Bevor wir am Freitag losmarschieren werden, gibt es morgen erst einmal noch ein frohes Wiedersehen mit dem Rickenbacher Konvent, auf das ich mich riesig freue.
Mittwoch, 30. Juni 2010
Kommen und Gehen
Bevor wir am Freitag losmarschieren werden, gibt es morgen erst einmal noch ein frohes Wiedersehen mit dem Rickenbacher Konvent, auf das ich mich riesig freue.
Labels:
Exerzitien
Sonntag, 27. Juni 2010
Wieder daheim
Dazu spielte das Wetter mit, es war schön, aber nicht zu heiß oder schwül, so dass wir ein paar Stündchen am künstlichen Strand des Kemnader Stausees genießen konnten oder noch ein Feierabendbier im Garten unseres Klosters. Also ganz erholsame Tage, so dass Sr. Johanna und ich gleich fürs nächste Jahr gebucht haben - mal sehen, was Sr. Scholastika dazu sagt...
Dann ging es für uns ja letzten Montag weiter nach Waldniel, wo wir uns noch ein bisschen bilden konnten, nämlich in einer Studienwoche zum Thema Theologie- und Ordensgeschichte mit P. Carsten Barwasser OP, der uns jede Menge Mitbrüder vorstellte, die in den letzten 700 Jahren Theologie betrieben. Darunter Domingo Banes, Yves Congar, Marie-Dominique Chenu und Edward Schillebeeckx, um nur einige zu nennen. Mann kann sich vorstellen, dass 700 Jahre Geschichte in 6 halben Tagen ziemlich komprimiert werden müssen, so dass ich geschrieben habe, was das Zeug hielt und manchen von uns sicher die Ohren klingelten. Die kleine, aber feine Gruppe, bestehend aus Waldniel und uns, ermöglichte aber eine sehr angenehme
Lernatmosphäre, die immer wieder auch Rückfragen ermöglichte, die P. Carsten sehr ausführlich beantwortete. Ich finde, wir waren in diesen Tagen auf ziemlich hohem Niveau unterwegs, so dass wir uns ein Grillen am Mittwoch Abend und einen Ausflug nach Thorn (NL) erlauben konnten.
Am letzten Abend gab es dann auch noch einen sehr interessanten Film der Dominikaner aus den 1960er Jahren zu sehen, der für den Schulunterricht gedreht worden war und ein "Kloster unserer Zeit" zeigen wollte. Für die Zeit ein echt guter Film, damit wird also klar, dass die Familia Domincana sich den modernen Medien eigentlich nie verschlossen hat.
Hier zu Hause sind schon alle im WM-Fieber und wir freuen uns auf sommerliche Tage in Arenberg.
Sr. Kerstin-Marie
Labels:
Ausbildung,
Freizeit,
Noviziat
Freitag, 25. Juni 2010
kleiner Tipp zum Wochenende
Was ist das beste Mittel gegen Hitze? Unsere Häschen machen es uns vor: Einfach mal ein Ründchen chillen :-)
In diesem Sinne wünsche ich all unseren Lesern ein schönes, gemütliches, sonniges Sommer-Wochenende
Sr. M. Ursula
Sr. M. Ursula
Labels:
Dies und das,
Freizeit
Dienstag, 22. Juni 2010
geschaffen für das Dahinter
Ja, selbst Beerdi-gungen können manchmal schön sein - so jedenfalls habe ich es heute im Mutterhaus erlebt. Am vergangenen Freitagmorgen wurde unsere liebe Schwester Maria Caritas im Alter von 94 Jahren von Gott heimgerufen. Sie zählte zu der Gruppe der ersten Schwestern, die in den 60er Jahren mit dem Schiff nach Bolivien aufbrachen, um dort unter schwierigsten Bedingungen unsere ersten Missionstationen zu errichten und den notleidenden Menschen beizustehen. Vor einigen Jahren, als ihre Kräfte mehr und mehr nachließen, ist sie ins Mutterhaus auf den Arenberg zurück gekehrt. Für mich war jede Begegnung mit ihr ein Geschenk, mich berührte ihr brennendes Herz, ihr Glaubenszeugnis und die Hingabe, mit der sie ihren Weg mit Gott und den Menschen ging, zutiefst. Und so war auch mein erster Gedanke, als ich von ihrem Tod erfuhr: Jetzt ist sie endlich ganz bei IHM angekommen.Heute Nachmittag feierten wir nun ihre Beerdigung, und mir kam es tatsächlich vor wie ein Fest. Wenn man dem Leben unserer Mitschwester Maria Caritas eine Überschrift geben wollte, dann würde sich dazu sehr gut ein Zitat der Schweizer Benediktinerin Silja Walter eignen: "Ich bin geschaffen für das Dahinter" - so brachte es Pater Adalbert Sprinkmeier OP, ihr langjähriger Weggefährte in Bolivien, in seiner Predigt auf den Punkt. Und dass Schwester Maria Caritas nun endlich "das Dahinter" schauen darf, von dessen Existenz sie ein Leben lang leidenschaftlich Zeugnis ablegte, das ist für mich ein ungeheuer tröstlicher Gedanke.
