Sonntag, 31. Mai 2009

Dem Weg auf der Spur

Vom 20. bis 30. Mai durfte ich in Ilanz Exerzitien machen.
Diese zehn Tage waren quasi nur für mich und Gott reserviert, denn zwar waren wir eine Gruppe von acht Teilnehmerinnen und zwei Exerzitienleiterinnen, gleichzeitig galt aber ein durchgängiges Schweigen. Jetzt wundern sich wahrscheinlich alle, die mich kennen, wie ich das denn ausgehalten haben mag, aber es ging ziemlich gut. Denn zum einen habe ich ja inzwischen ein halbes Jahr Schweigetraining hinter mir, da wir bei Tisch nur abends sprechen und morgens ziemlich lange schweigen und zum anderen war es ja nicht ganz schweigsam, da ich jeden Tag ein Gespräch bei Sr. Sabine Lustenberger, meiner Exerzitienleiterin hatte.
Sie hat es auf einzigartige Weise verstanden, mir eine neue Sicht auf Gott und Sein Wollen für mich zu verschaffen. So habe ich Geheimnisse entdeckt, die ich vorher noch nie wahrgenommen habe und durfte feststellen, dass ich wohl tatsächlich auf dem richtigen Weg bin.

Neben zwei gemeinsamen Meditationen konnte ich mir dreimal am Tag jeweils eine Stunde lang Zeit nehmen, um das mir zugesagte Wort Gottes zu meditieren. Dabei ist mir in ganz besonderer Weise der Kaufmann mit der Perle aus Mt 13, 45f ans Herz gewachsen und ich bin ganz beglückt davon, was Gott für mich bereit hält. So feiere ich dieses Pfingstfest in ganz geistbeseelter Weise und freue mich, dass ich quasi die letzten zehn Tage der Osterzeit so intensiv verbringen durfte.

Da kann ich nur sagen: Das ist schon echter Luxus, dass wir jedes Jahr Exerzitien machen können. Und dazu kommt noch, dass jede die Exerzitien machen kann, die zu ihr passen.

Was will man da noch mehr?

Kerstin

Freitag, 29. Mai 2009

Feuer und Flamme

Wenn wir am kommenden Wochenende das Pfingstfest feiern, beschließen wir damit die Osterzeit, in der wir genau 50 Tage lang die Auferstehung Christi gefeiert haben.
Pfingsten - das "Geburtstagsfest" unserer Kirche, erinnert an den Tag, an dem die Jünger nach dem Tod und der Auferstehung Jesu den Heiligen Geist auf sich herabkommen spürten. Von diesem Moment an hielt sie nichts mehr zurück, von diesem Moment an begriffen sie endlich, worum es Christus im Tiefsten ging.
Die Pfingsterzählungen im Neuen Testament, sie hören sich heute für unsere Ohren recht fremd an. Da wird in der Apostel-geschichte bildhaft von Feuerzungen gesprochen, von einem Brausen, einem heftigen Sturm (Apg 2, 1-3). Die Jünger waren plötzlich so be-geistert, dass sich in die Verwunderung der Menschen um sie herum recht bald auch Spott mischte: "Sie sind vom süßen Wein betrunken", warf man ihnen vor (Apg 2, 13).
Pfingsten, Herabkunft des Heiligen Geistes - alles nur Einbildung, eine schöne Illusion? Ich halte es jedenfalls für extrem unwahrscheinlich, dass aus den zwölf Jüngern - einer völlig verschüchterten Schar von Angsthasen - die sich nach dem Tod Jesu in ihre vier Wände einsperrten, ganz plötzlich tapfere Verkünder der frohen Botschaft werden, die sich großmütig lieber ins Gefängnis sperren und umbringen ließen, als von dem zu schweigen, was sie als die Wahrheit erkannt hatten. Ich bin überzeugt, da musste wirklich etwas Existentielles vorgefallen sein, was mit menschlichen Worten nur ganz unzulänglich zu beschreiben ist. Ja, die Jünger waren nach dieser Erfahrung wohl wirklich trunken - trunken von der überwältigenden Gewissheit der Gegenwart GOTTES in ihrer Mitte.
Dass auch wir uns in diesen Tagen wieder neu entflammen lassen vom Geist Gottes, der nichts anderes will als dass wir das Leben in Fülle haben, das wünsche ich uns allen von Herzen!
Sr. M. Ursula


Pfingsten
- die Fesseln der Angst sind gesprengt,
das Leben zum österlichen Leben befreit,
die Liebe endlich entfacht im Herzen der Welt.
Geburt der Kirche

