Sonntag, 28. Februar 2010

Das Schaudern

Gleich mehrfach begegnet es uns heute in den liturgischen Texten des 2. Fastensonntags - das Schaudern. Sei es nun Abraham, der im Schlaf von einer "großen, unheimlichen Angst" überfallen wird, oder seien es Petrus, Jakobus und Johannes, die auf dem Berg der Verklärung in die Wolke hineingeraten. Beim Hören dieser Texte musste ich heute morgen an eine sehr ergreifende Predigt denken, die mir mein ehemaliger Heimatpfarrer kurz vor meinem Ordenseintritt mit den Worten "vielleicht kannst du sie mal irgendwann irgendwo gebrauchen" gab. Und auf einmal wurde mir klar, dass irgendwann "heute" und "irgendwo" unser Blog sein könnte ;-)
Eine gute neue Woche, in der auch wir vielleicht da und dort das "Gruseln lernen" wünscht uns allen
Sr. M. Ursula

"Von einem, der auszog das Gruseln zu lernen
In der Märchenforschung ist man einhellig der Ansicht, dass mit dem Wort „Gruseln“ nicht gemeint ist, wenn jemand Gänsehaut bekommt, wenn jemand Blut sieht, oder wenn er kaltes Wasser überbekommt. Mit diesem Gruseln ist vielmehr das „Erschaudern“ gemeint; der scheinbar dumme Junge geht hinaus, weil er angegriffen und angerührt ist von den Geheimnissen des Lebens, er möchte erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Dieses Angerührtsein von den letzten Geheimnissen des Lebens, das ist mit „Gruseln“ oder „Erschauern“ gemeint. Und die Heilige Schrift und die Urerfahrung der Menschen sind der Überzeugung, dass Menschsein nur gelingen kann, wenn wir uns diesem Schauer öffnen.
Niemand Geringerer als Goethe, der große Seelenkenner, hat dies im zweiten Teil des Faust gestaltet, wo Faust sagt: „Doch im Erstarren such’ ich nicht mein Heil, das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil, wie auch die Welt ihm das Gefühl verteuere, ergriffen fühlt er tief das Ungeheure.“
Abraham, von dem uns in der ersten Lesung berichtet wird, ist ein solcher Mensch, der nicht im Erstarren sein Heil gesucht hat, sondern im Erschaudern; der sich nicht von der Welt, von seiner Verwandtschaft verkaufen ließ, der sein Gefühl nicht wegdiskutieren ließ, sondern der ergriffen war von dem Flügelschlag der Ewigkeit, und daher das Ungeheure, das Unsagbare erlebt hat. Stellen wir uns diesen Abraham einmal vor, wie er seine Herden weidet, wie er unter klarem Sternenhimmel nachdenkt über Gott und über sich selbst. Da muss es gewesen sein, dass ihn der Windhauch der Ewigkeit gestreift hat. Das Unabdingbare, der Unbedingte hat ihn gerufen, und dieser Ruf bedarf keiner Begründung; er trifft Abraham in seinem Personenkern: Zieh weg, so wie bisher kann es nicht weitergehen. Deine Verwandtschaft, deine Familie wird dich für verrückt erklären, sie wird sagen, wie kann man sein bisheriges Leben aufs Spiel setzen und ins Ungewisse hineinziehen. Abraham war zu diesem Zeitpunkt immerhin schon um die 60 Jahre alt, er befand sich also auf der Höhe seiner Schaffenskraft; da hat er diese Krise erlebt, und er fragte sich: „Was soll eigentlich mein Leben, wo ich jetzt alles erreicht habe: ich habe Frau, natürlich keine Kinder, Knechte und Mägde und sehr viel Reichtum.“ Und in dieser Situation ist er dem unabdingbaren Ruf gefolgt, er hat sich von ihm locken lassen, es gibt kein zurück.
Gott spricht, und Abraham gehorcht. Die Schrift nennt das: Glauben. Glauben heißt: einem Ruf folgen, heißt: Antwort geben, heißt: sich vom Irdischen losreißen und sich am Absoluten festmachen. Glauben heißt nicht in der leeren Luft herumschwanken, Glauben heißt nicht Aussteigen um des Aussteigens willen, sondern heißt: das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen, und sich dort festmachen, wo die eigene Heimat ist.
"Wie auch die Welt ihm das Gefühl verteuere, ergriffen fühlt er tief das Ungeheure. Das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil" – immer wieder haben Männer und Frauen sich - ergriffen vom Ungeheuren - auf den Weg gemacht, haben etwas Unbekanntem, etwas in der Ferne Aufleuchtendem Raum gegeben. Das sind Erfahrungen im engeren Sinne, aber, so muss man hinzufügen, jede Berufung, auch in weiterem Sinne, steht unter dem Gesetz des „stirb und werde“. Diesen Windhauch der Ewigkeit, nennen wir es „Gott in uns“, haben nicht umsonst viele Dichter und Künstler erlebt, weil sie dafür eine Antenne haben. Wie ich die Welt anschaue, wie ich ins Leben hineinhöre, entscheidet schon über meinen Ruf und über meine Antwort.
Das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil – sollte nicht auch das heutige Evangelium unter diesen Gesichtspunkten neu gehört werden? Christus ist noch viel mehr aus sich herausgegangen als Abraham. Mose und Elija gesellen sich in dieser Ekstase zu ihm. Die strahlende Christuserscheinung bedeutet: wer aus sich herausgeht, und sich selbst überschreitet, sieht sein Leben in einem größeren Zusammenhang, er verlässt die gewohnten Kreise, er sieht alles in einem neuen Licht, und er spricht mit Petrus: hier ist gut sein; aber er darf nicht verweilen, das Verweilen wäre ein Verfehlung. Der Weg geht weiter. Glauben heißt nicht sitzen bleiben, Glauben heißt nicht Zuschauer bleiben, sondern blitzartig den Weg sehen, und dann lange Strecken in Dunkelheit gehen.
Von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen. Er kommt auf dem Höhepunkt des Märchens in das verwunschene Schloss, das voller Schätze ist und der Erlösung harrt. Doch die Schätze sind blockiert, böse Geister und Gespenster treiben ihr Unwesen. Ist dieses Schloss nicht ein Bild für unsere Erde, die voller Schönheit und voller verborgener Schätze ist, an die wir aber nicht herankommen? Das Gespenst des Krieges, der Hungersnot, der Verseuchung, sucht die Bewohner der Erde heim. Ist das nicht zum Aus-der-Haut-Fahren? Wer kann da ruhig sitzen bleiben? Doch im Erstarren such’ ich nicht mein Heil, das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil. Wer nicht mehr vor der Situation unserer Tage erschaudern kann, der soll sich lieber gleich begraben lassen. Erlösung geschieht durch die Menschen, die den Spuk bannen, die Abraham-Menschen, die Christus-Menschen, die die große Perspektive haben, die nicht zurückschauen, die nicht für sich selbst leben, die zum Segen werden für sich und für andere. Wer sein Leben festhalten will – das ist eine Form des Unglaubens – wird es verlieren, wer es aber wagt und hingibt, wird es für ewig gewinnen.
(Leo Schorr, Predigt am 17. März 1984)

