Dienstag, 30. November 2010

Winterwonderworld

Wie wahrscheinlich ziemlich viele in Deutschland, so hat auch uns der Schnee erreicht. Der Park liegt ordentlich im Schnee, die Welt ist weiß und schön. Eigentlich ja genau das richtige Adventswetter, um in Stimmung zu kommen und sich auf die Ankunft des Herrn vorzubereiten.
Allerdings merke ich, und das muss mit meinem Schweizer Schneetraume zu tun haben, wo wir in den vergangenen beiden Wintern Schnee fast bis Ostern hatten, dass diese verschneite Landschaft, auf jeden Fall momentan, bei mir gar keine adventlichen Gefühle auslöst. Ganz ähnlich geht es mir mit den Adventsliedern, die wir fleißig singen, mit dem Tannengrün und den Kerzen.
Aber vielleicht ist es nicht schlecht, wenn diese, durchaus ja schönen, Äußerlichkeiten nicht das überdecken, worum es eigentlich geht. Denn es geht ja nicht darum, wie es auf einem Adventskalender steht, die Adventszeit als eine Zeit der Gemütlichkeit zu erleben, in der Kerzenschein und Plätzchenduft, ein nettes Buch und eine warme Tasse Tee alles überlagern. Wenn ich noch einmal einen Blick in das Evangelium vom Sonntag werfe, dann wird ja deutlich, dass es um viel mehr geht. Ich soll mich eben nicht total beduseln lassen von dieser adventlichen Seeligkeit, sondern wachsam sein, Ausschau halten nach dem Herrn. Das braucht klare Sinne, da bin ich aufgefordert, hinter die Dinge und vielleicht auch unter manche Schneeflocke zu schauen. Und dann, so finde ich, wirds spannend: Was kann ich entdecken? Draußen im Schnee oder in meinem Herzen? Was ist eigentlich los in der Welt und in mir?
Also können diese dunklen Tage vielleicht eine Hilfe sein, wenn ich mit den Augen nicht so viel sehe, weil es finster ist. Stattdessen lieber hören, wahrnehmen, fühlen und auch mal riechen. Und das geht am besten da, wo nicht so viel Trubel ist, wo vielleicht nur ein Licht anstatt tausender Lichterketten brennt.
Also bin ich gespannt, was ich in diesen nächsten Tagen und Wochen so entdecken werde.
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 28. November 2010

Göttliche Sprengkraft


Es gibt das mächtige, das übermächtige Andere, so zart wie gar nichts, so zart, so leise wie nichts in der Welt.
Auf der ganzen Erde, Sternenhimmel eingeschlos-sen, gibt es nichts so Leises, Denken, Fühlen  und Lieben eingeschlossen, es ist noch unsäglich leiser.
Und doch hat es die Weltscheibe gesprengt...

