Samstag, 28. November 2009

Die Freude der Jugend

Weil Sr. Scholastika aufgrund ihrer neuen Aufgabe im Mutterhaus weilt, konnte ich am Freitag ihren Job in der Pfarrei übernehmen und mit den Firmlingen und ihrer Katechetin, Ruth Hüsler, den Gottesdienst zum Auftakt ihres Bibelabends feiern. Dabei war ich zum einen für die Musik "gebucht", zum anderen durfte ich aber auch die Auslegung des Evangeliums übernehmen, was mir immer ziemlich viel Spass macht - da bin ich doch im Ordo Praedicatorum sehr richtig. Ich finde es immer schön und bereichernd zu schauen, was der Text uns heute sagen möchte, inwiefern wir uns da wiederfinden können und meine Gedanken zum Heiligen Schrift dann so auszudrücken, dass die Zuhörer verstehen, was ich meine.
Das war also schon mal wieder in der Hinsicht ausserordentlich bereichernd. Dazu kam aber noch, dass die Firmlinge hier ungefähr 12 Jahre alt sind und damit genauso alt wie die jungen Menschen, die ich kurz vor meinem Eintritt ins Kloster in Alsdorf und Daaden zusammen mit drei weiteren Frauen auf die Firmung vorbereitet habe. In dieser Vorbereitungszeit und auch jetzt wieder habe ich gemerkt, wie spannend dieses Alter noch ist: Die Jungs und Mädels, die schon wahnsinnig cool sein wollen, angesagte Frisuren und Klamotten tragen und irgendwie nur bedingt aufnahmefähig oder -willig sind. Aber manchmal sind sie dann doch zu packen und dann huscht da doch ein Lächeln über die Lippen, da merkt man dann, dass sie doch nicht nur cool sind.
Wirklich erfrischend finde ich auch, dass die Reaktionen und Rückmeldungen meistens noch gnadenlos ehrlich sind. Da kommt dann auch schonmal ein Satz wie "Oh, ist das langweilig!". Aber das ist mir lieber, als höflich zu lächeln und gleichzeitig vom nächsten Urlaub zu träumen. Dann lieber immer raus mit der Sprache. Hoffentlich behalten das viele Jugendliche bei und hoffentlich kann ich noch mit vielen Jugendlichen zu tun haben, die mir radikal sagen, was sie meinen.
Sr. Kerstin-Marie

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