Heute feiern wir das Fest der Unschuldigen Kinder, das uns an den Kindermord durch Herodes erinnert. Die Antiphonen, Gesänge und Lesungen des Tages sind eigentlich eher düster und wenig fröhlich, aber aus irgendwelchen Gründen war es schon seit ewigen Zeiten üblich, an diesem Tag Narreteien zu vollführen bzw. die Kinder an die Macht zu lassen. Eigentlich war dieser Brauch bei uns ausgestorben, nachdem aber schon im letzten Jahr unsere älteren Mitschwestern von ihren Streichen in der Jugend berichtet hatten, konnten auch wir es uns nicht nehmen lassen, den 28. Dezember zu "unserem" Tag zu machen.
So auch heute wieder. Oft begann dieser Tag mit einem unendlich frühen Wecken, da wir aber nicht unbedingt als wahnsinnig eifrige Frühaufsteher bekann sind, startete der Tag ganz normal. Allerdings wurden die Plätze im Refektorium vertauscht, es gab heute eine spezielle Chortabelle und zu Tisch hörten wir ein Gedicht über den Mond von Goethe, Witze vor und nach der Mahlzeit sowie den Anfang des "Sams" von Paul Maar. Am Nachmittag waren dann alle Schwestern ins hauseigene Kino eingeladen, um ein paar visuelle Eindrücke davon zu bekommen, wie wir die Welt wahrnehmen.
Zum Abendessen erfüllten wir dann manchen von uns einen langgehegten Wunsch und brieten Reibekuchen in unserem Atrium. Erst rieben wir 5 Kilo Kartoffeln von Hand und anschliessend ging es los: Jenny durfte ein neues Talent entdecken und bediente ziemlich professionell drei Pfannen, was sie vorher noch nie getan hatte. Überhaupt war Braten und Kochen bislang nicht ihr Ding, aber das ist ja das schöne am und im Kloster: Fast täglich kann man neue Seiten und Talente an sich entdecken.
Nach dem sehr ausführlichen Abendessen - eben Reibekuchen mit Zucker und Apfelmus - durften wir dann das Regiment wieder in die Hände von Sr. Maria und Sr. Scholastika legen, worüber wir nicht ganz traurig waren.
Spass macht ein solcher Tag aber auf jeden Fall und ich freue mich schon auf die nächsten Unschuldig-Kinder-Feste.
Sr. Kerstin-Marie
Montag, 28. Dezember 2009
Freitag, 25. Dezember 2009
Weihnachtsfreude
Zusammen mit 2,3 Milliarden Christen auf der ganzen Welt feiern wir das Weihnachtsfest. Da es natürlich auch bei uns im Kloster "hoch her" geht, habe ich zwar leider nicht viel Zeit zum Schreiben, möchte aber doch wenigstens schon einmal einen herzlichen Gruß an unsere Blog-Leser mit allen guten Wünschen für ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest loswerden.
Möge die Freude über die Menschwerdung unseres Herrn und Gottes Jesus Christus auch uns allen ein "100%-Strahlen" ins Gesicht zaubern, das wünscht sich
Sr. M. Ursula
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Kirchenjahr
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Es weihnachtet sehr
Traditionellerweise kommen am Morgen des 24. Dezember immer junge Bläser hier aus Rickenbach, die uns und unsere Gäste musikalisch einstimmen. So wurden wir auch in diesem Jahr beglückt von verschiedenen Winter- und Weihnachtsmelodien und stimmten zum guten Schluss schon "O du fröhliche" an. Dabei wurde natürlich auch das ein oder andere Tränchen der Rührung weggeklimpert.
Ich denke, für unsere Gäste, die Pensionärinnen und uns Schwestern ist das ein sehr, sehr schöner Auftakt des Festes, vor allem, da die jungen Burschen wirklich tiptop Bläser sind, die mit ihrem Orchester in diesem Jahr Schweizer Meister wurden. Umso herzlicher bedanken wir uns für ihr Engagement, dass sie am 24. Dezember zu uns ins Haus kommen und für uns Musik machen. Da kann Weihnachten kommen.
Sr. Kerstin-Marie
Sonntag, 20. Dezember 2009
4. Advent
Gab es etwas, was ich mir für die Adventszeit vorgenommen hatte?
Ist nicht heute der richtige Tag, um mal in aller Ruhe am Nachmittag Kaffee zu trinken, Plätzchen zu essen und was zu lesen?
Wäre es nicht einfach eine gute Gelegenheit, um nochmal den Advent zu geniessen, die Kerzen am Adventskranz zu entzünden und die Gedanken an die vielleicht hektischen Weihnachtstage beiseite zu lassen.
Ich nehme mir für heute auf jeden Fall fest vor, alles ganz entspannt angehen zu lassen: Wenn ich Lust habe, schreibe ich noch die letzten Weihnachtskarten, aber wenn ich keine Lust habe, dann mache ich noch einen ausgedehnten Mittagsschlaf, lese die Zeitung von vorne bis hinten, bitte die Jenny um ein Buch und denke einfach nur an heute.
Das schafft mir dann vielleicht einen "Entspannungsvorteil" für Weihnachten, denn ist es nicht gut, jemanden, der kommen will, möglichst entspannt zu erwarten? Dann kann die Begegnung ganz schön werden, wenn zwei sich treffen und einer nicht daran denken muss, ob der Laden jetzt läuft, was als nächstes gegessen werden soll, wann wie der Tisch gedeckt werden muss usw.
