Montag, 30. Januar 2012

ER lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat

Im Sonntagsgottesdienst hörten heute die Stelle aus dem Markus-Evangelium, in der vom Auftritt Jesu in der Synagoge von Kafarnaum erzählt wird. Ich kann mir gut vorstellen, wie die Menschen dort wie an jedem Sabbat zum Gottesdienst gingen, mehr oder weniger motiviert, auf jeden Fall nichts wirklich Neues, geschweige denn eine Sensation erwartend. Wahrscheinlich ähnlich, wie sich auch heute noch manch einer auf den Weg in den Sonntagsgottesdienst macht, die Zeit wird abgesessen, Hauptsache die Pflicht ist erfüllt, und während der zweiten Strophe des Schlussliedes kann man schon mal schnell seine Siebensachen zusammenpacken, um dann spätestens mit dem Schlussakkord fluchtartig ins Freie zu stürmen.
Also, bis dahin wahrscheinlich ein stinknormaler Sabbat - bis Jesus von Nazareth in die Synagoge kommt und zu predigen beginnt. Auch er wird den Menschen, die da versammelt haben, die alten Schriften ausgelegt haben, wahrscheinlich verlief alles genau wie sonst auch, mit einem entscheidenden Unterschied, denn auf einmal beginnen die Menschen zuzuhören, sind sogar richtig erschüttert, "denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten" (Mk 1,22).
Mir kam zu dieser Geschichte ein Bild, welches zugegebenermaßen vielleicht etwas gewagt ist, mich aber trotzdem beschäftigt: In der vergangenen Woche habe ich eine "Generalüberholung" unseres Kaninchengeheges gemacht - nach den langen Regenfällen war die Erde ganz lehmig und schmuddelig, und unsere Häschen fanden diesen Boden wohl so unattraktiv, dass sie tagelang keinen Fuß mehr vor die Tür gesetzt haben. Auf jeden Fall fing ich an, alles etwas aufzupflügen, die sowieso schon halb eingestürzten Gänge und Höhlen wieder mit Erde zu füllen und ein wenig auszumisten. Im Grunde hatte ich das Gehege gar nicht viel verändert, doch kaum war ich draußen, da rasten unsere vier Bewohner wie wild geworden aus ihrem Stall, um das neue alte Gehege in Besitz zu nehmen. Den ganzen Tag schnüffelten und hoppelten sie herum, erkundeten das Gelände, als sei es für sie Neuland, und waren ganz außer Rand und Band vor Begeisterung.
Vielleicht ist genau das, was auch Jesus durch seine Predigt bewirkt hat. Auch er hat aufgewühlt, auch er hat den alten, festgetrampelten Boden der Überlieferung mit seinen leidenschaftlichen, mit Vollmacht gesprochenen Worten wieder attraktiv gemacht. Die Menschen in seiner Gegenwart spürten, dass von ihm her kein leeres Geschwätz, sondern nichts anderes als die göttliche Wahrheit verkündet wurde.
Bei der Betrachtung des Sonntagsevangeliums ist mir heute wieder bewusst geworden, dass genau das für uns Christen in der heutigen Zeit vielleicht das Entscheidenste ist: ich glaube, auch wir sind immer in Gefahr, zu werden wie die Schriftgelehrten, nämlich vielleicht viel vom Evangelium zu wissen, aber uns doch nicht existentiell von der Botschaft ergreifen zu lassen, sie in unser Leben einzuflechten. Ich glaube, genau das wird für die, die es mit uns zu tun bekommen, spürbar, genau dann beginnen wir die Menschen mit unserer Verkündigung zu langweilen.
"Contemplari et contemplata aliis tradere" - Meditieren und das, was ich in der Meditation erkannt habe, das was ganz und gar durch mich hindurch gegangen ist, in mir Fleisch geworden ist, in die Welt hinaustragen - so hat der Hl. Thomas von Aquin (dessen Fest wir gestern feierten) das Ziel unseres Ordens auf den Punkt gebracht. Ich hoffe, dass es uns so auch heute noch gelingt, durch glaub-würdige Verkündigung möglichst viele - nicht Kaninchen, sondern Menschen! ;-) - hinter dem Ofen hervorzulocken, damit das Evangelium Christi, das ganz Andere, Prickelnde und Neue an Seiner Heilsbotschaft in unserer Welt aufleuchtet.
Sr. M. Ursula