Pfingsten
- Fest des Wirkens GOTTES mitten unter uns,
in uns erblüht und aufgelodert.
Geburt der Kirche

Pfingsten
- Durchbruch der göttlichen Macht in unserem eigenen Sein.
Durchbruch des unverbrauchten Lebens GOTTES,
Durchbruch der österlichen Kraft.
Geburt der Kirche

Pfingsten
-Urkraft der Liebe.
Bewegung zwischen Vater und Sohn.
Atem GOTTES in der Welt:
Geburt der Kirche

Montag, 25. Mai 2009

Christus im Rücken

Gestern um 15 Uhr wurde unser neuer Bischof Dr. Stephan Ackermann in einem sehr feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Zusammen mit mehreren tausend Menschen aus dem ganzen Bistum machte auch ich mich auf den Weg in den Trierer Dom, um bei diesem großen Ereignis dabei zu sein. In seiner Antrittspredigt erwähnte unser neuer Bischof ein Detail, das mich sehr berührte: Während der Zeit der Vakanz sei ihm erstmals aufgefallen, dass sich direkt hinter der Kathedra in einer Nische die Gestalt Jesu Christi befinde, um deutlich zu machen, dass der, der auf dieser Kathedra Platz nimmt, sich mit Christus in einer Linie befindet. Nein, der Bischof stünde nicht mit dem Rücken zu Wand, sondern habe Christus im Rücken, was für ihn ein sehr beruhigendes Symbol sei. Gleichzeitig dürfe aber auch der, der auf der Kathedra sitzt, sich niemals vor Christus schieben oder sogar den verdecken, dem dieser Platz allein zusteht. Nur wenn ein Bischof dies beachte, entspräche er der Haltung Christi selbst, der sein ganzes Leben darauf ausrichtete, die Menschen mit Gott vertraut zu machen. Christus sei es in der Tiefe niemals darum gegangen, die Blicke auf sich zu ziehen, sondern ganz transparent zu sein für Gott, seinen und unseren Vater. Dies gelte aber nicht nur für den Bischof, sondern für alle, die als Christen in dieser Welt leben und gemäß ihrer Berufung und Verantwortung dazu beitragen, dass Christi Botschaft in unserer Zeit sichtbar und hörbar wird.
Nach dem Gottesdienst waren alle eingeladen zu einem Empfang ins Priesterseminar, wo ich viele alte Bekannte getroffen habe und mir noch einmal neu bewusst wurde, wie schön es ist, als Kirche gemeinsam unterwegs zu sein.
Eine besondere Freude war mir übrigens auch ein kurzes Treffen mit Fr. Philipp und Fr. Dennis, den beiden Novizen der Dominikaner-Provinz Teutonia, die extra aus Worms angereist waren, um die Amtseinführung mitzufeiern.
Sr. M. Ursula


(Quelle Foto oben: Bistum Trier)

Montag, 18. Mai 2009

Angekommen

Nachdem wir Sr. Ursula ja dann doch relativ schweren Herzens haben gehen lassen, damit sie die Schwestern im Mutterhaus auf Trab halten und dort ihr Kräuterwissen anbringen kann, freuen wir uns sehr, dass wir seit Samstag eine "neue" Schwester haben. Sr. Maria ist zu uns gekommen, um im Gästehaus zu wirken und zu wirbeln. Zuletzt war sie in Daleiden in der Eifel und verjüngt unsren Konvent hier jetzt ungemein. Somit dürften wir jetzt der jüngste Konvent unserer Gemeinschaft sein, haben allerdings das aktuelle Durchschnittsalter noch nicht ausgerechnet. Es kann aber nicht weit von 34 Jahren entfernt sein ;-).
Auf jeden Fall ist hier immer was los und Sr. Maria macht den Eindruck, als könnte sie bei mancher lustigen Veranstaltung ganz vorne mit dabei sein. Wir freuen uns also sehr, dass sie jetzt bei uns ist und wünschen ihr, dass sie sich bei uns wohl fühlt, immer wieder auch den lieben Gott trifft - so sagte sie heute zu Dr. Gerber: "Wo der liebe Gott ist und die Futterquelle, das weiß ich schon." - und glücklich ist.
Kerstin