So wünsche ich heute allen einen ganz schönen und entspannt-entspannenden vierten Adventssonntag.
Sr. Kerstin-Marie
Freitag, 18. Dezember 2009
Das Klösterchen in Arenberg
"Auf meinen gütigen und lieben Gott vertrauend, der mich in diesem wichtigen Augenblick gewiss nicht irre gehen lassen wird, bezeichne ich als den Ort meines künftigen Wirkens das Klösterchen in Arenberg"
- so schrieb sie in einem Brief am 14.12.1870. Was ihr diese Entscheidung abverlangt hat, wieviel Kraft es sie gekostet hat, ihre geliebte Schweizer Heimat zu verlassen, das können wir nur erahnen. Nach einer sehr bewegten Kindheit und Jugendzeit war es ihr sehnlichster Wunsch, dem kontemplativen Dominikanerinnenkloster in Schwyz beizutreten, doch bereits nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass das strenge Leben der klausierten Nonnen ihrer schwachen Gesundheit zuviel abverlangte. Heute können wir nur sagen "Gott sei Dank" - denn sonst wäre sie womöglich nie ausgewählt worden, dem Ruf des Arenberger Pfarrers Kraus zu folgen und dort mit zwei ihrer Schwestern ein kleines Klösterchen für die Pflege der Wallfahrtsstätten zu gründen.
Wenn man auf die bewegten ersten Jahre unserer Kongregation schaut, dann ist es einfach ein pures Wunder, dass es unsere Gemeinschaft überhaupt noch gibt, dass dieses kleine, zarte Pflänzchen nicht direkt nach der Gründung wieder eingegangen ist. Und wenn mich heute ab und zu mal Zukunftssorgen plagen, dann macht es mir wirklich Mut, zu sehen, wie Mutter M. Cherubine und ihre ersten Gefährtinnen einfach ins Dunkle hinein geglaubt haben, mit welch unerschütterlichem Gottvertrauen sie "einfach" Schritt für Schritt weiter gegangen sind. Ihre Hoffnung wurde nicht enttäuscht, und ihre liebende, bedingungslose Hingabe an den Willen Gottes machte das Unmögliche möglich.
An einem Tag wie heute sage ich einfach nur danke für das Lebenszeugnis dieser einfachen, aber doch so großen Frau und wünsche mir und uns allen etwas von ihrer Tapferkeit und Kühnheit, mit der sie sich - ungeachtet aller Widerstände und Anfechtungen - für Christus und das Heil der ihr anvertrauten Menschen einsetzte.
Sr. M. Ursula
An einem Tag wie heute sage ich einfach nur danke für das Lebenszeugnis dieser einfachen, aber doch so großen Frau und wünsche mir und uns allen etwas von ihrer Tapferkeit und Kühnheit, mit der sie sich - ungeachtet aller Widerstände und Anfechtungen - für Christus und das Heil der ihr anvertrauten Menschen einsetzte.
Sr. M. Ursula
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Gemeinschaft
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Mensch, komm doch!
Aber je lauter wir um das machtvolle Eingreifen Gottes in diese Welt flehen, um so eindringlicher meldet sich auch die Frage, ob Er unser Gebet denn überhaupt hört? Ich meine, wenn wir uns die Zustände in dieser Welt anschauen, dann scheint sich ja in den letzten paar tausend Jahren nicht wirklich viel geändert zu haben. Die Erfahrung der scheinbaren „Gottferne“ verbindet uns Menschen über alle Jahrhunderte hinweg.
Nun sind es ziemlich genau 6 Jahre her, dass ich im Trierer Dom zu dieser Fragestellung eine tief beeindruckende Predigt von – damals noch - Kardinal Ratzinger hörte. Er ging aus von einem Vers aus Psalm 80:
„Erwecke deine Macht und komm zu unserer Rettung“.
Das war der Ruf des Volkes Israels im Exil, in einer Stunde, in der Gott abgetreten zu sein schien, es war der Schrei der Jünger auf dem See Genezareth, als Jesus zu schlafen schien, während ihr Boot unterzugehen drohte, es war die adventliche Bitte der Kirche in den Zeiten der Verfolgung, in der die ganze Macht des römischen Reiches gegen die kleine Schar der Gläubigen stand; aber auch in der Zeit ihrer politischen und gesellschaftlichen Anerkennung stand die Kirche immer wieder in der Gefahr, sich zu verlieren und musste umso lauter rufen „Erwecke Deine Macht und komm“. Und heute, wo der Glaube in unserer Welt zu verdunsten droht, schreien wir diesen Ruf nochmals mit neuer Eindringlichkeit. Gott, sei nicht ein Gott der Vergangenheit, sondern der Gott-mit-uns, ein Gott, der uns in die Zukunft führt!
Interessant ist, dass wir nicht zu Gott beten: "Wach auf", so als ob wir befürchten müssten, er schliefe, sondern wir bitten „Wecke Deine Macht auf und komm“.
