantiert übersehen und dran vorbeilaufen - es ist gerade mal etwa 2 qm "groß", befindet sich im Keller hinter einer unscheinbaren Tür, und ist doch ein ganz wichtiger Ort in unserem Mutterhaus: das kleine Kellerkapellchen in der Küche. Für heutige Verhältnisse ist es fast unvorstellbar, dass unsere Mitschwestern sich im zweiten Weltkrieg Tag und Nacht voller Angst dorthin zum Gebet zurückgezogen haben, und unsere im letzten Jahr verstorbene Sr. Maria Caritas dort am 19. März 1945 sogar ihre erste Profess ablegte.
Auch heute noch, nach inzwischen mehr als 60 Jahren wird dieser "heilige Boden" und vor allem die dort stehende Schmerzhafte Mutter besonders von unseren Küchenschwestern gehegt und gepflegt. Und einmal im Jahr, an jedem 27. März, dem Tag des Kriegsendes in Arenberg, erinnern wir uns in der Hl. Messe dankbar daran, dass unser Mutterhaus in den letzten Tagen des Krieges weitgehend verschont geblieben ist. Da der 27. März in diesem Jahr auf den Sonntag fiel, feierten wir den Gedenktag heute, und ich muss sagen, angesichts der derzeitigen Weltsituation ging er mir noch einmal ganz anders unter die Haut. Im Gebet verbanden wir uns intensiv mit den vielen Menschen, die heute voller Angst "im Keller" sitzen, besonders natürlich in Japan und Libyen. Und mir wurde neu bewusst, was vielleicht unser wichtigster Dienst im Kloster ist - nämlich, was die Schweizer Benediktinerin Silja Walter in ihrem "Gebet des Klosters am Rande der Stadt" auf unverwechselbare Art und Weise ausgedrückt hat:
Zu glauben und zu bleiben sind wir da, – draußen, am Rand der Stadt.
Herr, jemand muss dich aushalten, dich ertragen, ohne davonzulaufen.
Deine Abwesenheit aushalten, ohne an deinem Kommen zu zweifeln.Dein Schweigen aushalten und trotzdem singen.
Dein Leiden, deinen Tod mit aushalten und daraus leben.
Das muss immer jemand tun mit allen anderen und für sie. (…)
Das ist unser Dienst: Dich kommen sehen und singen.
Weil du Gott bist.
Weil du die großen Werke tust, die keiner wirkt als du.
Und weil du herrlich bist und wunderbar, wie keiner.
(Silja Walter)
Sr. M. Ursula
Danke dafür, dass Ihre Gemeinschaft genau dies tut - Sein (vermeintliches) Schweigen aushalten, singen,.... mit und für alle.
AntwortenLöschenWeil, ja weil Er herrlich und wunderbar ist - und da, auch wenn wir es nicht wahrnehmen.
Maria