Sr. M. Ursula
Labels:
Gemeinschaft
Sonntag, 20. Juni 2010
für wen haltet ihr mich?
Evangelium vom 12. Sonntag im JahreskreisJesus betete einmal in der Einsamkeit, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen. Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen. Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
(Lk 9, 18-24)
Hatte Jesus das wirklich nötig? "Für wen halten die Leute den Menschensohn?" - so fragt er da seine Jünger, und - nachdem sie ihm die verschiedensten Antworten gegeben haben, bohrt er sogar noch weiter: "Und IHR? Für wen haltet ihr mich?" Warum um Himmels willen war es ihm, der doch zu Lebzeiten nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, wenn es darum ging, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, der es sich nach seinem ersten öffentlichen Auftreten in Rekordzeit mit den Pharisäern und Schriftgelehrten verscherzt hatte, und der - so könnte man fast meinen - alles daran gesetzt hatte, seinen guten Ruf und seine Glaubwürdigkeit zu verlieren, indem er sich mit Zöllnern und Sündern an einen Tisch setzte - warum war es ihm doch offensichtlich wichtig zu erfahren, was die Menschen denken, wer er sei?
Für mich persönlich wurde diese Frage Jesu bezeichnenderweise erst dann wirklich existentiell, als sich mir die Frage nach meiner Lebensentscheidung stellte, und in dieser Zeit des heftigen Ringens wurde mir auch deutlich, dass es eigentlich gar nicht Jesus ist, der meine Antwort "braucht" als eine Art Selbstbestätigung, sondern ich selbst, die Gefragte.
Für wen halte ich Jesus? Für einen tollen Prediger, einen idealistischen Weltverbesserer, einen Menschenfreund, einen genialen Wunderheiler? Für einen großartigen Philosophen, einen Charismatiker, einen geistlichen Meister, einen unangepassten Querdenker? Ja, sicherlich steckt das alles in ihm, und doch greift alles irgendwie zu kurz, weil es die andere, die göttliche und damit die wesentliche Dimension seines Lebens außer Acht lässt.
Für mich persönlich wurde diese Frage Jesu bezeichnenderweise erst dann wirklich existentiell, als sich mir die Frage nach meiner Lebensentscheidung stellte, und in dieser Zeit des heftigen Ringens wurde mir auch deutlich, dass es eigentlich gar nicht Jesus ist, der meine Antwort "braucht" als eine Art Selbstbestätigung, sondern ich selbst, die Gefragte.
Für wen halte ich Jesus? Für einen tollen Prediger, einen idealistischen Weltverbesserer, einen Menschenfreund, einen genialen Wunderheiler? Für einen großartigen Philosophen, einen Charismatiker, einen geistlichen Meister, einen unangepassten Querdenker? Ja, sicherlich steckt das alles in ihm, und doch greift alles irgendwie zu kurz, weil es die andere, die göttliche und damit die wesentliche Dimension seines Lebens außer Acht lässt.
