Mittwoch, 28. Juli 2010
Familia Dominicana Teil 348
Samstag, 24. Juli 2010
Von Bolivien lernen
In unserem Gästehaus hier in Arenberg greifen wir das Thema Bolivien auf in einer Ausstellung eben zu diesem Land auf der anderen Seite der Erde. Sr. Christa, die über 20 Jahre in Bolivien war, ist deshalb ganz aktiv, sucht Texte und Bilder, die ab September einen Einblick geben wollen und einen Eindruck verschaffen wollen von Land und Leuten. Ich darf ihr im Moment bei den Vorbereitungen helfen und finde es sehr interessant, was Sr. Christa zu berichten hat aus Bolivien: Sie hat viel in sogenannten Barrios, Armenvierteln, gearbeitet und hat dort pastoral gewirkt. In Gegenden, in denen die Pfarreien riesig sind und es gar nicht so viele Priester gibt, ist es eine der wichtigsten Aufgaben, die Menschen erleben zu lassen, dass sie selber die Kirche sind und dass sie selber an der Kirche bauen. So kann die Kirche bei vielen alltäglichen Problemen helfen, die oftmals nicht zu unterschätzen sind, wenn es z.B. darum geht, die Apathie zu überwinden, Hoffnung zu bringen usw.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Liebe über den Tod hinaus
In der Kirche und besonders im Dominikanerorden feiern wir heute den Gedenktag der Hl. Maria Magdalena. Als ich heute Morgen in der Meditation das Tagesevangelium betrachtete, hat mich ein Aspekt ganz besonders berührt: Maria Magdalena, sie war eine wahrhaft absichtslos liebende Frau. Sie, die berührt von Jesu Liebe von ihrem abgrundtiefen seelischen Leid geheilt worden war, war ihm treu - nicht nur bis ans Kreuz, sondern bis in den Tod.Im Johannesevangelium wird uns berichtet, wie sie am frühen Morgen, als es noch dunkel war, zum Grab eilt. Das Grab - Endstation ihrer Hoffnung, Ort des Schreckens, Bild des vollkommenen Scheiterns - hatte sie doch auf das falsche Pferd gesetzt, als sie sich diesem Jesus mit Leib und Seele anvertraute? Er, der sie einst mit göttlicher Vollmacht von sieben Dämonen befreit hatte, Er, der ihr selbst das Leben neu geschenkt hatte, war nun tot.
"Manche Leute wollen Gott mit den Augen ansehen, mit denen sie eine Kuh ansehen, und wollen Gott lieben, wie sie eine Kuh lieben. Die liebst du wegen der Milch und des Käses und deines eigenen Nutzens. So halten’s alle jene Leute, die Gott um äußeren Reichtums oder inneren Trostes willen lieben; die aber lieben Gott nicht recht, sondern lieben ihren Eigennutz." - so sagte einmal Meister Eckhart. Maria Magdalena, sie liebte ihren Herrn und Meister so sehr, dass ihre Liebe sogar dann nichts von ihrer leidenschaftlichen Glut verlor, als sie nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr von Ihm erwarten konnte, auf den sie einst all ihre Hoffnung gesetzt hatte. Und diese so leidenschaftlich liebende Frau wird mitten in ihrer Verzweiflung darüber, Ihn verloren zu haben, zur Ersten, der sich der auferstandene Herr offenbart, sie wird zur Apostolin der Apostel.
Ich gestehe, es erfüllt mich mit unbändiger Freude, dass ausgerechnet sie zur Schutzpatronin unseres Ordens bestimmt wurde. Sie lässt uns das Große erahnen, das Gott denen bereitet, die ihn lieben - nicht um der Milch und des Käses, sondern um Seiner selbst willen. Möge ihr Beispiel uns helfen, Ihm treu zu bleiben, auch wenn uns im Leben manchmal der Gang zum Grab zugemutet wird und alles um uns herum finster scheint. Und möge diese Liebe in uns jenes Feuer entzünden, das uns zu glaubwürdigen Zeuginnen und Zeugen seines Evangeliums macht.