der Abschied in Bildern

natürlich wurden an einem so "historischen Tag" wie gestern auch einige Fotos gemacht, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten...

Samstag, 27. Februar 2010

Adieu, du schöne Schweiz

So, jetzt wird es wirklich ernst. Gestern Abend haben wir noch ordentlich gefeiert und nun haben wir die letzte Messe in Rickenbach gefeiert. In einer Stunde heisst es dann, "Auf Wiedersehen" zu sagen, da die Schwestern im Mutterhaus uns schon erwarten.
Uns allen, denen, die hier bleiben und denen, die wir gehen, fällt der Abschied auf jeden Fall schwer, aber es bleibt wohl der in der Überschrift geschriebene Gruss "a Dieu" und so sind wir in Gott alle verbunden und von Arenberg nach Rickenbach und umgekehrt ist es ja eigentlich nur ein Katzensprung.
Vielen, vielen Dank an unseren lieben Rickenbacher Konvent für all das Gute, an all unsere lieben Mitarbeitenden und die herzlichen Schweizer für die herzliche Aufnahme, die uns die Zeit hier wirklich sehr versüsst hat. Bei jedem Stück Schweizer Schokolade werden wir an all das denken...
Die Welt ist und wird immer kleiner und so sehen wir uns alle wieder. Das ist das Schöne an diesem Umzug, das Kloster bleibt bestehen und es wird sich bestimmt die ein oder andere Gelegenheit finden, um wieder hierher zu kommen, so z.B. die Exerzitien im März, die ich wieder in Ilanz machen werde. Da liegt Rickenbach ja quasi auf dem Weg.
Bis zum Wiedersehen
Sr. Kerstin-Marie

Freitag, 26. Februar 2010

...was in 27 Koffer passt

...und 32 Kisten, ist nun tatsächlich verstaut!

Der Auszug aus Ägypten

Jetzt wird es langsam ernst: Im Flur türmten sich heute morgen noch Koffer, Kisten und Taschen, ebenso wie in manchen Zellen. Und wenn ich mir mein Zeug so anschaue, dann kann ich wohl froh sein, dass ich damals bei den Israeliten in Ägypten nicht dabei war, denn irgendwie kommt bei mir immer jede Menge Zeug zusammen, das verpackt und mitgenommen werden will.
Inzwischen ist auch Sr. Ursula auf dem Weg mit dem grossen Bulli ohne Rückbänke, der hoffentlich all unser Gepäck aufnimmt, damit wir uns dann morgen auf den Weg nach Arenberg machen können. Bevor es aber soweit ist, muss natürlich noch die Zelle von oben bis unten grundgereinigt werden, da ist es nur gut, dass die Zelle gar nicht so gross ist.
Heute Abend gibt es dann zum Abschied noch einen verlängerten Abendtisch, und nachdem wir gestern mit Pommes und heute mit Spaghetti mit Tomatensauce verwöhnt wurden, dürfen wir gespannt sein, was da heute Abend noch folgt. Das alles erleichtert den Abschied natürlich nur bedingt, aber da kann man wohl nichts dran ändern.
Sr. Kerstin-Marie

