Sonntag, 23. Mai 2010

Pfingsten

Komm, Heiliger Geist,
der du dich zu meinem Verlangen gemacht hast,
und der du gemacht hast, dass ich nach dir verlange.

Symeon der neue Theologe
Kirchenväter erkannten in diesem "Komm" den spontanen Ruf der Seele, die im Tiefsten um ihre letzte Einsamkeit und Leere weiß, die doch durch nichts Bleibendes gesättigt werden kann als durch GOTT allein.
Der Heilige Geist
"füllt und übergießt alle Grunde und alle Herzen und Seelen, wo immer er Raum findet; die füllt er mit all dem Reichtum, den Gnaden, der Liebe und unbeschreiblichen Gaben. Und er füllt Täler und Tiefen, die ihm geöffnet sind".
So hat es Johannes Tauler meditiert und erkannt. Und mit seinen Worten empfiehlt er uns ein Lebensprogramm: Dem Heiligen Geist Täler und Kanäle unseres Herzens offen zu halten, bereit zu sein für diese Nähe, die uns erschüttern kann:
"Du - näher als ich mir selbst und innerlicher als mein Innerstes - und doch ungreifbar und unfassbar und jeden Namen sprengend."
(Edith Stein)
Welche Würde und damit auch welche Verantwortung Gott uns schenkt: Sein ganze Liebe ist im Heiligen Geist ausgegossen in unsere Herzen. Und es bleibt unsere Entscheidung, unsere Freiheit, ob wir ihn in unserem Leben annehmen und Ihm Raum geben - in der Stille, im Miteinander, in all unserem Tun und Denken.
Ich wünsche uns, dass jede und jeder Einzelne von uns und wir als Gemeinschaft pfingstlicher Raum werden für unsere Welt.
Sr. M. Scholastika

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