Sr. M. Ursula
Sonntag, 18. Juli 2010
der gute Teil
Evangelium vom 16. Sonntag im JahreskreisUm nun aber wieder auf das heutige Sonntagsevangelium zurückzukommen: Eigentlich war es ja zur damaligen Zeit ein Ungeheuerlichkeit, dass sich eine Frau wie Maria einfach so zu den Füßen Jesu setzt und ihm zuhört, statt - wie es ihr gebührt - für ihn zu sorgen und ihn zu bewirten. Das ist etwas, was vorher ganz und gar undenkbar war, eine völlig neue Rolle der Frau, die Jesus da begründet. Und man stelle sich einmal vor, wie schade es gewesen wäre, wenn Maria aus lauter Bescheidenheit und falscher Rücksichtnahme darauf verzichtet und diesen für sie bereiteten Platz gar nicht eingenommen hätte…
"Wir Christen haben kein Recht auf Bescheidenheit", hat uns einmal ganz krass ein Theologe gesagt. Und da ist wirklich etwas dran. Bescheidenheit an sich ist ohne Zweifel eine ganz kostbare Tugend, das möchte ich gar nicht in Frage stellen. Und doch verträgt sich falsch verstandene Bescheidenheit ganz und gar nicht mit dem Plan Gottes, der jede und jeden von uns immer wieder hinausrufen will ins je Größere. Und wenn ich spüre, dass es mir auf meinem Weg in Seiner Nachfolge hilft, mich ab und zu wie Maria Ihm zu Füßen zu setzen, einfach nur auf Sein Wort zu hören und Seine Nähe zu suchen, dann gilt es auch, mich mit allen Kräften dafür einzusetzen, mir im Alltag solche "heiligen" Zeiten freizuhalten - auch wenn mich der ein oder andere möglicherweise als Faulpelz bezeichnen wird. Sich so auch immer wieder von Seinem Wort herausrufen zu lassen aus dem Alltäglichen bewahrt uns sowohl vor Trägheit als auch vor einem falschen Aktionismus, davon bin ich fest überzeugt. Es hilft uns, uns der Größe unserer Berufung bewusst zu werden, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und so auch wirklich fruchtbar zu werden in der Welt, ohne uns dabei im Vordergründigen zu verstricken.
Echt kein Luxus
Samstag, 17. Juli 2010
Neustart
Im vergange-nen Jahr bekam Schw. Kerstin-Marie regelmäßig Besuch von einem SWR-Team, das eine Kurz-Reportage über ihr erstes Jahr im Kloster drehte. Die dreiteilige Dokumentation gibt's nun auch im Internet zu sehen, dazu einfach auf die Links klicken:Teil 1: Abschied von zuhause
Freitag, 16. Juli 2010
Vielfalt in Kloster Arenberg
Mittwoch, 14. Juli 2010
beflügelnd
Tja, was sind das für Menschen… im Laufe unseres Gespräches stellte sich bald heraus, dass es ausgerechnet die Ehefrau des Bauherren war, die mich angesprochen hatte. Sie freute sich riesig, dass ich so großes Interesse an der Kapelle hatte, und ich bin - wie man im Saarland so schön sagt: fast "aus der Bux gesprungen" vor Freude, dass ich ihr begegnet bin. Irgendwie kam uns beiden diese Begegnung vor wie eine einzige große Fügung von oben und innerhalb weniger Minuten war eine innere Verbindung hergestellt, die uns beflügelte und unsere Herzen weit machte. Vergessen war die Müdigkeit, die Hitze des Tages… Ehrlich, so oder so ähnlich stelle ich mir die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth vor, wie sie uns im Lukasevangelium (Lk 1, 39-56) geschildert wird - bahnbrechende, pure Lebensfreude, die etwas von dem aufscheinen lässt, wozu wir Menschen eigentlich berufen sind.
Mein Wunsch, diese Kapelle einmal aufzusuchen, ist nun natürlich noch größer geworden, und wer weiß, vielleicht geht er ja einmal in Erfüllung.