Sonntag, 17. Mai 2009

Gottesfreundschaft

...lautete die Überschrift des Symposiums, das vom 15. - 17. Mai 2009 in Vallendar stattfand. Zusammen mit über 60 jungen Ordensleuten aus 25 verschiedenen Gemeinschaften war ich (übrigens als einzige Dominikanerin) an die Philosophisch-Theologische Hochschule gekommen, um darüber nachzudenken, wie sich das Bewusstsein dieser Freundschaft mit Gott ins alltägliche Leben in unseren Gemeinschaften und auf unsere Sendung auswirken kann. Die Tage waren geprägt von spannenden Impulsen und Vorträgen, die das Thema "Freundschaft" aus biblischer, philosophischer und humanwissenschaftlicher Sicht beleuchteten; daneben gab es verschiedene Workshops zur Reflexion und Vertiefung einzelner Aspekte. Einen besonderen Schwerpunkt bildete natürlich auch der Austausch in kleinen Gruppen, den ich als sehr fruchtbar und mutmachend empfand. Am Samstagabend machten wir einen Emmausgang zur Vallendarer Kirche, um dort den eindrucks-vollen Tag mit einer Vigil abzuschließen. Dabei mussten wir alle ein bißchen über das Aufsehen schmunzeln, das unser "bunter Haufen" bei den verdutzten Anwohnern hervorrief ;-)
Wie geht es nun weiter? - diese Frage stand am Sonntagmorgen im Raum, und dabei wurde vor allem der Wunsch regelmäßigeren Treffen und mehr Vernetzung laut. Nach einem festlichen Abschlussgottesdienst machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause in unsere Gemeinschaften - gefestigt in der Gewissheit, dass es sich auch und gerade heute noch lohnt, unserer Gottesfreundschaft im Ordensleben Ausdruck zu geben.
Fotos gibt es hier zu sehen!
Sr. M. Ursula

Besuch vom Kaplan

Vom 7. bis 14. Mai hatten wir ganz netten Besuch aus Deutschland: Kaplan Michael Toth aus Ahrweiler hat eine Woche bei uns Ferien gemacht und mit uns die Messe gefeiert. Mich persönlich hat das natürlich besonders gefreut, da wir uns von meiner Zeit aus Ahrweiler kennen und seitdem "dicke" Freunde sind.
Aber auch allgemein war das Echo aus dem Konvent sehr positiv auf diesen Besuch, da wir die geisterfüllte Art des Messe-Feierns genossen haben und Michael sich ausserdem probehalber auf die Stelle als 1. Abtrocknerin bzw. Spülerin beworben hatte, so dass wir alle ziemlich entlastet waren. Seltsamerweise ging es beim Spülen am Abend plötzlich ganz schnell, allerdings wissen wir nicht, woran das jetzt genau lag.
Eigentlich war es da ein bisschen schade, dass ich schon am Montag nach Arenberg zur Studienwoche aufbrechen musste und wir so ein paar Stunden weniger zum Reden hatten, aber mich hat die Zeit in Arenberg außerordentlich entschädigt und ich denke, dass Michael die Ruhe bei uns noch ein bisschen genossen hat.
Auf jeden Fall sind wir einhellig der Meinung, dass er mal wieder bei uns Ferien machen darf.
Kerstin

Donnerstag, 14. Mai 2009

Dominikanische Studienwoche auf dem Arenberg

Unsere Begeiste-rung kennt keine Grenzen - wie Ihr schon im letzten Post lesen konntet, sind in dieser Woche die Noviziate und Juniorate von Ilanz, Cazis und natürlich uns hier auf dem Arenberg zu einer dominikanischen Studienwoche versammelt. Als Referentin begleitet uns Schwester Dr. Katharina Deifel OP aus Wien. Nachdem sie uns in den letzten Tagen auf wunderbar anschauliche und vor allem sehr humorvolle Art in die Denkweise der griechischen Philosophen eingeführt hat, haben wir gestern nachmittag (bevor wir uns heute mit Thomas von Aquin auseinandersetzen) einen Ausflug nach Köln gemacht, um in der St. Andreas-Kirche das Grab des Hl. Albertus Magnus zu besuchen. Vermittelt durch unsere Postulantin Corinna hatten wir außerdem Gelegenheit zu einem Besuch der Kölner Dombauhütte, wo wir den Steinmetzen bei ihrer spannenden Arbeit über die Schulter schauen durften. Die Vesper beteten wir mit der Gemeinschaft von Jerusalem, die Anfang April eine neue Niederlassung in Groß St. Martin gegründet hat. Nachdem wir in uns nach all den vielen Eindrücken in einem gediegenen Kölner Brauhaus etwas gestärkt hatten, machten wir uns wieder auf den Heimweg, aber nicht, ohne dem Kinderdorf der Dominikanerinnen in Refrath noch einen Kurzbesuch abzustatten. Einige Fotos von diesem ereignisreichen Tag findet Ihr hier!
Sr. M. Ursula

Sonntag, 10. Mai 2009

ein tierisch schöner Sonntag...