(Silja Walter)
Das Szenarium, das uns am ersten Adventssonntag gezeichnet wird, trägt nichts von der Wärme und der Geborgenheit vorweihnachtlicher Tage, nichts von dem adventlichen Leuchten, bei dem uns das Herz aufgeht. In drastischen Bildern wird geschildert, wie selbst der Himmel fällt, ein völliger Zusammenbruch der gegebenen Ordnung nicht aufzuhalten ist und sich die Katastrophe "ins Uferlose steigert". Gebaute Sicherheiten werden niedergerissen, vertraute Lebensabläufe vernichtet. Wann? Bei der Ankunft des Menschensohnes. Niemand kennt den Tag, niemand die Stunde, nur der Vater. Das Kommen GOTTES entzieht sich unserer Verfügbarkeit und jeder Berechnung.
Himmelweite Güte, abgrundtiefes Erbarmen, eine Liebe, die bis in den Tod hineingeht, mit diesen Wesenszügen offenbart uns Jesus in den Evangelien GOTT. Dennoch können wir uns nicht herausstehlen aus dem Ernst der Worte, mit denen uns Matthäus aufrüttelt, und die bange Frage mag uns bewegen: Ist das Kommen dessen, der bereits gekommen ist, wirklich Vernichtung? Bringt die Wiederkunft des Herrn letztlich ein solches Ausmaß an Zerstörung? Ohne diesen katastrophalen Einsturz von Himmel und Erde aus den Augen zu verlieren, wagt der Exeget Joachim Gnilka in diesen Bildern auch "eine ersehnte Wende zum Heil" zu sehen.
Schauen wir doch auf Jesu Geburt: bedeutete das Kommen GOTTES nicht für einige Kreise der damaligen Zeit eine einzige Katastrophe? Ganze Denkgebäude mussten einstürzen: der erwartete Messias kam als Kind, Despoten wie Herodes sahen bereits den Verlust ihrer Macht und ihrer selbstgebauten Größe.
Später dann gab sich Jesus mit den scheinbaren Verlierern des Lebens ab, mit Kindern, mit Aussätzigen, Armen und Sündern, mit Zöllnern und Dirnen, und der Skandal: er teilte das Mahl mit ihnen. Den einzelnen Menschen stellte er in die Mitte, nicht Gesetze und Vorschriften. Er half sich selbst nicht am Kreuz, und der Mensch tötet GOTT, die Katastrophe aller Katastrophen, die uns das Heil gebracht hat. Da bleibt der Verstand stehen.
GOTT kommt als Kind, hilflos, schutzbedürftig, mit einer Macht, die alle Mächte dieser Welt völlig auf den Kopf stellt. Mit einer Macht, die alles wendet und umkehrt, be-kehrt.
Dietrich Bonhoeffer fasst es ins Wort:
"Von der Geburt eines Kindes ist die Rede, nicht von der umwälzenden Tat eines starken Mannes, nicht von der kühnen Entdeckung eines Weisen, nicht von dem frommen Werk eines Heiligen. Es geht wirklich über alles Begreifen: die Geburt eines Kindes soll die große Wendung aller Dinge herbeiführen, soll der ganzen Menschheit Heil und Erlösung bringen. Worum sich Könige und Staatsmänner, Philosophen und Künstler, Religionsstifter und Sittenlehrer vergeblich bemühen, das geschieht nun durch ein neugeborenes Kind… Wie zur Beschämung der gewaltigsten menschlichen Anstrengungen und Leistungen wird hier ein Kind in den Mittelpunkt der Weltgeschichte gestellt. Ein Kind, von Menschen geboren; ein Sohn, von Gott gegeben. Das ist das Geheimnis der Erlösung der Welt. Alles Vergangene und alles Zukünftige ist hier umschlossen. Die unendliche Barmherzigkeit des allmächtigen Gottes kommt zu uns, lässt sich zu uns herab in der Gestalt eines Kindes, seines Sohnes. Dass uns dieses Kind geboren, dieser Sohn gegeben ist, dass mir dieses Menschenkind, dieser Gottessohn gehört, dass ich ihn kenne, ihn habe, ihn liebe, dass ich sein bin und er mein ist, daran allein hängt nun mein Leben. Ein Kind hat unser Leben in der Hand."
Verrückte, wahre Gedanken, und vielleicht ist auch diese völlige Umwälzung im Evangelientext mit gemeint. Ich werde den Gedanken nicht los, dass wir Christen, vor allem wir Ordensgemeinschaften mehr denn je gefragt sind, mit der Macht des göttlichen Kindes und im Geist der Seligpreisungen in dieser Welt präsent zu sein, von GOTT gerufen mitten in diese Welt, für diese Welt.
Der Heide Diognet bat im 2./3. Jahrhundert seinen christlichen Freund, ihm von seinem Glauben zu erzählen. Er stellt ihm die Frage nach dem GOTT, auf den die Christen ein solch großes Vertrauen setzen und nach dem Grund für ihre auffällige Nächstenliebe.
Einen Ausschnitt aus diesem Brief daraus möchte ich Ihnen mitgeben:
"GOTT... Wie einen Menschen zu Menschen sandte er ihn, zur Erlösung schickte er ihn, zur Überzeugung, nicht zum Zwang; denn Zwang liegt Gott ferne. Er sandte ihn, um zu rufen, nicht zum Verfolgen; er sandte ihn in Liebe, nicht zum Gericht.
Was im Leib die Seele ist, das sind in der Welt die Christen. Wie die Seele über alle Glieder des Leibes, so sind die Christen über die Städte der Welt verbreitet. Die Seele wohnt zwar im Leib, stammt aber nicht aus ihm; so wohnen die Christen in der Welt, sind aber nicht von der Welt. … So werden auch die Christen von der Welt gleichsam in Gewahrsam gehalten, aber gerade sie halten die Welt zusammen. Unsterblich wohnt die Seele im sterblichen Gezelt; so wohnen auch die Christen im Vergänglichen, erwarten aber die Unvergänglichkeit im Himmel..."
Leuchtendes Licht, Sauerteig, Salz der Erde, das sind die Bilder, die Jesus für unser Sein in der Welt gebraucht hat.
Wir wissen genauso wenig, wann GOTT kommen wird, auch wir leben in der Ungewissheit seines Einbrechens. Auch wir wissen nicht um die letzten Dinge, aber wir wissen das Jetzt unserer Zeit, wir glauben an das Jetzt GOTTES in dieser Welt und Zeit, an dieses eine Herz, das in allem, heute oft unbemerkt, schlägt. Wir glauben an dieses Andere unseres Lebens, von dem Silja Walter spricht, das leiser ist als alle Bewegungen irdischen Seins, das aber die Weltscheibe gesprengt und uns den Himmel geschenkt hat.
Diesen Riss bewohnen bis heute Menschen, die in GOTT ihre Heimat gefunden haben, die sich freigeben für die Wahrheit, für die Liebe, für die Versöhnung und den Frieden, Menschen, die sich für Sein Reich entschieden haben und in aller Einfachheit GOTTES Wort im Alltag zu leben versuchen, kurz: Menschen, die GOTT gehören und ihm mit lauterem Herzen, in der Klarheit und Eindeutigkeit ihres Lebens folgen.
Im Reinen mit sich selbst, mit denen sie zusammenleben, im Reinen mit GOTT.
In den Seligpreisungen wird uns verheißen, dass wir mit reinem Herzen GOTT schauen werden. Das zarte Kind im scheinbar Großen und Mächtigen dieser Welt, das Leise mitten im Lärm, sein Licht in aller Dunkelheit und Finsternis, das Leben inmitten von Zerstörung und Wirrnis.
Der Advent will für uns eine Zeit sein,
- uns neu bereit zu halten für GOTTES Geburt in unseren Herzen,
- ohne Angst auf ihn zu warten und zu wachen, weil Er die Liebe ist, die Güte und das Erbarmen,
- in froher, gespannter Erwartung CHRISTUS entgegen zu gehen, wie die Liebende ihrem Geliebten.