Donnerstag, 25. Februar 2010

Die schöne Schweiz II

Zum Abschied von Rickenbach und von der Schweiz entführte Sr. Maria uns und Sr. Angelina gestern nach Einsiedeln und Schwyz.
Gestartet bei eher mässigem Wetter in Rickenbach konnten wir gestern bei tiptop Wetter noch einmal ganz schöne Ecken der Schweiz entdecken, angefangen bei ihrem grössten Wallfahrtsort, der Benediktinerabtei Einsiedeln. Im 10. Jahrhundert als Einsiedelei gegründet, ist es heute eine riesige Abtei mit einer sehr grossen Barockkirche, gestaltet von den Brüdern Asam. War mir bis dato die Asamkirche in München in recht guter Erinnerung, die durch ihre Dunkelheit und dunklen Darstellungen auffällt, war ich positiv überrascht von dieser hellen Kirche. Natürlich barock-bunt mit dem grössten Deckenfresko der Schweiz. Die Unterkirche bot da eine schlicht-schöne Abwechslung, so dass wir dort erstmal zum Gebet verweilten. Im Auftrag von Ana Maria wurde dann noch der hl. Antonius aufgesucht, dem man an den Fuss fassen muss. Da das Gitter vor diesem Seitenaltarverschlossen war, zeigte sich ein langer Arm als sehr vorteilhaft, glücklicherweise waren die Gitterstäbe nicht zu eng aneinander.
Natürlich besuchten wir auch noch den Klosterladen, die Konkurrenz schläft schliesslich nicht, und trafen dort einen ehemaligen Gast von uns - so klein ist also auch die Welt in der Schweiz.
Vor der Weiterreise kehrten wir bei einem Italiener ein, der Jenny überwiegend Luft servierte, und waren dann gestärkt für die Weiterreise nach Schwyz, wo unsere Mutter Cherubine bei den Dominikanerinnen in St. Peter eingetreten war, ehe sie nach Arenberg kam. Auch wenn es keine direkten Hinweise auf M. Cherubine gibt und die Schwestern streng klausuriert leben, wir uns also mit Mutter Petra im Sprechzimmer, getrennt durch eine halbhohe Wand trafen, war es doch sehr schön, auf den Spuren unserer Gründerin zu wandeln und gleichzeitig so eine nette Begegnung mit M. Petra zu haben, die frisch und frei von ihrem Leben erzählte. Auch wenn wir viele Ähnlichkeiten zu unserem Leben entdeckten, könnten wir uns doch nicht vorstellen, mitten im Ort zu leben, aber nur in äusserst selten Fällen vor die Tür zu kommen.
Umso schöner, dass diese Begegnung möglich war, weswegen Sr. Maria sich gleich den Termin der Klosterchilbi am 4. Sonntag im September gemerkt hat, da es doch gut ist und gut tut, mit den Schwestern, bei denen unsere Wurzeln liegen, in Verbindung zu sein.
So ging dieser sehr schöne Tag zu Ende, auf dessen Wegen wir immer wieder auch die Landschaft bewunderten und so angefüllt sind von Bildern, die man nicht vergisst. Da fällt die Reise nach Arenberg doch gleich doppelt schwer.
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 21. Februar 2010

Die schöne Schweiz

Nur noch wenige Tage bleiben uns in der Schweiz, da wird es dringend mal Zeit für eine Lobhudelei, so gehalten am 6. Februar bei der Abschiedsparty mit unseren Mitarbeitenden:

Auf der Autobahn fährt man nie schneller als 120 /
wegen der empfindlichen Geldbussen *
das ist ganz anders als in Deutschland auf der A3. Man lässt sich einfach treiben *
und kommt völlig entspannt von A nach B.
Auch die SBB ist völlig unglaublich *
haben die Züge doch niemals Verspätung.
Wenn doch, ist das auch kein Problem, *
entweder sie holen es locker auf oder Anschlüsse und Postauto warten.

Zwar gibt es in der Schweiz keine Currywurst *
dafür aber viele andere leckere Dinge.
An erster Stelle steht da der Käse, *
ob als Raclette, Fondue oder einfach nur so.
Dann wäre da auch noch das Bündner Fleisch *
eine echte Delikatesse.
Den Höhepunkt aber bilden *
natürlich die herrlichen Süsswaren:
Sei es nun Branche /
oder wie man richtig sagt Branchli *
die Jenny liebt sie besonders.
Ganz wunderbar sind auch die Köstlichkeiten aus Maronen *
Tiramisu, Vermicelles, Creme; ich könnte drin baden.
Vergessen wir auch nicht die Schoggi *
sehr lecker, in heissem Zustand zu trinken.
Dazu noch etwas Schlagrahm, *
dann ist das Glück perfekt.