Heute hat der "Sonn-Tag" seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht. Heute am frühen Morgen herrschte in unserem Klostergarten so eine wunderschöne Atmosphäre, dass ich nach dem Frühstück mit meiner Kamera loszog um einige Fotos zu schießen. Und goldigerweise lief mir da auf einmal ein kleines Eichhörnchen über die Füße - ich weiß nicht, wer von uns beiden sich mehr erschreckte ;-) Es flüchtete sich auf einen Baum und wähnte sich in Sicherheit, so dass ich es tatsächlich ungestört fotografieren konnte... Ein paar Meter weiter traf ich dann noch unsere Katze Clementine, die sich gnädigerweise 10 Minuten von mir streicheln ließ...
Aber auch der weitere Verlauf meines ersten Sonntags in Arenberg hatte richtig Niveau: Heute nachmittag habe ich Schwester Maria Caritas auf unserer Pflegestation besucht. Sie hat ihre erste Profess mitten im Krieg wegen der drohenden Bombenangriffe im Keller abgelegt - ein Szenario, das für uns heute kaum noch vorstellbar ist. 1963 brach sie zusammen mit einigen Mitschwestern mit dem Schiff nach Bolivien auf, wo unsere Gemeinschaft einige Missionsstationen gründete, um den Ärmsten der Armen zur Seite zu stehen. Glücklicherweise haben die Schwestern damals auf dem Schiff ein "Logbuch" geführt, das ungeheuer spannend zu lesen ist und auch uns heute noch etwas Abenteuerluft schnuppern lässt. Vor einigen Jahren ist Schwester Maria Caritas wieder nach Deutschland zurück gekehrt; weit über 90 Jahre alt, ist sie körperlich nun zwar sehr schwach, aber in ihren Augen kann man immer noch diesen Glanz der "großen weiten Welt" wahrnehmen. Ihr Glaubenszeugnis berührt mich tief und für mich ist es einfach ein Geschenk, mit solchen Frauen unterwegs sein zu dürfen.
So, und morgen kommen Kerstin und Corinna zusammen mit den Noviziaten der Dominikanerinnen von Ilanz und Cazis anlässlich einer weiteren "Dominikanischen Studienwoche" zu uns nach Koblenz und ich freue mich schon riesig auf ein Wiedersehen!
Ein guten Start in die neue Woche wünscht
Sr. M. Ursula

Freitag, 8. Mai 2009

Angekommen!

Die untenstehende Stellenanzeige ist für mich zwar höchst verlockend (zumal ich natürlich vor allem die Voraussetzung "Vorbild der Ordensjugend" 100%ig erfülle ;-)), aber gestern wurde ich hier auf dem Arenberg sooo lieb empfangen, dass ich mich doch erst einmal fürs Bleiben entschieden habe ;-).
Nun aber mal Spaß beiseite - wie Ihr sicherlich bemerkt habt, bin ich inzwischen gut im Mutterhaus angekommen. Ich habe hier eine schöne, ruhige Zelle mit Fenster zum Innenhof, und war schon ganz entzückt, als ich heute morgen um 5:15 Uhr statt von meinem rappelnden Wecker vom Gezwitscher einer Amsel geweckt wurde. Im Vergleich zu unserem kleinen Konvent in Rickenbach ist der Mutterhauskonvent mit seinen über 60 Schwestern natürlich riesengroß, aber da ich während meines Postulats und in der Anfangszeit des Noviziats schon einmal 15 Monate hier auf dem Arenberg gelebt habe, ist mir doch noch alles sehr vertraut, und die Umstellung ist nicht ganz so wild. Nun bin ich einfach mal gespannt, was mich hier in der kommenden Zeit alles erwartet - ich werde Euch natürlich auf dem Laufenden halten!
Sr. M. Ursula

Stellenanzeige

Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine


Juniorin


Wir sind ein mittelständisches Familienunternehmen, dessen Wurzeln bis in das Mittelalter zurückreichen. Heute sind wir in der Schweiz, in Deutschland und in Bolivien mit 195 Mitarbeiterinnen vertreten. Für unseren Standort in der Schweiz suchen wir eine Verstärkung für das Team Ordensjugend.