Die vier Wochen können für uns Raum werden, ins Schweigen zu kommen, um Seine Ankunft nicht zu verpassen, Ihn im Vielerlei eines Tages nicht zu übersehen und zu überhören.
Und ich möchte uns allen ans Herz legen, GOTTES Frieden wirken zu lassen in Erfahrungen von Spannungen und Reibungen, Mitschwestern und Mitarbeitende nicht auszuschließen, sondern mitzunehmen. Sauerteig der Versöhnung zu sein. Füreinander zu wachen und auf DEN zu warten, dem unser Leben gehört.
Mögen wir in diesen Tagen mit uns selbst, mit Mitmenschen und mit GOTT ins Reine kommen dürfen, damit unser ganzes Leben weit werden darf für das größte Geschenk, das Er uns machen kann: sich selbst.
Mit Ihnen dankbar und erwartungsvoll unterwegs nach "Bethlehem",
Sr. M. Scholastika

Mittwoch, 24. November 2010

Wieder angekommen

Inzwischen sind wir natürlich längst wieder zu Hause angekommen, so dass es endlich Zeit wird für den abschließenden Ilanz-Bericht. Auf dem Bild sind wir zu sehen am letzten Abend, nachdem wir den Tag mit Sr. Monika Hüppi verbracht haben, die uns das Thema "Schöpfung" im Rahmen der Missio creationis näherbrachte. Dabei machten wir uns auf eine Zeitreise von mehreren Millionen Jahren und wurden am Ende alle mit der Flamme des Heiligen Geistes gezeichnet - wenn das nicht motiviert, in dieser Richtung weiter zu machen ;-)
Somit war auch der Freitag ein sehr gelungener Abschluss einer sehr gelungenen Woche, in der Sr. Wilhelma uns deutlich machen konnte, dass Mission nicht nur in der Ferne geschieht, sondern dass wir auch hier aufgerufen sind, die Zeichen der Zeit zu beachten und ihnen entsprechend zu handeln. Aber natürlich gäbe es mindestens ebenso viele Aufgaben in der ganzen Welt, wobei, was uns das brasilianische Stinktier - und auf Brasilianisch heißt es Stink- und nicht Faultier, wie Sr. Miriam uns erklärte - deutlich machte, es natürlich immer in erster Linie darum gehen muss, die Perspektive des anderen einzunehmen.
Noch einmal neu berührt hat mich die Tatsache, die zur Zeit ja ziemlich aktuell ist, wie schwierig Christ-Sein in manchen Ländern ist, so dass es Orte gibt, an denen Mission nur verdeckt geschehen darf - wobei immer klar ist, dass Mission nicht bedeuten kann, Menschen den Glauben einfach über zu stülpen, sondern, wie schon Bartolomé de Las Casas im 16. Jahrhundert schreibt, es nur darum gehen kann, mit den jeweiligen Menschen zu leben und ihnen ein glaubwürdiges Zeichen zu sein.
Wo auch immer, ich denke, das ist auch unsere Aufgabe: Ein glaubwürdiges Zeichen zu sein für die Liebe Christi, die wir immer neu erfahren dürfen.
Von daher sind wir ziemlich reich beschenkt aus Ilanz nach Hause gekommen und freuen uns schon auf die nächste OP-Studienwoche. Vielen Dank an Sr. Wilhelma und Sr. Monika, die uns die "Geschenke" so wunderbar präsentierten.
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 21. November 2010

Bist du ein König?