Sonntag, 29. Januar 2012

„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“

Gestern durfte ich in Binningen die Firmung der Jugendlichen mitfeiern, mit denen ich im Herbst nach Rom gepilgert bin. Schon in Rom hatten sie gefragt, ob ich nicht auch zu ihrer Firmung kommen könne und so hat es gestern tatsächlich geklappt, auch wenn die Züge nicht so wollten, wie eigentlich geplant.
So hatte ich gestern die Gelegenheit, die für mich eindrücklichste Firmung zu erleben.
Zum einen war es richtig schön, die Firmlinge wieder zu sehen, die sich auf diesen wichtigen Tag vorbereitet hatten. Wie wichtig der Tag für sie war, konnte man nicht nur an der schönen Kleidung sehen - alle hatten sich ganz ordentlich in Schale geschmissen -, sondern auch daran erkennen, weil sie ziemlich aufgeregt waren.
Zum anderen konnte man dem Firmspender, Domherr René Hügin, anmerken, wie wichtig auch ihm das Sakrament ist. So lud er die Gemeinde ausdrücklich dazu ein, während des Firmaktes für die Jugendlichen zu beten, so dass es richtig still war in der Kirche, als die einzelnen nach vorne traten, um das Sakrament zu empfangen. Jedem legte Domherr Hügin die Hand auf und betete still, ehe er sie oder ihn mit dem Chrisam salbte und dabei die Worte sprach "Marc - Sarah - Illian - Maria, sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." In den Gesichtern der Neugefirmten konnte man direkt sehen, dass da gerade etwas passiert, dass das nicht irgendetwas ist. Das war so beeindruckend, dass ich noch immer ganz bewegt davon bin.
Eine ganz große Freude war dann auch, dass Kerstin und ich predigen durften und so das aufnehmen konnten, was in der Vorbereitung auf dieses Fest passiert ist: Die Auseinandersetzung mit dem Glauben und den Zweifeln, die Entdeckung der je eigenen Talente und die Frage danach, wie es nun, nach der Firmung weitergehen kann.
Dazu kam dann noch die so große Gastfreundschaft, so dass ich mich ganz als Teil der Gemeinde fühlte, sei es während der Liturgie, aber auch im Anschluss daran, beim Apero mit den Neugefirmten und zum Abschluss beim leckersten Abendessen seit langem, zu dem der Pfarrer uns eingeladen hatte. So ein rundherum gelungenes und wunderschönes Fest wird wohl noch lange nachwirken, auf jeden Fall in mir. Und es hat mir noch einmal gezeigt, dass unsere Tradition einen großen Schatz in sich birgt: Feiern zu können mit allen Sinnen und dem ganzen Leib birgt eine unendliche Fülle, die wir ruhig öfter ausschöpfen könnten.
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 22. Januar 2012

Besinnungshelfer

Während die übrigen Teilnehmer der Klausurtagung am vergangenen Mittwoch wieder nach Süden fuhren, machte ich mich auf den Weg nach Norden. In Vechta erwartete mich P. Christian, der am Kolleg St. Thomas für die Besinnungstage des Abiturjahrgangs verantwortlich war. Da eigentlich eingeplante Mitbrüder aus unterschiedlichen Gründen ausfielen, war ich als "Besinnungshelfer" - so die Schüler in der Reflexion - angefragt.
Für die Schüler ging es darum, einmal einen Blick auf acht Jahre "KST" zu wagen und zu schauen, welches Fazit daraus zu ziehen ist. Im zweiten Teil rückte die Zukunft schon in greifbare Nähe, in dem die Schüler eine Reise zur "Insel der Zukunft" unternahmen und sich damit auseinandersetzten, was alles auf sie zukommen wird, wenn sie Anfang Juli die Schule verlassen. Dabei kam an diesen Tagen auch der Spaß nicht zu kurz und das Fazit war am Ende positiv.
Positiv war auch mein Fazit, als ich am Freitag wieder in Richtung Oberhausen reiste. Zum einen war es natürlich eine große Freude, den Konvent in Vechta kennenzulernen und die Tage in Südoldenburg zu verbringen. Zum anderen habe ich mich extrem herzlich aufgenommen gefühlt bei den Mitbrüdern, so dass ich ihnen außerordentliche Gastfreundschaft bescheinigen kann und mich rundherum wohlgefühlt habe. So ist eben unsere wunderbare familie dominicana.
Das wird sicher nicht mein letzter Aufenthalt in Vechta gewesen sein, vielleicht werden ja auch mal wieder "Besinnungshelfer" gesucht.
Sr. Kerstin-Marie

Freitag, 20. Januar 2012

Man nehme...