Gott hat seine Macht in dieser Welt zum Ausdruck gebracht durch Jesus Christus, seinen gekreuzigten Sohn. Und gerade in dieser größten Offenbarung seiner Macht wird deutlich, dass die Macht Gottes nur sehr wenig mit unseren Machtvorstellungen zu tun hat – sie scheint, wie Paulus so treffend im Korintherbrief sagt, in den Augen der Welt nichts als Schwachheit und Torheit zu sein (vgl. 1 Kor 1,18 ff.). Diese Macht Gottes, sie offenbart sich in der Geschichte immer wieder durch Menschen, die bereit sind, dass Er durch sie in dieser Welt wirken darf. In Stunden schlimmster Bedrängnis war es vor allem das Zeugnis der Märtyrer und derer, die mit ihrem Glauben ernst machten, durch die die Menschen Gottes machtvolles Wirken erfahren haben. Immer wieder standen Menschen auf, um sich mutig gegen Unrecht und Gewalt zu erheben. Nein, Gott kommt nicht mit großen Heeren in diese Welt, sondern er erweist seine Macht durch alle Jahrhunderte hindurch ganz leise in den Herzen von Menschen. Und so rückt uns diese Bitte – Wecke deine Macht auf und komm! direkt auf den Leib. Gott kann nur durch uns in dieser Welt wirken. In uns schläft seine Macht, und so können wir ihn bitten, dass er uns aus unserer Verschlafenheit weckt, in der wir ihn nicht mehr wahrzunehmen vermögen.
„Das Christentum ist kein Moralismus, der uns vorgaukelt, wir bräuchten nur die Ärmel hochzukrempeln und dann würde die Welt zum Paradies; aber es ist auch nicht geprägt durch eine Alleinwirksamkeit Gottes, in der wir nur Zuschauer wären und zu warten brauchen. Nein Gott bezieht uns ein, durch uns will er seine heilige und neue Macht, die Macht der Wahrheit und der Liebe in dieser Welt zur Geltung bringen.“ - so fasste Kardinal Ratzinger damals seine Gedanken zusammen.
Diese Predigt, sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und geht mir bis heute nach. Und so bitte ich in diesen Tagen - fest darauf vertrauend, dass die törichte Macht der Liebe das letzte Wort haben wird - Gott vor allem darum, dass Er seine Kraft in mir und in uns erwecken möge, damit Er durch uns in dieser Welt wirken kann.
Sr. M. Ursula
Interessant ist, dass wir nicht zu Gott beten: "Wach auf", so als ob wir befürchten müssten, er schliefe, sondern wir bitten „Wecke Deine Macht auf und komm“.
Gott hat seine Macht in dieser Welt zum Ausdruck gebracht durch Jesus Christus, seinen gekreuzigten Sohn. Und gerade in dieser größten Offenbarung seiner Macht wird deutlich, dass die Macht Gottes nur sehr wenig mit unseren Machtvorstellungen zu tun hat – sie scheint, wie Paulus so treffend im Korintherbrief sagt, in den Augen der Welt nichts als Schwachheit und Torheit zu sein (vgl. 1 Kor 1,18 ff.). Diese Macht Gottes, sie offenbart sich in der Geschichte immer wieder durch Menschen, die bereit sind, dass Er durch sie in dieser Welt wirken darf. In Stunden schlimmster Bedrängnis war es vor allem das Zeugnis der Märtyrer und derer, die mit ihrem Glauben ernst machten, durch die die Menschen Gottes machtvolles Wirken erfahren haben. Immer wieder standen Menschen auf, um sich mutig gegen Unrecht und Gewalt zu erheben. Nein, Gott kommt nicht mit großen Heeren in diese Welt, sondern er erweist seine Macht durch alle Jahrhunderte hindurch ganz leise in den Herzen von Menschen. Und so rückt uns diese Bitte – Wecke deine Macht auf und komm! direkt auf den Leib. Gott kann nur durch uns in dieser Welt wirken. In uns schläft seine Macht, und so können wir ihn bitten, dass er uns aus unserer Verschlafenheit weckt, in der wir ihn nicht mehr wahrzunehmen vermögen.
„Das Christentum ist kein Moralismus, der uns vorgaukelt, wir bräuchten nur die Ärmel hochzukrempeln und dann würde die Welt zum Paradies; aber es ist auch nicht geprägt durch eine Alleinwirksamkeit Gottes, in der wir nur Zuschauer wären und zu warten brauchen. Nein Gott bezieht uns ein, durch uns will er seine heilige und neue Macht, die Macht der Wahrheit und der Liebe in dieser Welt zur Geltung bringen.“ - so fasste Kardinal Ratzinger damals seine Gedanken zusammen.
Diese Predigt, sie hat mich sehr nachdenklich gemacht und geht mir bis heute nach. Und so bitte ich in diesen Tagen - fest darauf vertrauend, dass die törichte Macht der Liebe das letzte Wort haben wird - Gott vor allem darum, dass Er seine Kraft in mir und in uns erwecken möge, damit Er durch uns in dieser Welt wirken kann.