Sie
· sind dynamisch und flexibel
· haben Ihre Formation erfolgreich absolviert
· sind motiviert
· reflektieren sich und Ihre Aufgabe als Vorbild der Ordensjugend
· haben Freude im Umgang mit Menschen
· haben die Lebensmitte idealerweise noch nicht überschritten.

Wir
· bieten Ihnen ein spannendes Aufgabenfeld in einer Mehrgenerationengemeinschaft
· stellen Ihnen eine Dienstwohnung zur Verfügung
· erwarten eine Lebensführung gemäß den Grundsätzen der katholischen Kirche und den Konstitutionen der Arenberger Dominikanerinnen
· bieten Ihnen einen Internetanschluss
· und ein Arbeitsumfeld in nahezu unberührter Natur.

Wenn wir Ihr Interesse wecken konnten, bitten wir um Ihre aussagekräftige Bewerbung an:


Abteilung Ordensjugend
Koersi
Zelle hinten rechts
6221 Rickenbach LU

Donnerstag, 7. Mai 2009

Abschied von Sr. Ursula


Jetzt ist unsere Sr. M. Ursula also abgefahren und zurück bleibt ein sicher etwas stilleres Haus...
Wir wünschen ihr im Mutterhaus in Arenberg auf jeden Fall alles Gute, Gottes Segen und viel Freude bei ihren neuen Aufgaben. Sie ist ja jetzt gross und kann richtig loslegen mit Arbeiten.
Dank der modernen Kommunikation wird dieser Blog nun also auch aus Koblenz bestückt und wir bleiben in Kontakt.
Vielen Dank liebe Ursula, Du hast uns den Einstieg ins Ordensleben auf jeden Fall erleichtert, auch wenn man sich an Deiner Seite schonmal ein Spültuch aus dem Gesicht klauben muss.
Kerstin

Mittwoch, 6. Mai 2009

Abschiedsbesuch im Kloster Eschenbach

Bevor ich morgen früh in Richtung Arenberg aufbreche, haben Sr. M. Scholastika und ich heute nachmittag noch unseren "Lieblings-
Zisterzienserinnen" im Kloster Eschenbach einen Besuch abgestattet. Die dort lebende Künstlerin Sr. M. Ruth Nussbaumer (rechts auf dem Foto) hat nicht nur eine ganze Menge Humor, sondern ist auch beneidenswerterweise in der Lage, Gefühlen und Emotionen, aber auch Erfahrungen der Nähe Gottes, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann, in ihren Bildern und Plastiken Gestalt zu geben. Auf mich wirkt ein Besuch in ihrem Atelier jedes Mal wie eine "Augenmassage" und ich hoffe sehr, dass unser guter Kontakt auch über die deutsch-schweizerische Grenze hinaus erhalten bleibt...
Sr. M. Ursula

Montag, 4. Mai 2009

Of Wiederluege!

Ich muss gestehen, als wir vor knapp zwei Jahren im September 2007 unser "Noviziats-Zelt" auf dem Arenberg abgebrochen haben und mit Sack und Pack nach Rickenbach in die Schweiz umgezogen sind, da fiel mir der Abschied sehr schwer. Aber ich beschloss, mich einfach einmal mit Haut und Haaren auf das einzulassen, was mich dort erwarten würde. Also, ich habe wirklich mit allem gerechnet, aber dass ich mich hier so wohl fühlen würde, hätte ich niemals erwartet. Die wunderschöne Landschaft, die vielen lieben, interessanten, hilfsbereiten Menschen, denen ich begegnet bin, das alltägliche Leben im Kloster, die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Pfarrei - das alles hat dazu beigetragen, dass ich mich hier in Rekordzeit eingelebt und zuhause gefühlt habe.
Und nun, nachdem meine Postulats- und Noviziatszeit mit der Ablegung der ersten Profess ihren Abschluss gefunden hat, heisst es wieder Abschiednehmen:
Am kommenden Donnerstag, den 07. Mai, werde ich zurück ins Mutterhaus auf den Arenberg ziehen und dort eine Aufgabe in Kräuterei und Seelsorge unseres Gästehauses übernehmen. Ja, der Abschied wird auch dieses Mal kein Zuckerschlecken, und ich bin mir jetzt schon sicher, dass ich nicht nur den feinen Schweizer Käse und die leckere Schokolade schmerzlich vermissen werde ;-) Aber andererseits freue ich mich sehr darauf, mich nun ins "pralle Ordensleben" zu stürzen und die in den vergangenen Jahren angeeignete Theorie mit Leben zu füllen.
Und die guten Rickenbacher - sie haben natürlich einen festen Platz in meinem Herzen!
Sr. M. Ursula