Für wen halte ich Jesus? Mir wird immer deutlicher bewusst: Die Antwort meines Herzens, die ich auf diese Frage geben kann, bestimmt zugleich das Maß, mit dem ich mich auf Ihn einlassen kann. Es geht hierbei nicht um ein richtig oder falsch, sondern es geht immer wieder darum, um meine ur-eigene Antwort zu ringen, die schließlich nichts Geringeres ist als die Basis meiner Beziehung zu Christus. Die Hl. Edith Stein brachte es wunderbar auf den Punkt, indem sie sagte:
"Nur Gott kann eines Menschen Hingabe ganz empfangen und so empfangen, dass der Mensch seine Seele nicht verliert, sondern gewinnt. Und nur Gott kann sich einem Menschen so schenken, dass er dessen ganzes Wesen ausfüllt."
Auch wenn ich mit meinem Verstand Vieles nicht begreifen kann, und sich oft auch Zweifel breit machen, so sehne ich mich doch danach, wie Petrus in unerschütterlichem Vertrauen antworten zu können: DU bist der Christus, DU bist der Messias Gottes.
Sr. M. Ursula
Labels:
Impulse,
Kirchenjahr
Samstag, 12. Juni 2010
Auf Wiedersehen
Was wir lange ersehnt haben, wird nun Wirklichkeit: Morgen brechen wir nach der Messe auf in die Kulturhauptstadt 2010, ins Ruhrgebiet. Da wir ja einen Konvent in Oberhausen haben, werden wir dort eine Woche lang Ferien machen und dabei jede Menge Kultur tanken. Ganz besonders freuen wir uns auf die Currywurst in Bochum, die Party mit der Dorfjugend und die Extraschicht am Samstag. Zwischendurch werden wir uns natürlich auch kräftig erholen, damit es dann nach einer Studienwoche in Waldniel am 26. Juni wieder richtig losgehen kann.
Bitte drückt uns die Daumen für gutes Wetter, nachher gibt es dann bestimmt auch Bilder zu sehen.
Ob wir auch Fahrrad fahren werden, wissen wir noch nicht, aber die Berichte folgen ja dann. Postkarten werden wir allerdings sicher nicht versenden...
Eine schöne Woche
Sr. Kerstin-Marie
Unser Gebet für Haiti
Wer erinnert sich noch an den 12. Januar diesen Jahres? Vielleicht kommt es ja jetzt: am 12. Januar bebte die Erde in Haiti. In Folge des schweren Erdbebens starben schier ungezählte Menschen und die, die überlebten, verloren zum großen Teil das wenige, was sie vorher besaßen.Auf Bitten eines jungen Haitianers lädt die Communauté de Taizé an jedem 12. eines Monats zum Gebet für Haiti ein, ein Jahr lang. Wir haben diese Einladung angenommen und gestalten nun immer am 12. des Monats unsere Mittagshore nach dem Vorschlag der Gemeinschaft in Frankreich. Heute war es also wieder so weit und ich muss sagen, dass ich diese Gebete so schätze, weil sie mich eben jeden Monat daran erinnern, dass dieses Erdbeben war, bei dem so viele Menschen alles verloren haben. Es erinnert mich daran, dass die Katastrophe anhält, auch wenn sie schon längst nicht mehr in den Medien auftaucht, dass es überall auf der Welt immer und immer wieder diese Katastrophen gibt und dass unser Gebet im Grunde das einzige ist, was wir jetzt und hier in unserer Situation tun und geben können.
Gleichzeitig mag ich diese Mittagshore auch deswegen so, weil sie mich an die vielen Male erinnert, die ich in Taizé war und bei denen ich die Stille und das gesungene Gebet so schätzen gelernt habe. Und so, finde ich, schlägt es eine Brücke zu uns: Auch wir singen das Gebet, wenn auch meistens anders als in Taizé. Aber, und das zeigt sich eben am 12. des Monats, es gibt dabei auch immer wieder Berührungspunkte, bei denen sich quasi meine Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft verbinden - einfach perfekt.