Sr. M. Ursula
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Montag, 14. Dezember 2009
Jahresrückblick
...mal ganz ohne Worte
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Freitag, 11. Dezember 2009
Eine Heldin
Unsere liebe Sr. Friedgardis, seit Montag 83 Jahre alt, mutierte heute zur wahrhaften Heldin. Zwar sitzt sie jeden Nachmittag treu an der Pforte, nimmt Telefonate an, verkauft Karten, Kerzen und Bücher, ist für ein Gespräch zu haben, betet den Rosenkranz, faltet Liedblätter und sitzt dabei die ganze Zeit vor dem Computer, war aber bislang diesem Gerät extrem skeptisch gegenüber. Sie liess sich sogar zu der Behauptung hinreissen, dass die Herzuntersuchung letztes Jahr nicht klappte, weil der "Contuter" und sie sich einfach nicht leiden könnten.
Nun naht aber Weihnachten und wie jedes Jahr wollen schier unendliche Mengen an Weihnachtspost verschickt werden. Aufgrund des glücklichen Umstandes, dass wir eine ganz schöne Zahl an neuen Gästen hatten, ist die Anzahl der Briefe noch weiter gestiegen. Und weil wir die Briefumschläge unmöglich von Hand beschriften könnten, muss natürlich der Computer diese Aufgabe übernehmen. Nun ist unser Drucker aber nicht so begeistert von der Aufgabe, Briefumschläge zu bedrucken, so dass man jeden Briefumschlag einzeln in den Handeinzug geben und jedes Mal den Butten "Weiter" anklicken muss. Da dauert es natürlich elendig lange, bis alle 800 Briefumschläge oder so gedruckt sind.
Und deswegen wurde heute Sr. Friedgardis gefordert: Die Stunden, die sie am Nachmittag an der Pforte ist, könnten wunderbar dafür genutzt werden, die Umschläge zu bedrucken. War sie heute morgen gar nicht froh mit dem Gedanken, da jetzt etwas am Contuter machen zu müssen, freundete sie sich am Vormittag erstmal mit der Maus an, die sie jetzt liebevoll Mäuschen nennt und mit der sie schon den Doppelklick kann und damit weiter ist als manch anderer...
Heute nachmittag war es dann soweit: Nachdem Jenny und ich uns durch den Briefassistenten gekämpft hatten, war Sr. Friedgardis gefragt und musste die Briefumschläge richtig in den Handeinzug geben, dann immer das "Weiter" anklicken, die bedruckten Umschläge ins Kästchen räumen und dafür sorgen, dass das Mäuschen immer an der richtigen Stelle war. Das machte sie so voller Eifer und Konzentration, dass sie sich beim Abendessen sogar zu der Bemerkung hinreissen liess, lieber würde sie noch etwas am Contuter arbeiten, als Zucchini zu essen.
Durch den Erfolg an der Maschine beflügelt konnte sie es sich heute Abend auch nicht nehmen lassen, mal etwas Sambal Oelek zu probieren. Unsere Warnungen, dass die Menge auf ihrem Löffel eindeutig zu gross sei, um sie auf einmal zu geniessen, schlug sie mannhaft in den Wind und meinte nur: "Dann hab ich es hinter mir!" Dazu wurde das ganze noch zwischen etwas Käse und Salat versteckt. Tatsächlich überlebte die Gute diese Schärfe, urteilte anschliessend jedoch: "Ich kann nicht verstehen, wie man das Zeug essen kann." Aber immerhin, sie hat es todesmutig probiert.
Da bleibt mir nur zu hoffen, dass ich in 53 Jahren auch noch so offen bin für Neues und Sr. Friedgardis uns noch lange erhalten bleibt.
Sr. Kerstin-Marie
Nun naht aber Weihnachten und wie jedes Jahr wollen schier unendliche Mengen an Weihnachtspost verschickt werden. Aufgrund des glücklichen Umstandes, dass wir eine ganz schöne Zahl an neuen Gästen hatten, ist die Anzahl der Briefe noch weiter gestiegen. Und weil wir die Briefumschläge unmöglich von Hand beschriften könnten, muss natürlich der Computer diese Aufgabe übernehmen. Nun ist unser Drucker aber nicht so begeistert von der Aufgabe, Briefumschläge zu bedrucken, so dass man jeden Briefumschlag einzeln in den Handeinzug geben und jedes Mal den Butten "Weiter" anklicken muss. Da dauert es natürlich elendig lange, bis alle 800 Briefumschläge oder so gedruckt sind.
Und deswegen wurde heute Sr. Friedgardis gefordert: Die Stunden, die sie am Nachmittag an der Pforte ist, könnten wunderbar dafür genutzt werden, die Umschläge zu bedrucken. War sie heute morgen gar nicht froh mit dem Gedanken, da jetzt etwas am Contuter machen zu müssen, freundete sie sich am Vormittag erstmal mit der Maus an, die sie jetzt liebevoll Mäuschen nennt und mit der sie schon den Doppelklick kann und damit weiter ist als manch anderer...
Heute nachmittag war es dann soweit: Nachdem Jenny und ich uns durch den Briefassistenten gekämpft hatten, war Sr. Friedgardis gefragt und musste die Briefumschläge richtig in den Handeinzug geben, dann immer das "Weiter" anklicken, die bedruckten Umschläge ins Kästchen räumen und dafür sorgen, dass das Mäuschen immer an der richtigen Stelle war. Das machte sie so voller Eifer und Konzentration, dass sie sich beim Abendessen sogar zu der Bemerkung hinreissen liess, lieber würde sie noch etwas am Contuter arbeiten, als Zucchini zu essen.