"Das alles, und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär"… Dieses Lied von Rio Reiser wurde, als ich so etwa 10 Jahre alt war, ziemlich oft im Radio gespielt und veranlasste mich zu wilden Spekulationen, was ich selbst denn wohl alles machen würde, wenn ich Königin von Deutschland wäre (Gott sei Dank: es ist anders gekommen, wodurch den Menschen in Deutschland definitiv einiges erspart geblieben ist ;-)). Als wir heute Morgen die Laudes beteten, da fiel mir dieser Refrain auf einmal wieder ein, mein erster Gedanke war: "Wie unpassend!", aber dann merkte ich, dass dieses Lied doch eine ganze Menge mit dem heutigen Hochfest Christkönig zu tun hat, bzw. mit der Spannung, die diesem Fest innewohnt.

Wenn ich König wäre… So ähnlich, wie ich mir früher beim Hören dieses Liedes ausgemalt habe, was sich in Deutschland alles verändern würde, wenn Ursula I. feierlich den Thron besteigt, ergeht es mir manchmal heute, wenn ich fast Tag für Tag in Gesprächen von Schicksalsschlägen, Enttäuschungen, Ungerechtigkeit, Krankheit und Einsamkeit höre. Da weiß ich oft ganz genau, was ich tun würde, wenn es in meiner Macht stünde, und manchmal bete ich ziemlich vorwurfsvoll zu Gott: "Schläfst du eigentlich? Warum machst du nichts, zeig doch, dass DU König bist!"

"Wenn du der Messias bist, dann…." "Wenn du der Sohn Gottes bist, dann…" "Wenn du der König der Juden bist, dann…" - wie ein roter Faden durchziehen diese bohrenden Fragen in den Evangelien das gesamte öffentliche Auftreten Jesu, und sie drücken deutlich aus, wie sehr sich (bis heute) unsere menschlichen Vorstellungen von Macht und Königtum von der Herrschaft Gottes unterscheiden. Dabei berührt mich immer wieder eines: Wie leicht hätte es Jesus zu Lebzeiten gehabt, die Menschen durch sein charismatisches Auftreten in Kombination mit seiner Wundertätigkeit "hinter sich" zu bringen. Doch er ging gerade den umgekehrten Weg - so ist uns beispielsweise im Johannes-Evangelium überliefert, dass er sich allein auf einen Berg zurückzog, als die satte, begeisterte Menge ihn nach dem Brotvermehrungswunder zu ihrem König machen will (vgl. Joh 6,15). Er wählte den Weg der Erniedrigung, ließ Hohn und Spott über sich ergehen um dann als "Krönung" von alledem wie ein von Gott Verfluchter am Kreuz zu enden. Ein Skandal, ein Ärgernis, an dem unzählige Menschen Anstoß nehmen, bis heute.

Feiern wir heute also einen machtlosen König, einen Tiger ohne Zähne? Das wiederum kann nur jemand sagen, der in seinem Leben noch nie die Macht der Liebe erfahren hat. Unser Gott ist ein Gott, der uns nicht blendet, nicht mit spektakulären Wundern zu überzeugen sucht, sondern dessen Liebe zu uns ganz und gar absichtlos, freilassend ist. Er macht uns nicht zu seinen Marionetten, sondern ruft uns immer neu in die Entscheidung, nimmt uns und unsere Freiheit durch und durch ernst. Seine wahre Größe offenbart er in den Menschen, die ihn - von seiner Liebe berührt - mächtig werden lassen in ihren Herzen. Unser König sitzt nicht auf seinem Thron im 7. Himmel, er regiert nicht von oben herab, nein, er begibt sich selbst in die tiefsten Abgründe, um uns Menschen unsere eigene unantastbare königliche Würde bewusst zu machen.

Einem solchen König dienen zu dürfen, ist für mich das größte auf Erden denkbare Glück.
Sr. M. Ursula

Bist du ein König?
Du wählst die Karriere nach unten, durchbrichst das uralte Schema von Herren und Knechten, erntest dafür Spott und Hohn bis zum bitteren Ende.

Du trägst die Dornen, die Schläge ins Gesicht, das Unrecht, das Kreuz, damit für uns Unerträgliches und Unsägliches tragbar werden.


Du gehst den Weg des Verlierens, des Verrats, des Scheiterns, der gebundenen Hände, des schweigenden Leidens, den Kreuzweg als Königsweg.

Du erlöst die Menschen zwischen der überheblichen Verachtung des einen und der reuigen Bitte des anderen Schächers.

Du versöhnst die Welt im Kampf auf Leben und Tod, zwischen Erbarmen und Härte durch den Sieg der Auferstehung.

Du ziehst alle an Dich als der Erhöhte, der durch die Erniedrigung gegangen und dessen Herrschaft nicht von dieser Welt ist.