1 inspirierenden Ort
1 spannendes Thema
1 Top-Referentin
1 Portion schönes Wetter
11 Verantwortliche und Seelsorger unserer Häuser in Rickenbach, Oberhausen und Arenberg
- und fertig ist die perfekte Klausurtagung!

Von Montag bis Mittwoch haben wir uns den Luxus gegönnt, uns wie bereits vor 2 Jahren einmal 48 Stunden aus dem Alltagsgeschäft auszuklinken, um für uns wesentlichen Fragen auf die Spur zu kommen. Und so machten wir uns diesmal auf in Richtung Norden, ins Kloster Vinnenberg im Münsterland, welches im vergangenen Jahr als Haus der Stille wiedereröffnet wurde. Meine Neugier auf dieses Haus wurde geweckt, als ich bei einer Podiumsdiskussion im vergangenen Jahr Pfr. Dr. Carl Möller kennen lernte, welcher sich sehr um den Erhalt dieses geistigen Zentrums verdient gemacht hat. Über 750 Jahre lang schon ist Kloster Vinnenberg ein Ort des Gebetes - zunächst lebten dort Zisterzienserinnen, später Benediktinerinnen, die dann aufgrund ihrer Altersstruktur vor 7 Jahren das alte Kloster verlassen mussten. Ich muss sagen, dieser alte Wallfahrtsort zog mich direkt in seinen Bann, nicht nur, weil uns zur Begrüßung ein Feldhase entgegen hoppelte :-). Die hellen, klaren Räume, die freundlichen und engagierten Mitarbeiter, die absolute Stille, die traumhafte Natur und die geist-reiche Atmosphäre weckten in mir gleich die Lust auf einen längeren Aufenthalt.
Aber wir waren natürlich nicht nur gekommen, um den Ort auf uns wirken zu lassen und das Haus zu genießen, sondern um uns mit einem Thema auseinander zu setzen, welches uns alle in unserem Alltag immer mal wieder auf verschiedene Weise berührt: "Kirche im Kreuzfeuer." Was begeistert, beflügelt mich an der Kirche? Warum bin ich überhaupt noch dabei in einer Zeit, in der so viele sich enttäuscht von ihr abwenden? Wann durfte ich in dieser Kirche Sternstunden erleben? - ausgehend von diesen Fragen sammelten wir am Montagnachmittag aber auch all das, was uns an unserer Kirche immer wieder leiden lässt, traurig macht, was wir nicht verstehen. Am Dienstagmorgen stieß dann als Referentin Sr. Katharina Deifel OP aus Wien zu uns, mit der wir dann auf eine "Reise" von außen nach innen machten - ausgehend von den vielen ungelösten Fragen und Herausforderungen unserer Zeit, gelangten wir zu dem, was Kirche von ihrem innersten Kern her ist und sein soll: Fortsetzung und Verleiblichung der Liebe Gottes, wie sie uns von Jesus Christus offenbart worden ist. Genau in diesem Punkt sind wir alle in die Verantwortung genommen: was kann ich dazu beitragen, dass in unserer Welt Gottes Liebe erfahrbar wird? Wie kann ich Schritte setzen, das Evangelium, die frohe Botschaft wirklich in mir Fleisch werden zu lassen, damit auch andere Geschmack finden an diesem Weg?
Nachdem wir uns am Dienstagabend in Münster dann noch den wirklich sehenswerten Film "Tambien la lluvia" angeschaut haben, machten wir uns am Mittwoch nach dem Frühstück wieder auf den Heimweg - dankbar und angefüllt mit vielen guten Gedanken und Impulsen, die wir nun hoffentlich im Alltag mit Leben füllen können :-)
Sr. M. Ursula