Durch den Erfolg an der Maschine beflügelt konnte sie es sich heute Abend auch nicht nehmen lassen, mal etwas Sambal Oelek zu probieren. Unsere Warnungen, dass die Menge auf ihrem Löffel eindeutig zu gross sei, um sie auf einmal zu geniessen, schlug sie mannhaft in den Wind und meinte nur: "Dann hab ich es hinter mir!" Dazu wurde das ganze noch zwischen etwas Käse und Salat versteckt. Tatsächlich überlebte die Gute diese Schärfe, urteilte anschliessend jedoch: "Ich kann nicht verstehen, wie man das Zeug essen kann." Aber immerhin, sie hat es todesmutig probiert.
Da bleibt mir nur zu hoffen, dass ich in 53 Jahren auch noch so offen bin für Neues und Sr. Friedgardis uns noch lange erhalten bleibt.
Sr. Kerstin-Marie
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Donnerstag, 10. Dezember 2009
LEBENDIGER Adventskalender
Oh Gott, was haben wir heute abend gelacht!!! Seit einigen Jahren organisieren einige Ehrenamtliche der Aren-berger Pfarrgemeinde St. Nikolaus an jedem Abend im Advent einen so genannten "lebendigen Adventskalender". Vom 01.-23. Dezember trifft man sich immer an der Tür eines Arenberger Hauses zu einer kleinen Andacht mit Liedern und Texten und anschließendem kurzen Plausch. Natürlich ist da das Mutterhaus der Dominikanerinnen auch mit von der Partie, und heute war unser großer Tag gekommen. Um 18 Uhr trafen sich alle bei uns vor dem Kloster, wir waren natürlich bestens "gerüstet", Sr. M. Irmlinde hielt einen schönen Impuls, wir sangen, was das Zeug hielt und zur Feier des Tages hörte es sogar mal auf zu regnen. Doch kurz bevor das Ende nahte wurde unser Gesang von jähem Sirenengeheul übertönt - oh Schreck - Feueralarm!! Unser immer besorgter Geschäftsführer Herr Grunau und einige Schwestern liefen sofort ins Haus, und Gott sei Dank konnte der "Brandherd" sehr schnell ausfindig gemacht werden. Nun ja, ich will Euch nicht allzu sehr auf die Folter spannen - es war der große Glühweintopf, der just unter einem Feuermelder stand, als die Glühwein-und-Kinderpunsch-Verteilschwestern den Deckel aufmachen und die dampfenden heißen Köstlichkeiten in die Gläser füllen wollten. Wenige Minuten später hörten wir schon aus der Ferne die Sirenen dreier großer Löschzüge, die sich von Koblenz aus in rasender Geschwindigkeit mit geschätzten 40 Feuerwehrleuten an Bord dem Kloster Arenberg näherten. Die Feuerwehrmänner, sie mussten natürlich ganz furchtbar lachen, als sie statt eines brennenden 100-Betten-Gästehauses nur etwa 50 ratlose, um einen Glühweintopf versammelte Schwestern vorfanden. Also ich vermute mal ganz stark, dass das heute abend für sie der erste "Einsatz" dieser Art in einem Kloster war - und wahrscheinlich werden sie darüber noch in 10 Jahren lachen.Eines steht nun aber fest - am heutigen Abend haben wir wirklich Maßstäbe gesetzt, und die anderen "Türchen", die nun in den nächsten Tagen in Arenberg geöffnet werden, müssen sich ganz schön anstrengen, um mit der Lebendigkeit des Adventskalenders an der Arenberger Klostertür mitzuhalten ;-))
Eine gute Nacht wünscht
Sr. M. Ursula
Sr. M. Ursula
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Dies und das
Ausflug in eine fremde Welt
"Wenn einer eine Reise tut" - so lautete der Titel unseres Arenberger Klosterforums im 2. Halbjahr 2009. Nach "Ausflügen" ins Weltall und in die Sahara bekamen wir Schwestern und unsere Gäste gestern abend als krönenden Abschluss einen hochspannenden Vortrag über ein fast vergessenes Land in Südostasien zu hören. Unsere Verwaltungsleiterin Frau Hierold, entführte uns fast zwei Stunden lang nach Myanmar (Burma). Sie hat dieses Land vor einigen Jahren für sich entdeckt und ist überaus fasziniert von seiner Unberührtheit und Ursprünglichkeit, aber auch von der Freundlichkeit der Menschen.Für mich war es einfach prickelnd, einmal einen Einblick in eine für uns so fremde Kultur zu bekommen, fundiertes, differenziertes Hintergrundwissen über die politischen Verwicklungen zu erhalten, mit buddhistischen Denkweisen und Vorstellungen konfrontiert zu werden und nicht zuletzt die wunderbaren, fast unwirklichen Fotos auf mich wirken zu lassen. Man hatte wirklich das Gefühl, in eine andere Welt einzutauchen.
Die Christen gehören in Myanmar natürlich zu einer ganz kleinen Minderheit, umso spannender finde ich, dass es - wie ich inzwischen von einem Mitbruder hörte - dort sogar einige "dominikanische Aufbrüche" gibt, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann.