Du wirst wiederkommen in deiner Macht als König, damit wir dort sind, wo auch du bist, für eine ganze Ewigkeit in königlicher Würde.
(Paul Weismantel)

Dienstag, 16. November 2010

Ilanz: Schnee

Unsere treuen Leser erinnern sich sicher noch an letztes Jahr Oktober ;-), als wir aus Ilanz berichteten, wo wir bei bestem Wetter unseren Meister Eckhart besser kennen und lieben lernten und uns mit unserer Spiritualität befassten.
Nun hat es Sr. Johanna und mich ein weiteres Mal nach Ilanz verschlagen, aber in diesem Jahr - immerhin ist es schon November - wird uns wenig Sonne beschert, dafür Schnee! Ich weiß gar nicht so recht, was ich davon halten soll, standen wir doch an der Stelle, die hier verschneit im Bild ist, letztes Jahr noch in Sandalen...
Nur gut, dass wir eigentlich nicht viel draußen sind, da Sr. Wilhelma von den Ilanzer Dominikanerinnen uns die Mission auf wunderbare Weise näher bringt. Zur Zeit befassen wir uns also mit dem Grundanliegen von Mission und Sendung, wie wir sie verstehen können, denken über Stinktiere nach, die verkehrt herum an Bäumen hängen und haben heute dominikanische Persönlichkeiten betrachtet, die mit der Mission zu tun haben, um, wie Sr. Wilhelma sagt, selber eine Persönlichkeit zu werden.
Ich finde es wahnsinnig interessant, die Idee von Mission zu beleuchten, den Gedanken, dass wir gesandt und vom Prinzip geschickt sind, so wie Jesus es seinen Jüngern in Matthäus 28 sagt. In die Fremde zu gehen, bedeutet dann, gar nicht unbedingt ein fernes Land aufzusuchen, vielmehr kann die Fremde auch vor der Haustür beginnen.
So bin ich gespannt, was wir im Laufe dieser Tage noch entdecken werden rund um das Thema Mission, egal, ob mit oder ohne Schnee.
Sr. Kerstin-Marie

Montag, 15. November 2010

zum Schreien...

Es gibt Situationen im Klosteralltag, die sind ganz einfach urkomisch. So zum Beispiel gerade beim Mittagessen: Bei uns ist es eine gute alte Tradition, dass wir vor und nach dem Essen einen kleinen Impuls in Form eines Zitates hören. Momentan bringen diese Mini-Impulse uns nicht nur zum Nachdenken, sondern hier und dort auch zum Schmunzeln, denn es handelt sich um Gedanken von Papst Johannes XXIII. So wurde uns heute vor dem Essen beispielsweise folgender Tagebucheintrag zur Betrachtung gegeben:
"Etwas weniger essen als bisher wird mir sicher gut tun. Ich werde meine Portionen deshalb halbieren und in der Regel weniger Wein trinken und diesen noch mit Wasser vermischen. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich den Eindruck, zu viel zu versprechen. Doch ich hoffe, dass der Herr mir hilft, meinem Vorsatz treu zu bleiben und dass er mir die Ausführung milde erscheinen lässt." 

Wie sich der geneigte Leser sicher denken kann, schaffte es die so entwaffnende Ehrlichkeit dieses Papstes, dass das ganze Refektorium innerhalb von Sekunden erfüllt war von einem gewaltigen Gelächter. Nun ja, ich jedenfalls verbinde mich in meinem Gebet mit dem guten Johannes XXIII. und freue mich im Stillen, dass Völlerei ganz offensichtlich keinen Hinderungsgrund für eine Seligsprechung darstellt ;o))
Sr. M. Ursula
Foto: Kirchenfenster Johannes XXIII., Pfarrkirche Maria Heimsuchung Wadgassen