Sr. Kerstin-Marie
Donnerstag, 10. Juni 2010
Se habla Espagnol!
Seit April lernen Sr. Scholastika, Sr. Johanna und ich Spanisch. Sr. Scholastika, weil sie nächstes Jahr zu unseren Schwestern nach Bolivien fliegen wird, Sr. Johanna und ich, damit wir mit unseren Mitschwestern kommunizieren können, wo das doch heute via Internet so einfach ist.
Während des Studiums hab ich schonmal Spanisch gelernt und habe eh viel Freude an Sprachen, so dass es für mich eine wahre Wonne ist. Praktischerweise haben wir ja auch einige Schwestern hier im Mutterhaus, die ziemlich gut Spanisch sprechen, so dass Nachfragen zu Vokabeln und Grammatik ohne Probleme möglich sind. Dazu kommt noch, dass wir mit Senora Berger eine gute Lehrerin haben, bei der der Unterricht richtig viel Spaß macht, so dass er jedes Mal wie im Flug vorbei ist.
Der Spanischunterricht kommt mir auch deswegen so entgegen, weil ich gerne auch in eine internationale Gemeinschaft eingetreten wäre. Ich merke, dass es mir nicht schwer fällt, andere Sprachen zu lernen und ich habe Freude am Kennenlernen anderer Kulturen und Mentalitäten, so dass ich es bereichernd gefunden hätte, mit Menschen anderer Nationalitäten zusammen zu leben, den Glauben zu teilen und zu arbeiten. Das ist für mich so ein Sinnbild für das Wirken des Heiligen Geistes, der es möglicht macht, dass wir uns verständigen können, über unsere Sprachgrenzen hinweg. Bestimmt ist das nicht immer leicht, aber bestimmt immer auch spannend.
Nun sind wir ja auch ein bisschen international und man weiß ja nie, was noch kommt, weshalb ich dann doch sehr froh bin, hier zu sein und hier Spanisch lernen zu können. Andere Sprachen müssen deswegen ja nicht unter den Tisch fallen und wer weiß, wo wir noch überall landen...
Hasta luego!
Sr. Kerstin-Marie
Während des Studiums hab ich schonmal Spanisch gelernt und habe eh viel Freude an Sprachen, so dass es für mich eine wahre Wonne ist. Praktischerweise haben wir ja auch einige Schwestern hier im Mutterhaus, die ziemlich gut Spanisch sprechen, so dass Nachfragen zu Vokabeln und Grammatik ohne Probleme möglich sind. Dazu kommt noch, dass wir mit Senora Berger eine gute Lehrerin haben, bei der der Unterricht richtig viel Spaß macht, so dass er jedes Mal wie im Flug vorbei ist.
Der Spanischunterricht kommt mir auch deswegen so entgegen, weil ich gerne auch in eine internationale Gemeinschaft eingetreten wäre. Ich merke, dass es mir nicht schwer fällt, andere Sprachen zu lernen und ich habe Freude am Kennenlernen anderer Kulturen und Mentalitäten, so dass ich es bereichernd gefunden hätte, mit Menschen anderer Nationalitäten zusammen zu leben, den Glauben zu teilen und zu arbeiten. Das ist für mich so ein Sinnbild für das Wirken des Heiligen Geistes, der es möglicht macht, dass wir uns verständigen können, über unsere Sprachgrenzen hinweg. Bestimmt ist das nicht immer leicht, aber bestimmt immer auch spannend.
Nun sind wir ja auch ein bisschen international und man weiß ja nie, was noch kommt, weshalb ich dann doch sehr froh bin, hier zu sein und hier Spanisch lernen zu können. Andere Sprachen müssen deswegen ja nicht unter den Tisch fallen und wer weiß, wo wir noch überall landen...
Hasta luego!