Um so viele Impressionen bereichert, starte ich nun heute morgen gut gelaunt in einen langen Sitzungstag :-)
Sr. M. Ursula
Bildquelle: Ralf-André Lettau - Wikipedia
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Dienstag, 8. Dezember 2009
Voll der Gnade
Wir feiern heute das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, und ich kann mir vorstellen, dass allein der Name dieses Festes bei vielen erst einmal Kopfschütteln oder höchstens noch ein müdes Lächeln auslöst. Wie kann man nur im 21. Jahrhundert ein solches Fest feiern, das ist doch mal wieder typisch katholisch. Ich gebe zu, früher war ich auch immer ziemlich flott mit Urteilen dieser Art, doch seit ich im Kloster Gelegenheit habe, diesen Festgeheimnissen etwas auf den Grund zu gehen, kann ich manchmal einfach nur staunen über den Reichtum, der mir da oft entgegen kommt. Und für das heutige Hochfest gilt das ganz besonders.Allein auf den Begriff „Erbsünde“ habe ich lange Zeit ziemlich allergisch reagiert – wie kann man den Sünde bitte schön erben? Soll etwa ein kleines, unschuldiges Kind dafür büßen, daß die Generationen vor ihm Mist gebaut haben? Und was ist das für ein Gott, der so etwas auch noch gut heißt? Das kann ja wohl nicht wahr sein.
Der Rickenbacher Pfarrer Markus Brun verglich die Erbsünde einmal – wie ich finde sehr anschaulich – mit dem Sand im Getriebe unseres Lebens. Dieser „Sand“ sei in allererster Linie das Misstrauen gegenüber der bedingungslosen Liebe Gottes, das uns allen irgendwie mehr oder mal weniger in den Gliedern steckt. Die Angst, Er wolle mir etwas nehmen, was ich lebensnotwendig brauche, die Angst, Ihm nicht zu genügen, die Angst, Er gönnt mir nichts, die Angst, zu kurz zu kommen, die Angst vor Strafe… eben alles, was uns verwirrt, was uns mutlos und zaghaft macht und zur Folge hat, dass wir uns Ihm gegenüber verschließen. Wenn ich an einen Gott glaube, der als strafender Richter da oben sitzt und nur darauf wartet, dass ich einen Fehler mache, dann muss ich mich – ganz zu Recht! – vor ihm in Sicherheit bringen.
Im Fest der Unbefleckten Empfängnis feiern wir heute Maria als einen Menschen, an der Gott nur deshalb so Großes tun konnte, weil sie Ihm ihr bedingungsloses Ja gegeben hat. Dieses JA zu Seinem Weg mir ihr konnte sie ihm nur deshalb geben, weil Gott selbst zuvor an ihr gehandelt hatte, weil sie „voll der Gnade“, d.h. voll der Liebe Gottes war. Und diese existentielle Erfahrung seiner Liebe machte sie ganz offen, schenkte ihr felsenfestes Vertrauen in Seinen Weg mit ihr.
Als ich in den letzten Tagen damit beschäftigt war, für unsere Schwestern und Gäste eine Einstimmung in den heutigen Festtag vorzubereiten, fand ich einige sehr gute Gedanken von Papst Benedikt, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:
"Im Gruß des Engels „Sei gegrüßt Du Begnadete“ erhält Maria einen Ehrentitel, wie er in der ganzen Heiligen Schrift nur einmal vorkommt, und der vor ihr noch nie einem Menschen zuteil wurde. Der Titel ist in passiver Form ausgedrückt, aber diese "Passivität" Mariens, die von jeher und für immer die vom Herrn "Geliebte" ist, schliesst ihre freie Zustimmung, ihre persönliche und eigene Antwort ein: Im Geliebtsein, im Empfangen der Gabe Gottes, ist Maria ganz aktiv, weil sie die Flut der Liebe Gottes, die sich in sie ergiesst, in persönlicher Bereitschaft aufnimmt.
Die Liebe Gottes, der sich selber für uns und an uns verloren hat, schenkt auch uns die innere Freiheit, unser Leben "loszulassen" und so das wirkliche Leben zu finden. Die Teilhabe an dieser Liebe hat einst Maria die Kraft gegeben zu ihrem vorbehaltlosen Ja. Angesichts der rücksichtsvollen und feinfühligen Liebe Gottes, der zur Verwirklichung seines Heilsplanes auf die freiwillige Mitwirkung seines Geschöpfes wartet, konnte sie alle Bedenken fallen lassen und sich vertrauensvoll bei diesem grossen, unerhörten Plan in seine Hand geben."
"Im Gruß des Engels „Sei gegrüßt Du Begnadete“ erhält Maria einen Ehrentitel, wie er in der ganzen Heiligen Schrift nur einmal vorkommt, und der vor ihr noch nie einem Menschen zuteil wurde. Der Titel ist in passiver Form ausgedrückt, aber diese "Passivität" Mariens, die von jeher und für immer die vom Herrn "Geliebte" ist, schliesst ihre freie Zustimmung, ihre persönliche und eigene Antwort ein: Im Geliebtsein, im Empfangen der Gabe Gottes, ist Maria ganz aktiv, weil sie die Flut der Liebe Gottes, die sich in sie ergiesst, in persönlicher Bereitschaft aufnimmt.