Sonntag, 14. November 2010

unser Leben - eine einzige und lebendige Liturgie

Liturgie, wir feiern sie täglich. Sie rhythmisiert unseren Alltag, holt uns heraus aus Pflicht und Verzweckung und stellt uns in GOTTES Gegenwart. In der Hl. Messe erfahren wir Gleichzeitigkeit - den offenen Himmel über uns, offen in die zeitenlose Ewigkeit. Das Heute unserer Tage, unsere konkrete Wirklichkeit wird verankert in Gott und damit in jener göttlichen Dimension, von der der Hl. Augustinus sagt, sie sei nicht mehr gewoben aus Bedürfnis und Notwendigkeit, sondern ganz aus der Freiheit des Schenkens und Gebens.
Unsere erlebte Zeit wird hineingezogen in den Raum der Ewigkeit und wird darin geheiligt, verwandelt, erlöst und heil. Heiliges Geschehen während der Eucharistiefeier, während unseres gemeinsamen Betens, das dann unsere innere Haltung prägen und hineinfließen will in unsere ganz alltäglichen Verrichtungen, ob wir Tisch decken, spülen, Zeitung lesen, einander begegnen und das Mahl als Agape miteinander teilen im Refektorium. Romano Guardini nannte es einmal so: Dem, was ich tue, eine Seele geben.
Kardinal Walter Kasper schreibt über die Eucharistiefeier:
Letztlich kommt in der Eucharistie die tiefste Wirklichkeit Gottes zum Ausdruck, dass nämlich Gott Liebe ist, die sich schenkt und mitteilt. Er ist in sich selbst Selbsthingabe und Selbstmitteilung. In diese Bewegung der Liebe in Gott werden wir durch die Eucharistie hineingenommen. In ihr geschieht der tiefste Sinn der Menschwerdung; denn nach den Vätern ist Gott Mensch geworden, damit wir vergöttlicht werden (Ignatius von Antiochien). Wir können das eucharistische Brot nicht teilen, ohne auch das tägliche Brot und unser ganzes Leben zu teilen. Die Gemeinschaft mit Gott durch Jesus Christus ist nicht möglich ohne Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern. Sie leitet uns an zu einer neuen Kultur des Teilens, der Solidarität, der Gemeinschaft, der Liebe.
In seinem Namen versammeln wir uns, hören wir sein Wort, erfahren sein Wirken in der Feier der Sakramente, seine Nähe, die Gemeinschaft mit ihm.
In seinem Namen gehen wir an unser Tagewerk, hören wir seine Botschaft neu mitten in den täglichen Herausforderungen, erfahren wir seine Nähe in konkreten Begegnungen.
Unser Leben ist ein Ganzes: nicht hier das Gebet und die Feier, dort die Arbeit und die Pflichten des Alltags. Liturgie und Arbeit wollen mehr und mehr miteinander verschmolzen werden.
So wenig GOTT welt-fremd ist, so wenig ist es die Liturgie. Auch die tiefsten menschlichen Abgründe und Lebensbewegungen haben in ihr einen heiligen Raum. Dabei verwirklicht sich ein Wort von Edith Stein:
"Die Kirche muss den Wandlungen alles Irdischen Rechnung tragen. Sie kann ewige Wahrheiten und ewiges Leben in die Zeit nur hinein tragen, indem sie jedes Zeitalter nimmt, wie es ist, und seiner Eigenart gemäß behandelt."
Jedes Zeitalter nehmen wie es ist, jeden Mitmenschen wertschätzend nehmen, wie er ist, weil jeder von uns bedingungslos von GOTT angenommen und geliebt ist.
Die Aufgabe, die uns aufgetragen ist, nehmen, wie sie ist, das Berechnen lassen, das "Was-bringt-es-mir", und darin dem Leben und der Liebe GOTTES Raum geben.
Wenn wir Jesus in den Evangelien begegnen, begegnen wir ihm in der tiefen, inneren Verbundenheit mit dem Vater. So wird sein Wirken Heilsgeschehen. Im Hier und Jetzt jeder Begegnung.
Wahrscheinlich verwandelt uns Menschen nichts so sehr wie unsere Beziehungen, in die wir verwickelt sind. Ein lebendiger Dialog mit GOTT, in welcher Form auch immer, wird das alltägliche Leben jedes Einzelnen von uns verändern und verwandeln. "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verschließt ihm nicht euer Herz" - hier und heute seine Stimme zu hören in kurzen oder intensiven Begegnungen mit vertrauten Menschen oder mit Fremden, in Entscheidungssituationen und anderen Herausforderungen, erfordert ein sensibles und waches Ohr. Und das jeden Tag. Die Liturgie wird schließlich zum Gottesdienst des Lebens, zum Gottesdienst des Alltags.
"Geht und nehmt den Frieden Gottes tief hinein in euer aller Leben."
Sr. M. Scholastika

Donnerstag, 11. November 2010

Je länger die Nächte...

Nun beginnt ja nicht mein erster Winter hier im Kloster und mit jedem Mal verdichtet sich das Gefühl: Je länger die Nächte werden, desto mehr finden wir uns zusammen und nutzen die verschiedenen Heiligengedenktage und -feste, um zusammen zu sein im Schein der Kerzen und miteinander zu feiern. Wobei vielleicht noch erwähnt werden muss, dass so eine Feier im Kloster nicht immer exorbitant ist und dass wir nicht bis zum Morgengrauen zusammen sein müssen.
Aber wir haben gestern z.B. den Martinsabend begangen: Das Refektorium war mit Laternen ausgestattet, Liederbücher und Gitarre lagen bereit und es gab köstliche Martinsküchelchen mit Zuckerrübensirup zu essen.
So ähnlich geht es dann im Winter weiter: Wir freuen uns auf Barbara, Nikolaus, Luzia und dann natürlich ganz besonders auf Weihnachten. Immer wieder nutzen wir diese Gelegenheiten, um zusammen zu kommen, länger bei Tisch zu bleiben, miteinander zu reden, zu genießen und zu singen.
Wahrscheinlich hat das Ganze soziologisch total einleuchtende Gründe, weniger Arbeit im Winter, lange Nächte, die Angst machen,..., aber ich genieße das einfach und freue mich an dieser Gemeinschaft, die, trotz aller Unterschiedlichkeiten, immer wieder zusammen kommt und nicht ohne die andere sein will.
In diesem Sinne freue ich mich sehr auf diesen Winter mit all seinen Gelegenheit für stimmungsvolle und stimmige Momente, in denen mir wahrscheinlich immer wieder mal aufgeht, was ich doch für wunderbare Mitschwestern habe.
Sr. Kerstin-Marie