Hält man in der Schweiz die Augen offen *
sieht man Bilder, die man nie mehr vergisst.
An erster Stelle sind da die Berge zu nennen, *
das Panorama ist einfach unglaublich.
Dazu die herrlichen Seen, *
man kann es gar nicht fassen.
Um uns herum ist ja auch die pure Idylle, *
ob mit oder ohne Schnee.
Fährt man in diverse Täler, *
ist es dort wie vor hundert Jahren.
Ja, die Schweiz ist schon wirklich schön, *
wie gut, dass Mutter Cherubine hier geboren wurde.

Sprachlich hat es der Deutsche manchmal recht schwer, *
hat es hier doch so seine Eigenheiten.
Woher soll man denn wissen, *
dass „mou“ soviel meint wie „ja“?
Wenn jemand sagt, die Treppe abbe, *
meint das jetzt hoch oder runter?
Dann gibt es da noch die Chilbi, *
wir sagen dazu einfach Kirmes.
Neulich hörte ich das Wort „Fötöli“ *
und musste schwer nachdenken, was das wohl heisst.
Wie gut, dass man so viel Nachsicht mit uns hat *
und dann auch gerne Schriftsprache spricht.

Das sind ja nur ein paar Fetzen, *
von dem, wie es hier in der Schweiz so ist.
Noch wichtiger sind natürlich die Menschen *
und die sind schon sehr, sehr nett.

So geniessen wir bei traumhaftem Wetter die letzten Tage in der Schweiz...
Sr. Kerstin-Marie

Samstag, 20. Februar 2010

es tut sich was!

...man wundere sich und staune - eben habe ich mit der Kamera ein Ründchen durch den Garten gedreht, mich mal auf "Frühlingssuche" gemacht und: bin fündig geworden!! Entgegen anfänglicher Befürchtungen scheint also auch der Winter 2009/2010 ein Ende zu haben und wir dürfen in den kommenden Wochen wieder einmal das neu erwachende Leben bestaunen.
Mit diesen Fotos aus dem Arenberger Klostergarten wünsche ich all unseren Lesern einen gesegneten 1. Fastensonntag!
Sr. M. Ursula

Freitag, 19. Februar 2010

Wüstenzeit

Erfüllt vom Hl. Geist verließ Jesus die Jordangegend
… in diese Bewegung werden wir am 1. Fastensonntag durch das Evangelium hineingenommen.
Erfüllt vom Geist GOTTES, von Seinem Lebensatem, ohne den nichts gelingt, wie wir in der Pfingstsequenz beten, dürfen wir in die kommenden vierzig Tage der österlichen Bußzeit eintreten.
Der Heilige Geist weckt uns auf, führt uns heraus aus all dem, was uns hindert, uns Christus und Seiner erlösenden Kraft zu öffnen.
Diese Wüste, in der Jesus vom Hl. Geist selbst umgetrieben wird, ist nicht eine gottlose Gegend. Keineswegs. Sie war zu Seiner Zeit und für die ersten Frauen und Männer, die sich der Gottsuche in der Abgeschiedenheit dieser öden Landstriche aussetzten, der Ort der besonderen Gottesnähe.
Christus führt uns immer wieder in einen Exodus, in einen Auszug aus dem Gewohnten und Ver­trauten, weg von dem, was besetzt und die wachen Sinne raubt im Vielerlei des Alltags. Weg von dem, was Kopf und Herz verengt, was GOTT und Mensch klein hält und uns selbst einsperrt in unsere oft so unfreie Welt. Weggang, um einzuziehen ins Leben, in die uns längst schon geschenkte liebende Gottesnähe.
Fastenzeit als Wüstenzeit - die wünsche ich uns: Die Wüste war immer schon ein Bild für einen Lebensstil, der frei ist und frei machen will von der Ablenkung, vom Zustopfen, vom Absichern und Schützen.
Die ersten Mönche suchten GOTT in der ägyptischen Wüste. Sie riskierten sich, ließen sich ein auf das Ungeschützte, die Leere, auf eine tiefe innere Auseinandersetzung, die nicht selten einen Abstieg in die tiefsten Tiefen des eigenen Selbst bedeutete, um zu finden, wonach sie letztlich hungerten und mit ganzer Kraft verlangten: das volle Leben, das Heil, GOTT selbst.
Als dann das Mönchtum im Abendland Boden fand, war es ein drängendes Anliegen dieser Frauen und Männer, die Wüste mitzubringen in die Städte, in die Höhen und Täler fruchtbarer, oft auch wilden Landesstriche: wesentlich wurde die Wüste der Klausur und der Zelle. Hier bleibt der Mönch, bleibt die Nonne bei sich – ohne Ablenkung. Hier ist der Ort des Rückzugs, der Läuterung, des Kraftschöpfens. Die Stille, das Schweigen haben buchstäblich das Sagen; laut werden können die inneren Stimmungen, das, was im Innersten wohnt an Freude, an Glück, an Hoffnung und Sehnsucht, aber auch an Friedlosem, Unversöhntem, Unerlöstem. Laut werden kann die leise, unaufdringliche Stimme GOTTES.
Die Zelle kann ein Bild unseres eigenen Herzens sein: in der Fastenzeit bei mir selbst, in meinem Innern zu Hause bleiben, mich hören: meine Kräfte, meine Grenzen, das Helle, das Dunkle. Mit der Zelle in mir, die uns die hl. Katharina von Siena lehrt, wach in der Gegenwart GOTTES, öffnet sich die Klausur dann hinein in die Welt, die ich betrete: „Gehen in der Stille, arbeiten in der Stille, warten in der Stille - am Bus, beim Arzt, im Lärm des Verkehrs.“
Ein Mystiker unserer Tage gibt die Weisung:
„Wie kommen wir hinter den Lärm unserer Sinne,
unserer Ge­danken und Gefühle?
Wir müssen wohl lernen, nur zu schauen,
nur zu hören, ohne zu werten und zu urteilen.
Nur da zu sein, spüren und lauschen.
Ich probiere es öfters untertags, im­mer wieder
einmal fünf Minuten lang. -
Einzusehen, dass wir nichts machen können,
dass sich die Dinge ereignen, wenn wir ruhig werden,
dass wir Einfälle haben, wenn wir leer sind.
Nur dann kann ja etwas „einfallen".
Nur auf die Stille achten, die Stille hören.
Bis wir in der Stille arbeiten können, sprechen können,
bis die Ruhe der Hintergrund geworden ist,
auf dem sich alles zeigt.“