Die Liebe Gottes, der sich selber für uns und an uns verloren hat, schenkt auch uns die innere Freiheit, unser Leben "loszulassen" und so das wirkliche Leben zu finden. Die Teilhabe an dieser Liebe hat einst Maria die Kraft gegeben zu ihrem vorbehaltlosen Ja. Angesichts der rücksichtsvollen und feinfühligen Liebe Gottes, der zur Verwirklichung seines Heilsplanes auf die freiwillige Mitwirkung seines Geschöpfes wartet, konnte sie alle Bedenken fallen lassen und sich vertrauensvoll bei diesem grossen, unerhörten Plan in seine Hand geben."
Im heutigen Fest feiern wir also - und das ist das Schönste! - nicht nur die Liebes-Geschichte Gottes mit Maria, sondern es ist unser aller Fest, denn es zeigt uns die wahre Größe unseres Menschseins, es schenkt uns die Gewissheit, dass wir von Gott ganz und gar geliebt sind. Dieser Liebe dürfen wir trauen - in guten und in schweren Zeiten.
Sr. M. Ursula
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Montag, 7. Dezember 2009
Der Heilige Rock
Wie ja wahrscheinlich die meisten wissen, befindet sich im Trierer Dom quasi seit Urzeiten der heilige Rock. Also die Tunika, die Christus selber getragen hat (naja, wie das halt so ist mit den Reliquien, ob sie wirklich echt sind, sei mal dahingestellt) und die die hl. Helena nach Trier brachte. Dort war der Rock lange Zeit eingemauert und wurde zum ersten Mal 1512 wieder ans Tageslicht geholt. Seit 1513 fanden dann in unregelmässigen Abständen Wallfahrten zum Heiligen Rock statt, bei dem er ausgestellt und so für alle sichtbar wurde. Im 20. Jahrhundert war das dreimal der Fall, nämlich 1933, 1959 und 1996.2012, zum 500. Jubiläum der ersten öffentlichen Zeigung des Rockes, soll es wieder so weit sein, dann sind alle eingeladen, nach Trier und zum Heiligen Rock zu pilgern. Nachdem das 2007 von Bischof Reinhard Marx angekündigt wurde, hat der jetzige Bischof von Trier, Stephan Ackermann, alle eingeladen, sich an der Suche eines Mottos für die Wallfahrt zu beteiligen.
Hiess das Leitwort 1996 "Mit Jesus Christus auf dem Weg", so geht es jetzt darum, ein neues Leitwort zu finden. Das soll, so Bischof Stephan an das Bistum, kurz und prägnant sein und soll ausdrücken, was Jesus Christus heute von uns will.
Ich finde es gut, dass alle eingeladen sind, sich an der Leitwortsuche zu beteiligen, so kann schon im Voraus eine Auseinandersetzung mit der Wallfahrt stattfinden und ich merke, dass es mir grosse Lust auf die Wallfahrt macht. Offensichtlich macht es auch anderen Menschen im Bistum Lust auf die Wallfahrt, denn über 60 Leitwortvorschläge sind schon auf der Homepage des Bistums zu sehen. Vielleicht, und das hoffe ich, fällt uns bis zum 1. März auch noch etwas ein, denn was Christus von uns heute will, das fragen wir uns ja eigentlich jeden Tag neu.
Und dann freue ich mich auf die Wallfahrt und hoffe natürlich, dann auch nach Trier zu kommen. Bis es aber soweit ist, beten wir sicher noch das ein oder andere Mal das Trierer-Heilig-Rock-Gebet:
Jesus Christus, Heiland und Erlöser,
erbarme dich über uns
und über die ganze Welt.
Gedenke deiner Christenheit
und führe zusammen, was getrennt ist. Amen.
Sr. Kerstin-Marie
Bildquelle: Wikipedia.de
Sonntag, 6. Dezember 2009
Ursula, erhebe dich!
(Bar 5, 5; 4, 36)
Dieser Vers aus dem Buch Baruch, den wir heute in der Hl. Messe vor der Kommunion gehört haben, ging mir den ganzen Tag nach. Ich musste unweigerlich an ein Naturschauspiel denken, das ich diesen Januar erleben durfte und das mit Sicherheit zum Schönsten gehört, was ich je gesehen habe. In Rickenbach saßen wir Anfang Januar mehr als eine Woche so richtig im Nebel, und zwar so, dass es gar nicht wirklich hell wurde und man dazu die Hand nicht vor Augen sah. Ich bin ja wettermäßig nicht sehr empfindlich, aber diese Tristesse wurde mir dann irgendwann doch zuviel und ich bekam - wie man im Saarland so schön sagt - ganz fies "die Flemm". Eines Sonntags saß ich in meiner Zelle, suhlte mich regelrecht in meiner schlechten Laune und konnte mich noch nicht einmal zu meinem sonst üblichen Sonntagsspaziergang motivieren. Doch dann gab ich mir selbst einen Stoß, denn ich wusste, dass ich ein bißchen frische Luft dringend nötig hatte. Ich machte mich also auf, ging missmutig ein paar Meter durch die Nebelsuppe den Buttenberg hinauf, und: auf einmal merkte ich, dass es heller wurde. Ich ging noch ein paar Meter weiter, es wurde noch ein bißchen heller, und nach nur etwa 50 m stand ich ganz plötzlich in der prallen Sonne. Es war eine völlig verrückte Situation - unser Kloster, das direkt unter mir lag, war nicht mehr zu sehen, aber dafür lag vor mir bei wolkenlosen Himmel zum Greifen nah die ganze Alpenkette. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr mich dieser unfassbar schöne Anblick froh gemacht hat. Aber nicht nur mich - mir kamen an diesem späten Nachmittag eine Menge Spaziergänger entgegen, deren Augen richtig strahlten vor Freude. Nachdem sie oben auf dem Berg etwas Sonne "getankt" hatten, machte ihnen auch der Abstieg ins Nebeltal nichts mehr aus.