Samstag, 6. November 2010

... noch wunderbarer ist das Ereignis


Nachdem die Vorfreude auf unseren Besuch so groß war, war die Freude gestern Abend dann noch viel größer, als die fünf dann da waren. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, wurde reichlich getafelt, dabei viel geredet und herzlich gelacht. Und dass, obwohl sich bis gestern Abend noch gar nicht alle kannten, aber das macht wahrscheinlich die familia domincana aus: Da war gleich ein Draht da, da gabs keine Hemmungen, da war richtig was los. Irgendwie besonders fand ich auch, dass wir diesen Abend erstmal mit dem Rosenkranz und der Vesper begonnen haben, das war gleich eine ganz andere Stimmgewalt in unserer Kapelle und wahrscheinlich auch in uns. Dann gings hoch ins Noviziat zu Pizza und Panna Cotta sowie lustigen Gesprächen. Der Abend entwickelte sich so herzlich - auch wenn manche offensichtlich versuchten, die Worte eines ganzen Wochenendes in diesen Abend zu packen -, dass wir alle uns jetzt schon auf unser Wiedersehen im Januar freuen, wenn die Provinztagung der Mitbrüder bei uns Einzug hält und wir dann auf jeden Fall auch einmal nach Mainz reisen wollen.
Freute ich mich dieser Tage noch, und auch heute im Gespräch mit Sr. Scholastika, so sehr an unserer Gemeinschaft, freue ich mich spätestens seit gestern mindestens genauso sehr über die Gemeinschaft in der dominikanischen Familie.
Was mich außerdem noch freut: Dass unsere Mitschwestern im Mutterhauskonvent zwar auch alle wahnsinnig gerne bei diesem denkwürdigen Treffen dabei gewesen wären, es uns aber von Herzen gönnten und bei den Vorbereitungen mit Rat, Tat und Backblechen zur Seite standen.
Was sind wir doch für gesegnete Menschen!
Sr. Kerstin-Marie

Freitag, 5. November 2010

Vorfreude ist die schönste Freude

Für heute Abend hat sich netter Besuch angekündigt: Fünf junge Mitbrüder aus Mainz machen sich auf den Weg und werden heute bei uns zu Gast sein. Beim Weltjugendtag 2005 gab es im Bistum Essen den Slogan "Gäste sind ein Segen" und genau so empfinde ich das gerade. Mir macht die Vorbereitung auf den heutigen Abend so viel Freude, dass ich schon heute Mittag ziemlich reich beschenkt bin: Was gibt es Schöneres, als überhaupt erstmal einen gemeinsamen Termin zu finden, der dann näher rückt. Dann geht es los: Was soll es zu essen geben? Einkaufen gehen - eine meiner größten Freuden - und dann die Vorbereitungen für das Essen. Das eine kann man schonmal vorher machen, wo passen jetzt die ganzen Schüsselchen hin? Wo kriegen wir genug Stühle her und passen eigentlich vier Backbleche in den Ofen? Zum Schluss muss man meistens ein bisschen improvisieren, aber es macht mir riesig viel Spaß und dann gibt es lauter leckere Sachen zu essen, die ich sehr gerne habe - anders als auf dem Bild ;-)
Gleichzeitig ist es auch etwas anderes für uns als Konvent, denn selten haben wir so viel Besuch auf einmal und alle freuen sich. Von daher sind Gäste wirklich ein Segen, oder, wie ein polnisches Sprichwort sagt: "Gast im Haus, Gott im Haus".
Wollen wir nur hoffen, dass bis heute Abend nichts schief geht und wir dann einen netten und lustigen Abend miteinander verbringen, bei dem wir auch das Wehen des Heiligen Geistes spüren können.
Sr. Kerstin-Marie

Montag, 1. November 2010

Allerheiligenwetter?