Still werden dürfen, ins Schweigen kommen als Bereitung auf das Hören des Wortes GOTTES in der Liturgie, auf das Geschehen in der Eucharistie, damit beides, Wort und Sakrament, Wegweisung im ganz Alltäglichen werden kann.
Still werden, ins Schweigen kommen, um meine Mitmenschen zu hören, um mich einzuüben in einen „verstehenden, offenen, behutsamen und hoffenden Dialog“.
Still werden, ins Schweigen kommen, um unsere Welt mit ihren Nöten in den Leerraum, in den Gottesraum des eigenen Herzen zu nehmen, damit auch durch mich die Erde heiler werden kann.

Von Herzen wünsche und erbitte ich uns, erfüllt vom Heiligen Geist diesen Exodus GOTTES, dieses Hinausgeführtwerden aus dem, was wir kennen, was uns längst vertraut ist, auch das Hinausgeführtwerden aus unseren Denkmustern. Mögen wir uns DEM öffnen, der uns sucht, der auf uns wartet und uns reich beschenken will mit Seiner Nähe und Seiner erlösenden Kraft: CHRISTUS.
Er ist es, der uns ins österliche Leben führt, aus der Enge in die Weite, wie wir es im Psalm 4 beten: „Da mir eng war, hast Du mir’s weit gemacht.“ (Übersetzung v. Bernhard Welte)
Ihnen eine reiche Zeit des Friedens und der Liebe,einen hellen Weg in die österliche Freiheit
Sr. M. Scholastika

Mittwoch, 17. Februar 2010

Die Erde zu heilen schuf Gott diese Tage

Ich gebe zu, so schön die ausgelassen-fröhliche Karnevalszeit auch ist, genauso freue ich mich auch in jedem Jahr, wenn mit dem Beginn der Fastenzeit innerlich und äußerlich wieder etwas mehr Ruhe einkehrt. Diese "Heiligen 40 Tage", in denen wir uns mit Leib und Seele auf das Osterfest vorbereiten, bedeuten mir schon von Kindesbeinen an sehr viel. So wie man an Fastnacht gerne mal etwas Verrücktes tut und in eine andere Rolle schlüpft, so betrachte ich die Fastenzeit als eine gute Gelegenheit, einmal ganz liebevoll (!) auf das zu schauen, was in meinem Leben im negativen Sinn ver-rückt ist, wo ich mich durch ungesunde Gewohnheiten vielleicht weit von dem entfernt habe, was ich eigentlich schon längst als gut und richtig erkannt hatte.
So steht für mich in diesen Tagen nicht der Verzicht im Vordergrund (obwohl es zugegebenermaßen auch ein schönes Gefühl ist, wenn man den inneren Schweinehund noch zu bändigen weiß ;-), sondern ich betrachte sie vielmehr als Einladung zur "Beziehungspflege" - wie steht es eigentlich um meine Beziehung zu Gott, zu meinen Nächsten, zu mir selbst? Wo möchte etwas in mir lebendig werden, dem ich möglicherweise viel zu wenig Raum gebe? Wo liegen meine inneren Quellen, aus denen ich die Freude und Kraft gewinne, meinen Alltag mit allen Auf's und Ab's zu bewältigen?
"Die Erde zu heilen schuf Gott diese Tage", so singen wir in der Fastenzeit in einem meiner Lieblingshymnen. Und ich wünsche uns allen, dass wir die kommenden Wochen nutzen, uns neu berühren, bewegen, heilen zu lassen von diesem Gott, der nichts anderes will, als dass wir das Leben haben und es in Fülle haben (vgl. Joh 10,10).
Sr. M. Ursula

Hört die Mahnung der Schrift:
Jetzt ist die Zeit der Gnade da,
Paulus sagt uns das Wort:
Jetzt ist die Stunde des Heils;
empfangt nicht vergeblich die göttliche Gabe.