Montag, 12. Juli 2010
Exerzitium
nähert dich
dem Meister
begib dich
auf die große Reise
hin zu Ihm
wandere mit Ihm
durch deine
inneren Welten
umarme Ihn
mit allen
deinen Sinnen
und du wirst Ihn
im Alltag
selig wiedererkennen
dein Leben
in Seines verwoben
Er genügt
Exerzitium - Übung hat Andreas Knapp dieses wunderbare Gedicht überschrieben. Nachdem wir nun in Rickenbach zehn Tage Zeit hatten, uns in den Exerzitien auf diese große Reise zu Ihm zu machen, sind wir gestern Abend wieder nach Hause gekommen - totmüde, aber mindestens genauso froh und dankbar für die Erfahrungen, die wir in diesen für uns so wertvollen Tagen sammeln durften.
Für manche mag es sich vielleicht seltsam anhören, dass wir Jahr für Jahr eine so lange Zeit in die Stille gehen, stundenlang manchmal sogar mitten in der Nacht meditieren und uns auf diese Weise ins Wort Gottes vertiefen. Aber ich selbst bin jedes Mal erstaunt, wieviel Heilsames mit mir und in mir in diesem tiefen Schweigen passiert. Zunächst einmal werde ich ganz sensibel für das, was in meinem Innern lebendig ist - meine Sehnsüchte, meine Hoffnungen und Ängste, manchmal auch Ärger oder versteckter Zorn… Irgendwann kommt man dann in den Exerzitien - vorausgesetzt, man läuft nicht davon - an einen Punkt, an dem man sich einfach nichts mehr vormachen kann, an dem man sich selbst und vor allem GOTT endlich "ungeschützt" ausgesetzt ist - und dann vor dem Geheimnis einer Liebe steht, die in ihrer Klarheit und Kraft schlichtweg überwältigend ist. Diese Momente des puren Gegenwärtig-Sein im großen DU Gottes, das sind Augenblicke, die mir einfach unendlich kostbar sind und mich im Tiefsten glücklich machen. Und ich hoffe und wünsche mir, dass mein Leben, auch wenn ich Ihn im Gewühl des Alltags manchmal nicht "selig wiedererkenne", immer mehr in Seines verwoben wird. Er genügt!
Sr. M. Ursula
Donnerstag, 8. Juli 2010
Der Morgen rötet sich und glüht
Sonntag, 4. Juli 2010
Eine Fahrt ins Grüne
Gesagt, getan, nach dem Mittagessen noch schnell den Schleier gerichtet und dann ab ins Auto, erst Sr. Christa eingesammelt und dann Frau Lackmann, die noch eine weitere Passagierin mitbrachte. Und so ging es über die Autobahn in Richtung Eifel, eine Gegend, die mir als Wohnort nicht soo attraktiv zu sein erscheint, aber heute war es doch recht schön. Besonders schön fand ich den alten Klosterhof in Buchholz, wo das Fest war, in dessen Rahmen die Ausstellung gezeigt wurde: Ein Klösterchen aus dem 19. Jahrhundert, das von den Hausener Franziskanern gegründet und bewohnt wurde, auf einer sehr schönen Anhöhe gelegen, von der aus man über die ganze Gegend schauen kann. Dazu noch eine wirklich hübsche Kirche, schön ausgemalt, aber nicht zu aufdringlich. Seit über 60 Jahren sind die Franziskaner nicht mehr dort und inzwischen kann man das alte Kloster als Tagungs- und Ferienhaus mieten. Ein echt sehr schöner Platz, an dem man bestimmt tolle Tage verbringen kann.
Weil die Ausstellung nicht so viel Zeit in Anspruch nahm und Maria Martental gleich um die Ecke liegt, sind wir auf dem Rückweg dort auch noch vorbei gefahren und haben, wie Sr. Christa beim Abendessen so schön sagte, für die ganze Gemeinschaft vor der Mutter Gottes gebetet. Auch das ein sehr schönes Örtchen, das herrliche Wege rundherum hat, so dass man dort auch schöne Tage verleben kann.
Pünktlich zur Vesper waren wir dann wieder zurück und haben so einen wunderschönen Tag verlebt.
Sr. Kerstin-Marie