Sonntag, 3. Mai 2009

Tag der offenen Tür

Bei wolkenlosem Himmel und angenehmen Temperaturen nutzten heute mehrere hundert Menschen den "Tag der offenen Tür", um sich unser neu eröffnetes Gästehaus anzuschauen. Heute abend sind wir zwar totmüde, aber auch glücklich und dankbar für all die guten Begegnungen und Gespräche. Unsere Mitarbeiter, einige Gäste und zahlreiche andere Helfer waren den ganzen Tag auf den Beinen, damit das Fest gelingen konnte – alles ging reibungslos über die Bühne.
Auf besonderes Interesse stiess übrigens witzigerweise unser „Schätzspiel“, bei dem getippt werden konnte, wieviele Schwestern (inkl. Postulantinnen) derzeit in der Gemeinschaft der Arenberger Dominikanerinnen (in Deutschland, der Schweiz und Bolivien) leben. Die richtige Antwort lautete 195 – und richtig geraten hatte (zur grossen Erheiterung aller) ausgerechnet unser Gemeindepfarrer Markus Brun, der mit seinem Tipp ein Wochenende im wunderschönen Kloster Rickenbach gewonnen hat ;-)
Einige Fotoimpressionen gibt es hier zu sehen, unten könnt Ihr Euch den im Schweizer Fernsehsender Tele Tell ausgestrahlten Bericht anschauen.

Samstag, 2. Mai 2009

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Nachdem in den Wintermonaten bei uns im Kloster Rickenbach kräftig renvoviert und umgebaut wurde, sind morgen, am 03. Mai, alle Interessierten aus nah und fern ganz herzlich eingeladen, sich das "Resultat" einmal in Ruhe anzuschauen. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit einem von uns mitgestalteten Gottesdienst in der Pfarrkirche Rickenbach, in dessen Anschluss alle ganz herzlich zu einem Apéro und Gulaschsuppe ins Kloster eingeladen sind. Am Nachmittag gibt es ab 13 Uhr regelmässig Informationen zum Haus und zur Gemeinschaft der Arenberger Dominikanerinnen, natürlich ist auch für Kaffee, Kuchen und nette Unterhaltung bestens gesorgt. Unser "Tag der offenen Tür" schließt um 16:30 mit einem Segensgebet in der Kapelle.
Heute morgen haben wir uns so richtig in die Vorbereitungen gestürzt und mit vereinten Kräften die Zelte und Festgarnituren aufgebaut. Unten seht Ihr ein Foto der wohlverdienten Ruhepause des "Bautrupps" ;-)
Sr. M. Ursula

Dominikanische Studienwoche in Speyer


In der Woche vom 20. bis 25. April waren Corinna und ich zur Dominikanischen Studienwoche in Speyer, um gemeinsam mit anderen Novizinnen etwas über unseren Orden und vor allem über Dominikus zu lernen. Untergebracht waren wir im Institut St. Dominikus in Speyer, wo Sr. Carola und die Schwestern der Gruppe Osma uns fürstlich beherbergten und verwöhnten.
Zusammen mit dem Noviziat der Dominikanerinnen von Bethanien und dem Noviziat der Dominikanerinnen von Ilanz waren wir eine kleine, aber feine Gruppe von insgesamt sechs Personen. Umso intensiver war der Unterricht.

Neben dem Unterricht am Vormittag hatten wir aber auch die Gelegenheit, unsere Mitbrüder in Worms zu besuchen, wo das Noviziat der Dominikaner der Teutonia und der Süddeutschen Provinz ist. P. Philipp, fr. Philipp und fr. Dennis begrüssten und beherbergten uns so nett, dass wir auf ein baldiges Wiedersehen hoffen.
Nach Worms waren wir auch noch bei den Dominikanerinnen von St. Magdalena, die uns ebenso herzlich aufnahmen und uns einen ganz schönen Nachmittag und Abend bereiteten.

Wie schön ist es doch, der Familie der Dominikaner anzugehören. Nicht nur, dass unser Gründer Dominikus in meinen Augen ein echter Held ist, unsere Mitbrüder und -schwestern sind auch noch ausserordentlich nett und freundlich. So fühlten wir uns überall gleich wie zu Hause.

Kerstin