Maßvoll lebe der Leib,
wachsam und lauter sei der Geist,
dass der Weg dieser Zeit
Durchgang zur Auferstehung sei.
Die Erde zu heilen schuf Gott diese Tage.

Zeichen schauen wir nun,
Irdisches wird zum Bilde hier;
denn das kreisende Jahr
lässt nach des Winters Frost und Nacht
den Frühling die Erde für Ostern bereiten.

Lasst uns loben den Herrn,
lieben die Werke, die er schuf,
froh erwarten den Tag,
der die Verheißung uns erfüllt!
Dem Vater, dem Sohne, dem Geist sei die Ehre!

Dienstag, 16. Februar 2010

Karneval in Rickenbach

Nicht nur Abgründiges in Arenberg, auch hier in Rickenbach war an Karneval so einiges los und wir gleiten quasi so langsam aus der Karnevalszeit heraus und haben heute die letzten Berliner und Kneuplätzchen verdrückt.
Angefangen hat für uns die heisse Zeit mit einem sehr witzigen Umzug hier in Rickenbach, der die anreisende Zen-Gruppe ein bisschen in die Irre führte und uns jede Menge Orangen bescherte, das sind nämlich hier die ortsüblichen Kamelle. Man bekommt sie, indem man jubelt und klatscht oder eine Schwester ist, einen richtigen Ruf, so wie im Rheinland oder in anderen Karnevalshochburgen, gibt es hier gar nicht.
Weiter ging es am Weiberdonnerstag mit einem gemeinsamen Abendessen mit unseren Pensionären bei uns im Refektorium, wobei die in den Gläsern versteckten Ü-Eier zwar ein bisschen an Ostern erinnerten, aber für viel Spass und Erheiterung sorgten.
Am Freitag stand das gemeinsame Schauen der Mainzer Sitzung auf dem Programm, wobei wir uns bis heute fragen, ob Bischof Stephan Ackermann im Fernsehen zu sehen war oder ob unser Wunsch Vater des Gedankens war.
Den Samstag krönten wir mit einem ausgiebigen Reibekuchenessen, um dann am Sonntag bereit zu sein für den Höhepunkt der Session: Die 2. Schürzensitzung! Gut 2,5 Stunden war die gute Laune in der Klausur nicht zu stoppen, eine Nummer jagte die andere und wir hörten von fliegenden Reibekuchen, lernten, warum es ganz klar ist, dass der Kuckuck kein Nest baut und konnten schwingende Tanzbeine sehen. Ein wirklich sehr schöner Abend. Schade nur, dass anschliessend die Nacht so kurz war. Allerdings hatte diese Feier einen entscheidenen Vorteil: Da wir in der Klausur feierten, konnte alles bis zum nächsten Morgen stehen bleiben - eine Party ganz nach meinem Geschmack.
Nun bereiten wir uns also schon so langsam auf die morgen anbrechende Fastenzeit vor, irgendwann kann man ja auch nicht mehr, aber die nächste Fastnacht kommt bestimmt.
Und hier gibt es die Bilder zum Artikel zu sehen.
Sr. Kerstin-Marie

Montag, 15. Februar 2010

Arenberger Abgründe


Ähnlichkeiten mit lebenden Schwestern sind natürlich rein zufällig und nicht beabsichtigt ;-)

Samstag, 13. Februar 2010

Jordan von Sachsen

Heute feiern wir Dominikaner und Dominikanerinnen eine für uns ziemlich wichtige Person, die allgemein in der Kirche aber eher unbekannt ist: Den seligen Jordan von Sachsen, unseren zweiten Ordensmeister, den direkten Nachfolger des hl. Dominikus.
Er muss ein ziemlich beeindruckender Mensch gewesen sein, der sich wohl unermüdlich für den Orden eingesetzt hat. Kaum eingetreten, wurde er ein Jahr später schon zum Generalkapitel gesandt und dann recht bald selber Ordensmeister. Er zog viele junge Menschen an, die alle in dieser Form der Nachfolge leben wollten.
Jordan von Sachsen verfasste außerdem das Buch "Von den Anfängen des Predigerordens" und führte den Brauch ein, nach der Komplet das Salve Regina zu singen.
Besonders schön und immer wieder ermutigend finde ich, dass Jordan von Sachsen eine enge Freundschaft mit Diana von Andalo pflegte. Er unterstützte sie dabei, selber Dominikanerin zu werden und war ihr in herzliche Zuneigung verbunden, ebenso wie sie ihm.
Somit ist ein geschwisterliches Miteinander quasi schon in unsere Wiege gelegt, was mir persönlich auch sehr am Herzen liegt, denke ich doch, dass wir uns gegenseitig unterstützen und bereichern können. So denke ich immer wieder gerne an unseren außerordentlich schönen Besuch bei unseren Mitbrüdern in Worms anläßlich der Dominikanischen Studienwoche in Speyer und hoffe sehr auf ein baldiges Wiedersehen.
Sr. Kerstin-Marie

