
Ja, endlich melde ich mich mal nach langer Zeit wieder, naja, Schreiben ist halt nicht mein Ding.
Jetzt möchte ich aber doch über meine ersten Exerzitien schreiben, weil sie mich so sehr bewegt und beeindruckt haben, dass ich unbedingt davon erzählen muss.
Erst war ich total nervös und hatte echt Angst, weil ich nicht genau wusste, wie es für mich wird, was so auf mich zukommt und was mit mir passieren wird. Deswegen war es schonmal ziemlich gut, dass die Exerzitien bei uns im Haus waren und ich die meisten Schwestern vom Sehen schon kannte. Pater Wilhelm ist für mich ja auch schon fast ein alter Bekannter. Dadurch wurde es für mich echt einfacher.
Es waren also neun Tage Schweigen (auweia) angesagt und das Programm dabei sah so aus:
Um 7.00 Uhr begann der Tag mit gemeinsamen Leibübungen, die ca. 30 Minuten dauerten, danach haben zusammen meditiert, wozu P. Wilhelm eine kleine Einleitung gegeben hat. Am Ende der Meditation haben wir noch einen Psalm im Wechsel gebetet und haben dann gemeinsam schweigend gefrühstückt.
Von 8.45 - 9.45 Uhr hatte ich meine erste Gebetszeit, danach die Reflexion der Gebetszeit und etwas Bewegung ;-). Von 10.30 - 11.30 Uhr dann die nächste Gebetszeit und um 11.45 Uhr Gespräch mit P. Wilhelm.
Mit ihm konnte ich darüber sprechen, wie es mir ergangen ist mit den Bibeltexten, mit den Gebetszeiten und überhaupt mit den Exerzitien.
Danach war dann schon Mittagszeit und um 12.30 Uhr gab es ein sehr gutes Essen, weswegen ich anschliessend Pause machen musste. In den ersten Tagen habe ich mich dann auch immer aufs Ohr gelegt und geschlafen, da ich anfangs richtig müde war, anschliessend habe ich einen Kaffee getrunken und bin an die Luft gegangen.
Von 14.30 - 15.30 Uhr war dann meine dritte Gebetszeit, anschliessend die Reflexion und wieder ein bisschen Bewegung. Von 16.15 - 17.15 Uhr dann schon wieder die nächste Gebetszeit und um 18.00 Uhr gemeinsame Meditation mit einem Musikstück am Anfang, mit dem wir dann in die Stille gingen.
Anschliessend gab es ein deftiges Nachtessen und um 19.15 Uhr trafen wir uns dann zur Eucharistiefeier.
Danach war der Abend frei und jeder konnte selber entscheiden, wie sie den Abend verbrachte. Ich bin meistens noch Spazieren gegangen und in die Anbetung.
Für mich war die Zeit eine wunderbare Erfahrung. Es war total schön, sich mit den Bibeltexten zu beschäftigen und zu entdecken, wie sehr die Geschichten auf mich gepasst haben. Ausserdem war es für mich sehr spannend und faszinierend, dass ich für mich so vieles rausholen durfte. Mit P. Wilhelm konnte ich ganz offen reden, was ich als sehr bereichernd empfand.
Total schön war auch, dass ich mir so viel Zeit nehmen konnte fürs Gebet mit Jesus und Gott, da bin ich direkt sprachlos und kann gar nicht in Worte fassen, was alles passiert ist. Auf jeden Fall bin ich jetzt wie im 7. Himmel. Ich bin voller Freude und geniesse das sehr. Ausserdem bin ich dankbar dafür, dass so viel geschehen ist und ich wachsen darf.
Es sind echt viele Lichter bei mir aufgegangen und ich weiss jetzt, woran ich arbeiten werde. Einiges ist auch schon anders geworden, was für mich sehr befreiend ist.
So kann ich abschliessend nur sagen, dass es einfach Wahnsinn ist, was alles geschehen kann, wenn ich es nur zulasse.
Corinna