Wolken-loser hellblauer Himmel, in tausend Farben leuchten-de Bäume, mildes Licht von oben - "Das ist aber kein Allerheiligenwetter!", war heute hier und dort zu hören. Und es stimmt, mir ging's ähnlich, wenn man an Allerheiligenwetter denkt, dann ist doch die erste Assoziation ein tristes, trostloses Novembergrau. Ganz anders aber am heutigen Nachmittag: als wir auf dem Friedhof standen, für unsere verstorbenen Mitschwestern, Freunde und Angehörigen beteten, als mich von hinten die Sonne wärmte und ich unsere schwarzen Chormäntel in der Farbenpracht der Natur fast wie etwas unpassende Kleidung empfand, da gab es einen Moment, in dem mir ganz plötzlich so dermaßen das Herz aufging, dass ich gar nicht wusste, wie mir geschah. Auf jeden Fall hätte ich am liebsten die Zeit angehalten… Und genau das war für mich die Brücke zum heutigen Hochfest: Ich glaube und hoffe, die allermeisten von uns haben schon einmal Menschen erlebt, in deren Gegenwart einem einfach das Herz aufgeht. Interessanterweise sind diese Menschen weder besser, fehlerfreier, talentierter oder tapferer als andere, nein, sie unterscheiden sich in nichts von anderen, außer in einem wesentlichen Punkt: dass man in der Begegnung mit ihnen den ganz dringenden Verdacht hat: Hier ist jemand angekommen, er hat seinen Platz in dieser Welt, seine ureigene Berufung gefunden. Hier ist jemand, der muss niemandem etwas beweisen oder von seiner Einmaligkeit überzeugen (er ist es einfach) - der ruht in sich, schielt nicht dauernd nach links und rechts, bemüht sich noch nicht einmal, seine Fehler und Schwächen zu vertuschen, der kann sich selbst voll und ganz annehmen und lieben, aus dem tiefen Bewusstsein heraus, in seinem So-Sein bedingungslos geliebt zu sein. Solche Menschen sind für mich die, die wir heute den ganzen Tag gefeiert haben - unsere Heiligen. Sie sind für mich Leuchtspuren Gottes in dieser Welt, die mir das Herz aufgehen lassen, die in mir die Sehnsucht wecken, selbst immer tiefer in mein eigenes Mensch-Sein hinein zu wachsen. Dass wir sie - ob sie nun noch unter uns weilen oder längst gestorben sind, ob sie offiziell heilig gesprochen sind oder nicht, dass wir diese große Schar einmal im Jahr mit einem Hochfest feiern, ist für mich so, wie an einem schönen, sonnigen, wolkenlosen Herbsttag in die Natur zu gehen - angesichts der ungeheuren Vielfalt komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus und kann mich gar nicht satt sehen und ich bin unendlich dankbar, ein Teil dieser wunderbaren Schöpfung zu sein. Mit anderen Worten: das, was wir heute erleben durften, war also doch Allerheiligenwetter, und zwar vom Allerfeinsten ;-)
Sr. M. Ursula
die von liebe erfüllt wurden
fließen ihrer über
und versiegen nie
die dem licht begegnet sind
das leuchten bleibt
in ihren augen


die feuer gefangen haben
stecken auch noch andere
in brand

die von innen durchglüht sind
sie strahlen die wärme
auf alle aus

die aber ihren leuchtspuren folgen
holen sie nicht ein
und gehen doch ins licht
(Andreas Knapp in: Brennender als Feuer)

Radikale Nachfolge

Inzwischen sind wir wieder gut im Mutterhaus angekommen und nun wird es doch endlich Zeit für eine Komplettberichterstattung, nachdem wir ja am Donnerstag schon einen kurzen Bericht gepostet haben.
Die Begeisterung für diese Werkwoche blieb bis zum Schluss erhalten, in der wir uns mit der prophetischen Dimension des Ordenslebens und den Gelübden beschäftigten.
Wirklich wertvoll fand ich den Einstieg über die Situation der Welt und des Ordenslebens heute, bei dem mir noch einmal bewusst wurde, wie sehr wir von der Welt gebraucht werden. Gleichzeitig machte Sr. Miriam uns deutlich, dass eine Gemeinschaft ohne Vision eher schlechte Karten hat, weil es dann an Kraft und Glanz fehlt.
Dann ging es weiter über die Propheten, den Bund und das Alte Testament allgemein zu Jesus Christus und seinem Weg, seinem Charisma. Wie lebte er die Beziehung zum Vater? Was machte ihn aus, was war für ihn wichtig?
Von dort ausgehend machte Sr. Miriam deutlich, dass unser Leben ein Leben der Nachfolge ist und dass die Gelübde eine Ausgestaltung der Nachfolge sind. Weswegen die Gelübde ohne eine Beziehung zu Christus überhaupt keinen Sinn machen. Mit diesem Fundament konnten wir uns dann mit den drei Räten näher beschäftigen, wobei ein Artikel, in dem Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam ein bisschen anders interpretiert wurden, uns auf die Spur brachte.
Leider reichte die Zeit nicht, um uns allen drei Räten so ausführlich zu widmen wie dem der Ehelosigkeit, aber die Tage haben mich zum Denken angeregt und noch einmal deutlich gemacht: Unser Weg der Nachfolge ist ein radikaler Weg! Eigentlich ein Gedanke, der mich schon vor einiger Zeit sehr angesprochen hat, so dass es mir gut getan hat, ihn wieder gefunden zu haben.
Daneben haben wir die Gemeinschaft der unterschiedlichen Gemeinschaften, das gute Essen, die schöne Gegend, das gute Wetter und das Haus genossen. So waren es rundum reiche und sehr schöne Tage, die ich nicht missen wollte.
Sr. Kerstin-Marie