Dienstag, 9. Februar 2010

Jetzt ist sie weg

"und ich bin wieder allein allein. Sie ist weg, davor wars schöner allein zu sein..."
Diese Zeilen der Fantastischen 4 drücken wohl die Wirklichkeit im Rickenbacher Konvent aus: Gestern morgen um 9.00 Uhr fuhr das rote Auto mit Sr. Scholastika an Bord in Richtung Arenberg davon.
Bevor es aber so weit war, gab es noch die ein oder andere Feierlichkeit zu bewältigen: Am Samstag Abend waren alle Mitarbeitenden und unsere Pensionäre zu einem Raclette-Abend eingeladen, bei dem Sr. Scholastika unter anderem ihre Kenntnisse über Deutschland beweisen musste. Da sie aber keinen einzigen Fehler machte, gab es auch keinen Grund, nicht wieder nach Deutschland einzureisen.
Auf dem Bild sieht man unsere Mitarbeitenden, wie sie sich für diesen Anlass extra in Schale geworfen hatten...
Am Sonntag verabschiedete sich dann die Pfarrei St. Margaretha im Rahmen der Sonntagsmesse, als Rickenbacherin ist unsere Generalpriorin ja ein Kind der Pfarrei. Anschließend hatten die Gemeindemitglieder noch die Gelegenheit, sich persönlich zu verabschieden.
Als am Abend dann alles gepackt war - oder so gut wie alles - gab es für uns im Konvent bei einem verlängerten Abendessen die Gelegenheit, die vergangen 2,5 Jahre ausklingen zu lassen. Da Sr. Scholastika als Generalpriorin ja nun häufig auf Reisen sein wird, muss sie ja alle Konvente visitieren, gab es von uns Schwestern zum Abschied alles, was man für die Reise braucht: Schuhcreme für unterwegs, kleine Textmarker, Duschgel, Volumenshampoo, eine Kulturtasche,... Damit steht der neuen Tätigkeit eigentlich nichts mehr im Wege und wir sind gespannt, welche Taten jetzt folgen.
Sr. Kerstin-Marie

Samstag, 6. Februar 2010

du kannst nicht alles haben...

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: So freut sich der ganze Mutterhaus-konvent derzeit riesig auf die Ankunft unserer lieben Generalpriorin Sr. M. Scholastika, die an diesem Wochenende ihre Zelte in Rickenbach abbrechen und am Montag wieder zurück auf den Arenberg ziehen wird. Kaum sind dann die Begrüßungsfahnen wieder weggepackt, gehen die Feierlichkeiten am Mittwoch, dem Festtag der Hl. Scholastika, munter weiter. Mal ganz zu schweigen vom kommenden Donnerstag, mit dem sich nicht für nur unsere rheinländischen Mitschwestern ja schon gleich wieder das nächste "Hochfest" anschließt ;-)
Das alles sind in der Tat ganz prickelnde Aussichten, der einzige - leider ziemlich große - Haken an der Sache ist, dass ich morgen zu einer Weiterbildung ins Kloster Schwarzenberg fahre und daher die ganze Woche nicht zuhause bin. Ich gebe zu, das tut doch ein kleines bißchen weh, und meine derzeitige Befindlichkeit kann ich ganz gut mit "leichtes bis mittelschweres Selbstmitleid" umschreiben. Nun ja, andererseits nehme ich es einfach wie es ist, und bin ich natürlich auch SEHR dankbar, diesen Kurs überhaupt besuchen zu können, der mir sicherlich für meine Aufgaben in Kloster Arenberg ziemlich hilfreich sein wird... Und wie heißt es außerdem so schön in einem Schlager aus der 70ern? Du kannst nicht alles haben ;o))
Wir hier im Mutterhaus denken an diesem Wochenende natürlich ganz fest an unsere Sr. M. Scholastika, die nun - ziemlich genau 20 Jahre nach ihrem ersten "Exodus" - zum zweiten Mal Abschied von ihrer alten Heimat nehmen muss. Wir wünschen ihr viel Mut, Kraft und Zuversicht für ihren neuen Lebensabschnitt und hoffen sehr, dass sie sich auch im Land der Salzkartoffeln wieder ganz schnell zuhause fühlen wird.
Sr. M. Ursula

