Sonntag, 19. September 2010

John Henry Newman

Heute hat der Papst John Henry Newman in Großbritannien selig gesprochen. Ein Theologe des 19. Jahrhunderts, der ursprünglich der Anglikanischen Kirche angehörte, dann aber katholisch wurde. Ich begegnete ihm während meines Studiums, als ich in München eine Vorlesung über ihn hörte. Nicht, dass ich jetzt noch wahnsinnig viel über seine Theologie wüßte, aber ein paar Dinge sind mir doch hängen geblieben und ich fand ihn außerordentlich interessant.
Später dann begegnete er mir noch einmal in einem Gebet, das, so finde ich, viel von seiner Theologie und Spiritualität ausdrückt, weswegen ich es hier einstelle:

O Herr, ich gebe mich ganz in deine Hände. Mache mit mir, was du willst. Du hast mich für dich geschaffen. Ich will nicht mehr an mich selber denken. Ich will dir folgen. Was willst du, dass ich tun soll? Geh deinen eigenen Weg mit mir. Was du auch forderst, ich will es tun. Ich opfere dir die Wünsche, die Vergnügungen, die Schwächen, die Pläne, die Meinungen, die mich von dir fernhalten und mich auf mich selbst zurückwerfen. Mache mit mir, was du willst. Ich feilsche um nichts. Ich suche nicht im voraus zu erkunden, was du mit mir vorhast. Ich will das sein, wozu du mich haben willst; ich will all das, wozu du mich machen willst. Ich sage nicht: ich will dir folgen, wohin du gehst; denn ich bin schwach. Aber ich gebe mich dir, dass du mich führst, gleich, wohin. Ich will dir im Dunkel folgen und bitte nur um Kraft für meinen Tag.
O Gott, du bist so wundervoll bei mir gewesen alle Tage meines Lebens. Du wirst mich auch ferner nicht verlassen. Ich weiß es, obschon ich keine Rechte vor dir habe. Lass mich meinen Weg nicht gehen, ohne an dich zu denken. Lass mich alles vor dein Angesicht tragen, um dein Ja zu erfragen bei jedem Wollen und deinen Segen für jedes Tun. Wie die Sonnenuhr von der Sonne, so will ich allein bestimmt sein von dir. So sei es, mein Herr Jesus Christus. Ich gebe mich dir ganz.

Berührt von diesem Gebet
Sr. Kerstin-Marie

1 Kommentare:

  1. wow, das nenne ich Vertrauen
    ein sehr schönes Gebet

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