Sr. Kerstin-Marie
Labels:
Studium
Montag, 7. Juni 2010
Ich glaube an dich
Doch dann habe ich das Ganze mal heruntergebrochen auf die rein menschliche Beziehungs-Ebene. Ist es nicht immer wieder unglaublich beeindruckend, welche Kräfte in uns freigesetzt werden, wenn einer zu uns sagt: "Ich glaube an dich" - und das in Situationen, wenn wir den Glauben an uns selbst verloren haben? Mir fiel dabei eine Geschichte aus meiner Kindheit ein - o.k. ich gebe zu, nicht gerade weltbewegend, aber für mich doch sehr eindrücklich: In Sachen Sport war ich von klein auf eine absolute Niete und ich denke noch heute ungern an viele qualvolle Sportstunden zurück. Zu allem Unglück hatte ich bereits in der Grundschule eine Sportlehrerin, die sich selbst wohl in der Rolle eines Oberfeldwebels sah und mich völlig unbegabtes Menschenkind natürlich sehr schnell auf dem Kicker hatte. Alptraum Nr. 1 begann bereits in der 1. Klasse, als die kleine Ursula zwecks Erlangung des "Seepferdchens" eine ganze lange Bahn schwimmen sollte.
Ich weiß nicht, wie oft ich es versucht habe, aber immer, wirklich immer verlor ich in der Mitte der Bahn den Mut, nichts ging mehr, und ich schwamm unter dem verächtlichen Blick der Lehrerin zum Beckenrand zurück. Und ich hätte wahrscheinlich heute noch kein Seepferdchen, wären nicht irgendwann die Sommerferien gekommen; wir fuhren in Urlaub, und da mein sportlicher Ehrgeiz ja doch irgendwie geweckt war, versuchte ich es noch einmal - diesmal allerdings unter den Augen meines Papas, der am Rand stand und schlicht sagte: "Du machst das schon." Und - als sei es das Selbstverständlichste der Welt - schwamm ich nicht nur eine Bahn, sondern gleich auch wieder zurück, und konnte gar nicht mehr verstehen, dass das für mich mal so eine große Hürde dargestellt hatte. Dieser Schwank aus meiner Kindheit ist für mich exemplarisch für die ungeheure Sprengkraft des "Aneinander Glaubens" - nicht nur in menschlichen Beziehungen, sondern auch - und in einem viel umfassenderen Sinne - in unserer Beziehung zu Gott. ER glaubt an uns, trotz all unserer Fehler und Macken, und genau diese Erfahrung des bedingungslosen Angenommenseins war und ist es, die Menschen heil werden lässt - an Leib und Seele.
Einander zu vertrauen und aneinander zu glauben ist das, was unserem Miteinander Reichtum und Tiefe verleiht. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann bleibe ich nicht an der Fassade, dem augenscheinlich Sichtbaren hängen, sondern sehe das "Dahinter", erahne etwas von seiner eigentlichen Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Glaube macht nicht blind, sondern sehend, und zwar: das Wesentliche sehend! Das ist das Fundament, auf dem Gott mit uns unterwegs sein will, das ist das Fundament, das trägt, selbst wenn alles um uns herum dunkel ist und wir nichts mehr verstehen.
Einander zu vertrauen und aneinander zu glauben ist das, was unserem Miteinander Reichtum und Tiefe verleiht. Wenn ich einen Menschen wirklich liebe, dann bleibe ich nicht an der Fassade, dem augenscheinlich Sichtbaren hängen, sondern sehe das "Dahinter", erahne etwas von seiner eigentlichen Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Glaube macht nicht blind, sondern sehend, und zwar: das Wesentliche sehend! Das ist das Fundament, auf dem Gott mit uns unterwegs sein will, das ist das Fundament, das trägt, selbst wenn alles um uns herum dunkel ist und wir nichts mehr verstehen.