Freitag, 5. Februar 2010

Frühling lässt sein blaues Band

Jeder kennt wohl dieses Gedicht von Eduard Mörike, das den Frühling ankündet. Und so scheint es auch mir so, als könnte es jetzt eigentlich gar nicht mehr lange dauern, auch wenn es heute wieder mal geschneit hat, aber Anfangs war auch Regen dabei, es war also heute schon wärmer!
Das beste aber ist, dass seit Lichtmess deutlich zu spüren ist, dass die Tage wieder länger werden - Gott sei Dank! Jetzt können wir abends in der Vesper noch ein bisschen Licht von draussen erkennen und wenn wir morgens in die Messe gehen, ist es auch nicht mehr stockfinster. Was für ein Segen, könnte es doch von mir aus ca. 20 Stunden am Tag hell sein. Wenn dann noch die Sonne scheint, bin ich ganz im Glück und versuche dann auch, auf alle Fälle vor die Tür zu kommen. Sei es zur Mittagspause faul in den Garten, auf den Balkon oder richtig nach draussen, die Sonne tut auf jeden Fall sehr gut. Kein Wunder also eigentlich, dass Christus das Licht ist und mit der Sonne verglichen wird, wenn ich doch selber schon merke, wie gut mir so ein Sonnenstrahl im Gesicht tut.
Deswegen hoffe ich, dass es jetzt ganz schnell, wir bald schon beim Aufstehen kein Licht mehr brauchen und es recht bald einen ganz schönen Frühling gibt.
Bis es aber soweit ist, werde ich mich noch ein bisschen in Geduld üben und täglich die Nase in den Wind halten, ob jetzt wohl die Frühlingsdüfte kommen.
Sr. Kerstin-Marie

Dienstag, 2. Februar 2010

"das Spannendste, was es gibt...

... ist das Leben mit Gott. Jetzt fange ich endlich an. Ich bin eine Novizin."
Dieses Zitat der Schweizer Benediktinerin Silja Walter entdeckte ich neulich in einer Broschüre zum Thema "Ordensleben" und musste darüber ziemlich lachen. Warum? Weil die Gute es nicht etwa am Anfang ihrer klösterlichen Laufbahn von sich gab, sondern im Alter von 75 Jahren, nachdem sie bereits über 45 Jahre Ordensleben "auf dem Buckel" hatte. Ich finde es einfach erfrischend und mutmachend, Menschen zu erleben, die sich das Feuer und die Verrücktheit der ersten Liebe bis ins hohe Alter bewahren (seien es nun Priester, Ordenschristen oder Ehepaare) . Solche Menschen müssen wohl auch Simeon und Hannah gewesen sein, von denen uns heute im Tages-Evangelium (Lk 2, 22-40) erzählt wird. Sie haben ihr ganzes Leben Gott geweiht, ein ganzes langes Menschenleben damit verbracht, auf Ihn zu warten, und erkannten Ihn dann schließlich mit der untrüglichen Gewissheit, die nur ein liebender Mensch haben kann, in dem Kind Jesus, das von seinen Eltern in den Tempel gebracht wurde - was eine wunderbare Geschichte!
Heute, am Fest der Darstellung des Herrn, feiern wir in der Kirche zugleich auch den "Tag des geweihten Lebens" - eine gute Gelegenheit, ihm noch einmal extra zu danken für den Ruf in Seine Nachfolge, für die ureigene Berufung, die Er jedem einzelnen Menschen zugedacht hat, für die niemals endende Spannkraft seiner Liebe, die unserem Leben Würze verleiht.
Sr. M. Ursula

Montag, 1. Februar 2010

Jugendlicher Besuch

Während unsere Gäste sonst die Lebensmitte meisten schon erreicht haben, hatten wir am Wochenende Besuch von ziemlich jungen Gästen: Der Firmkurs der Pfarrei Binningen/Bottmingen unter der Leitung von Pastoralassistentin Janique Behman war bei uns und ich durfte sie während der etwas mehr als 24 Stunden begleiten. Schwerpunkte des Wochenendes waren auf der einen Seite das Kennenlernen eines Klosters und wahrhaftiger Ordensfrauen, die sogar wissen, welches neuestest Produkt aus dem Hause Apple uns letzte Woche vorgestellt wurde ;-), und das Gleichnis vom Barmherzigen Vater, dem Verlorenen Sohn oder den zwei Brüdern, wie auch immer man dieses Gleichnis nennen möchte.
So standen in diesen beiden Tagen die Beschäftigung mit dem Bibeltext auf verschiedene Weise auf dem Programm: in unserem Aufenthaltsraum gab es am Nachmittag vier Stationen, die sich mit einzelnen Aspekten des Gleichnisses beschäftigten, im Konferenzraum stiegen die Jugendliche in einzelne Szenen des Textes über szenische Darstellungen ein und konnten so entdecken, was alles in dem Text steckt, daneben gab es eine Bildmeditation und am Abend noch bei schönstem Winterwetter im Mondschein einen Nachtspaziergang, der uns allerdings die eisigen Temperaturen so richtig spüren ließ.
Am Abend gab es dann in unserem Aufenthaltsraum noch eine Runde "Werwolf", was ganz nach meinem Geschmack war, sind wir doch im Noviziat zu wenige, um es alleine zu spielen.
Leider geht so ein Wochenende ja immer viel zu schnell um; schön aber, dass sich am Sonntag Nachmittag alle ziemlich zufrieden zeigten und einen Einblick in unser Leben bekommen konnten. Es dürfen gerne alle wiederkommen ;-)
Sr. Kerstin-Marie