Ich finde, diese Erfahrung ist ein guter Vergleich, wie es oft in unserem Leben zugeht. Manchmal sind wir ja so verhaftet in unserem Alltags-Wust, dass uns der Weitblick regelrecht verloren geht. In solchen Situationen wird dann auch unser guter Gott schnell zur "Randfigur" und "die Freude, die von Ihm her zu mir kommt" ist schon gar nicht mehr spürbar.
Am Ende der Messe lud uns Pater Michael heute morgen ein, in den kommenden Tagen noch einmal den Lesungstext aus dem Buch Baruch zu meditieren und dabei "Jerusalem" durch unseren eigenen Namen zu ersetzen. Ich finde, das ist eine wunderschöne Übung und kann uns helfen, gerade in den vollen Tagen der Adventszeit ab und zu einmal "den Berg zu erklimmen" und unseren Fokus auf das zu richten, womit Gott uns Tag für Tag beschenken will.
Ich wünsche uns allen in dieser Adventszeit solche erhebenden Momente - mitten in aller Betriebsamkeit.
Ich finde, diese Erfahrung ist ein guter Vergleich, wie es oft in unserem Leben zugeht. Manchmal sind wir ja so verhaftet in unserem Alltags-Wust, dass uns der Weitblick regelrecht verloren geht. In solchen Situationen wird dann auch unser guter Gott schnell zur "Randfigur" und "die Freude, die von Ihm her zu mir kommt" ist schon gar nicht mehr spürbar.
Am Ende der Messe lud uns Pater Michael heute morgen ein, in den kommenden Tagen noch einmal den Lesungstext aus dem Buch Baruch zu meditieren und dabei "Jerusalem" durch unseren eigenen Namen zu ersetzen. Ich finde, das ist eine wunderschöne Übung und kann uns helfen, gerade in den vollen Tagen der Adventszeit ab und zu einmal "den Berg zu erklimmen" und unseren Fokus auf das zu richten, womit Gott uns Tag für Tag beschenken will.
Ich wünsche uns allen in dieser Adventszeit solche erhebenden Momente - mitten in aller Betriebsamkeit.
Sr. M. Ursula
Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht. Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat. Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel, und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so dass Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.Leg ab, Jerusalem, das Kleid deiner Trauer und deines Elends, und bekleide dich mit dem Schmuck der Herrlichkeit, die Gott dir für immer verleiht. Leg den Mantel der göttlichen Gerechtigkeit an; setz dir die Krone der Herrlichkeit des Ewigen aufs Haupt! Denn Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht. Steh auf, Jerusalem, und steig auf die Höhe! Schau nach Osten, und sieh deine Kinder: Vom Untergang der Sonne bis zum Aufgang hat das Wort des Heiligen sie gesammelt. Sie freuen sich, dass Gott an sie gedacht hat. Denn zu Fuß zogen sie fort von dir, weggetrieben von Feinden; Gott aber bringt sie heim zu dir, ehrenvoll getragen wie in einer königlichen Sänfte. Denn Gott hat befohlen: Senken sollen sich alle hohen Berge und die ewigen Hügel, und heben sollen sich die Täler zu ebenem Land, so dass Israel unter der Herrlichkeit Gottes sicher dahinziehen kann. Wälder und duftende Bäume aller Art spenden Israel Schatten auf Gottes Geheiß. Denn Gott führt Israel heim in Freude, im Licht seiner Herrlichkeit; Erbarmen und Gerechtigkeit kommen von ihm.
(Bar 5, 1-9)
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Dienstag, 1. Dezember 2009
Rorate caeli
In kaum einer Zeit des Kirchenjahres geht es symbolträchtiger, "sehnsüchtiger" zu als in diesen Wochen der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, in kaum einer Zeit wird mir die Spannung zwischen dem "schon" und "noch nicht", in der wir als Christen in dieser Welt leben, deutlicher.
Heute haben wir zum Beispiel unsere erste Rorate-Messe gefeiert - eine Hl. Messe, in der traditionell ganz auf elektrisches Licht verzichtet und die Kirche ausschließlich von Kerzenlicht erleuchtet wird. Das dient na klar nicht nur dazu, einfach eine schöne Atmosphäre zu erzeugen, sondern soll uns noch einmal auf ganz anschauliche Weise vor Augen führen, dass wir in der Erwartung CHRISTI leben, der allein Licht in unsere Dunkelheit zu bringen vermag. Manchmal sieht man ja auch auf dem Glaubensweg vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, und da kann uns die Adventszeit helfen, uns noch einmal neu bewusst zu machen, worauf wir denn eigentlich hoffen und wonach wir uns im Tiefsten sehnen.
Sr. M. Ursula
Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten:
Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.
Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.
(Eingangsvers der Rorate-Messe)
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