Donnerstag, 30. April 2009

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.

Nein, der Tod hat nicht das letzte Wort, Christus hat ihn für uns alle überwunden: darin ruht unsere Hoffnung, und diese österliche Wirklichkeit zeigten uns die letzten schweren Leidenswochen von Schwester M. Emanuela.
Es macht betroffen, zu wissen, dass sie das "Leiden Jesu" verborgen in ihrem Professnamen trug.
Sie wusste sich mit Ihm - dem Gott-mit-uns, "Immanuel" - verbunden, von Seinem Wort geführt und getragen. Das Bild von Gott als "Adler, der sein Nest beschützt und über seinen Jungen schwebt, der seine Schwingen ausbreitet, ein Junges ergreift und es flügelschlagend davonträgt" (Dtn 32,11), war ihr Zuversicht und Kraft, besonders in den Jahren ihrer verantwortungsvollen Aufgaben in der Generalleitung. Ihr letzter Sendungsauftrag vor ihrer Erkrankung im November 2008 galt unserer Mission in Bolivien.
Ihr tiefes Gottvertrauen, ihre Entschiedenheit und Zielstrebigkeit, durchdrungen von einer heiteren Gelassenheit, ihr Realismus und nicht zuletzt ihre überzeugende Menschlichkeit, in der wir Schwestern uns verstanden und begleitet wussten, zeichneten ihr Wirken als langjährige Priorin, als Generalvikarin und Generalpriorin aus. Das Wohl unserer Gemeinschaft lag ihr bis zuletzt sehr am Herzen. In der Konfrontation mit täglichen Erfahrungen von Grenzen und Bedrängnissen vermochte Schwester M. Emanuela die Zukunft unserer Gemeinschaft immer neu in die Hände Gottes zu legen, und sie verkündete uns mit ihrem Leben Christus als den Menschgewordenen, Erbarmenen, Liebenden. "Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen" - Psalm 23 drückt etwas von der Grundmelodie ihres Herzens aus, und es war ihr ein Anliegen, selbst "in der Wüste noch das Lob Gottes zu singen" (T. Radcliffe).
Und wir vertrauen: Lauter Güte und Huld werden ihr folgen ihr Leben lang, und im Haus des Herrn darf sie nun wohnen für alle Zeit. Ewig.


(Nachruf der Kongregation)

Nach einem beeindruckenden Sterbeamt mit Weihbischof Jörg Michael Peters, unserem Arenberger Hausgeistlichen P. Michael Dillmann OP, dem Provinzial der deutschen Dominikaner P. Johannes Bunnenberg OP und zahlreichen Konzelebranten haben wir sie gestern zu Grabe getragen - unsere geliebte, verehrte Schwester M. Emanuela. Für uns Schwestern war es ein schmerzlicher Tag, an dem wir Mitgefühl und Anteilnahme von zahlreichen Priestern und Ordensleuten, Mitarbeitern, Freunden und Wohltätern erfahren durften.
Was bleibt, ist tiefe Dankbarkeit und die feste Gewissheit, dass Schwester M. Emanuela nun ihre wahre Heimat gefunden hat.
Sr. M. Ursula

2 Kommentare:

  1. Tod,
    unausweichliches
    Ende
    jeden Lebens.

    Tod eines lieben
    Menschen.

    Erinnerung
    an
    Gemeinsamkeiten,
    freudige
    und traurige
    Stunden.

    Aber Zeit, die
    man miteinander
    verbrachte.

    Die Zeit ist vorbei.

    Aber ist Gedenken,
    ist Trauer,
    nicht auch Zeit?
    Miteinander?

    Dazu die gläubige
    Gewißheit
    eines Wiedersehens.

    Das Weizenkorn,
    das stirbt, bringt
    viele Frucht.

    Und Gott ist der Gott
    der Lebenden.

    Seit Ostern
    keine Schranke mehr
    zwischen hüben und drüben.

    Das Endziel des
    ganzen Kosmos,

    das Endziel jeden
    Menschens:

    Leben.
    (K.J. 1994)

    In stillem Gedenken,
    Regina

    AntwortenLöschen
  2. Doris aus HannoverMay 1, 2009 07:16 AM

    euch tief verbunden in Allem
    wenn auch schweigend
    Doris

    AntwortenLöschen