Sr. M. Ursula
Labels:
Impulse
Sonntag, 6. Juni 2010
Ein Abend mit Folgen
Am Donnerstag feierte die Gemeinde in Arenberg im Anschluss an die Fronleichnamsprozession ihr Pfarrfest und da wir in der Prozession mitgegangen waren, aßen wir dann auch auf dem Pfarrfest zu Mittag. Meine Assoziation fand ich persönlich recht naheliegend, als ich dachte: Pfarrfest = Pommes = 1a-Mittagessen. Tja, leider ging diese Gleichung nicht auf, denn es gab gar keine Pommes auf diesem Fest (dafür leckere Waffeln und Kuchen), aber wir alle hatten doch soo einen Pommeshunger. Deswegen wurde kurzerhand beschlossen, gestern Abend ein kleines, aber sehr feines Pommesfest in unserem Schwesterngarten zu feiern. Sr. Ursula besorgte Unmengen von Pommes, aus der Sakristei konnten wir uns eine Kochplatte ausleihen, Ketchup und Pommessauce auf den Tisch, dazu ein kühles Getränk und schon konnte es bei wunderschönem Wetter, das sogar die Gummibärchen schmelzen ließ, losgehen.Das Fazit am Ende des Abends: Zu sieben Leuten vertilgten wir so unendlich viele Pommes, die einfach zu gut waren, dass ich mich jetzt frage, wie lange eigentlich so ein Pommeskoma anhält. Netterweise erklärte uns Sr. Ursula am Ende des Abends ja, wie so ein Völlegefühl im Magen zustande kommt und ich kann mir genau vorstellen, wie sich da gestern Abend gefühlte 1000 Pommes in mir versammelten.
Diesen schönen Abend auf der Schwesternliegewiese wollen wir unbedingt wiederholen, dann aber vielleicht doch lieber mit Obstsalat oder Erdbeeren oder so, denn die sind ja doch leichter und bekömmlicher.
Womit auch immer: Die Abende in unserem Garten sind wirklich einmalig, das ist dann schon fast wie Ferien. Deswegen hoffen wir auf einen schönen und langen Sommer, der uns noch oft nach draußen treibt.
Sr. Kerstin-Marie
Bildquelle: Thomas Max Müller/pixelio.de
Labels:
Alltag,
Freizeit,
Gemeinschaft
Donnerstag, 3. Juni 2010
a star was born
Sr. M. Ursula
Dienstag, 1. Juni 2010
Wahrheitssucher
"Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht"Für mich, die den christlichen Glauben in der Familie ja sozusagen schon gleich mit der Muttermilch aufgesogen hat, ist es immer wieder faszinierend, von Menschen zu hören, die Gott auf ganz anderen Wegen kennenlernen mussten bzw. durften. So begehen wir beispielsweise heute in der Kirche den Gedenktag den Hl. Justin (~100 - 165), eines Märtyrers der frühen Christenheit. Er entstammte einer heidnischen Familie und muss wohl von Kindheit an ein ziemlich schlaues Köpfchen gewesen sein. Mit großer Begeisterung studierte er die griechischen Philosophen, immer auf der Suche nach der Wahrheit, nach dem, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Und bei dieser leidenschaftlichen Wahrheitssuche kam er schließlich in Kontakt mit dem Christentum, der "allein zuverlässigen und wahren Philosophie" wie er es am Ende seines Lebens ausdrückte. Er war so überzeugt davon, dass er in der christlichen Botschaft die Wahrheit gefunden hatte, dass er selbst im Angesicht des Todes kein Blatt von den Mund nahm und schließlich unter Marc Aurel wegen seines Glaubens hingerichtet wurde.
In der Messe hören wir heute als Lesung einen Ausschnitt aus dem ersten Korintherbrief, der mir immer wieder unter die Haut geht:
Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu retten. Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit. Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
(1 Kor 1, 21-25)
Genau diese Erfahrung muss wohl auch der Hl. Justin gemacht haben. Sein Beispiel und das vieler anderer Heiliger, die in der törichten Botschaft des Evangeliums die Wahrheit erkannt haben, zeigt mir mal wieder, dass man entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht den Verstand ausschalten muss, um gläubig zu werden, sondern dass man - ganz im Gegenteil - tatsächlich auch allein durch bloßes klares Nachdenken zu Gott gelangen kann.
Sr. M. Ursula
P.S. einige uns überlieferte, sehr lesenswerte Texte des Hl. Justin sind übrigens hier zu finden!
Abonnieren
Posts (Atom)