Sonntag, 15. Januar 2012

Gelobt sei Jesus Christus

Gestern sind bei uns im Konvent in Oberhausen die jährlichen Exerzitien zu Ende gegangen. Br. Elias Steffen OCarm hielt die Vorträge zum Weihnachtsgeheimnis, feierte mit uns die Messe und war mit uns. Während der Woche schwiegen die Schwestern, die Exerzitien machten, um ihre Ohren und Herzen besser ausrichten zu können auf das, was Gott ihnen sagen möchte. Da ich diese Exerzitien nicht mitmachte, "brauchte" ich nur beim Essen zu schweigen, ansonsten lief für mich das meiste ja ziemlich normal. Allerdings konnte ich von richtig guten Predigten profitieren und von der Gelegenheit, dass wir jeden Tag von 17 Uhr bis 18 Uhr Anbetung hatten. Das war echter Luxus.
Allerdings muss ich sagen, dass ich ziemlich froh war, als es am Morgen zum ersten Mal beim Frühstück wieder hieß "Gelobt sei Jesus Christus", denn das ist das Zeichen für uns, dass das Schweigen bei Tisch aufgehoben ist und wir miteinander reden können. Denn obwohl ich ja hier war und die Mitschwestern auch, hab ich sie doch ganz schön vermisst. Zum einen hab ich sie gar nicht so oft gesehen, weil sie sich ja auch zurückgezogen haben und ich gearbeitet habe und zum anderen fehlten mir doch sehr die kleinen und wenigen Worte, die man zwischendurch mal spricht. Und auch wenn wir beim Essen nicht unbedingt die wichtigsten Themen dieser Welt besprechen und es ab und an auch heiß hergeht, so ist es doch das Schönste, mit den Mitschwestern zusammen zu sein und sich auszutauschen. So bin ich ganz glücklich, dass die Exerzitien vorbei sind, obwohl ich sie natürlich jeder Schwester gönne und jedem nur von Herzen empfehlen kann. Es waren auch alle so begeistert von den Vorträgen von Br. Elias, dass nur zu hoffen bleibt, dass nicht eintritt, was er heute morgen noch scherzhaft anbrachte: "Die Exerzitien waren ja sehr schön, aber ich brauchte Wochen, um wieder ins alte Geleis zu kommen."
So freue ich mich, meine "neuen" Mitschwestern wieder um mich zu haben und wünsche ihnen, dass nachwirkt, was der Geist wirken konnte in diesen Tagen.
Sr. Kerstin-Marie

Samstag, 14. Januar 2012

Warten auf die Wiederkunft des Herrn

...die beiden Herrschaften, die wir eben am Koblenzer Hauptbahnhof entdeckt haben, haben sich dieser Aufgabe ganz offensichtlich besonders gewissenhaft verpflichtet und ließen sich selbst durch unser lautes Gelächter in keinster Weise beeindrucken... 
Mit dieser Momentaufnahme wünschen wir Ihnen / Euch ein schönes Wochenende!
Sr. M. Ursula




Donnerstag, 12. Januar 2012

Seid stets bereit jedem Rede und Antwort zu stehen...

Diese Worte hätte man wohl über den heutigen Tag schreiben können. Denn heute war ich in Wuppertal bei einer 8. Klasse eingeladen, die im evangelischen Religionsunterricht mal "mit einer Nonne" sprechen wollten.
So reiste ich also nach Wuppertal und trat vor eine Klasse, die wirklich nur ganz wenig Erfahrung und Ahnung mit und vom Ordensleben hatte. Da kam die ganze Fragenpalette von A wie Armut bis Z wie Zölibat - natürlich anders umschrieben. Aber es waren alles ehrliche Fragen, es war ein ehrliches Interesse zu spüren und dann ist es eine gute Gelegenheit, im Gespräch ehrlich zu antworten. Das ist vielleicht manchmal ein bisschen herausfordernd, besonders, wenn man in wenigen Worten riesige Erfahrungen zusammenfassen soll, andrerseits aber ist es auch für mich selber bereichernd. In diesen Situationen, in denen ich so angefragt werde, kann ich mich ja auch selber überprüfen: Was sage ich eigentlich und wie sage ich es? Stehe ich da wirklich hinter? Ist das wirklich meine Überzeugung? Wenn das so ist, dann brauche ich mich wohl auch vor den schrillsten und schwierigsten Fragen nicht zu fürchten und dann hab ich in solchen Fragestunden nichts zu verlieren, sondern kann Eindrücke von unserem Leben in Fülle weitergeben. Dann sind auch im Grunde genommen solche Jugendlichen die besten Fragensteller, weil sie offen und unverblümt alles fragen, was sie gerne wissen wollen und nicht schon eine Antwort im Hinterkopf haben. Gleichzeitig sind sie an dem interessiert, was sie selber gerade umtreibt und ich denke, da habe ich dann die Gelegenheit, ihnen den ein oder anderen Gedanken mitzugeben.
Von daher hat es mir heute viel Freude gemacht und ich bin ganz begeistert davon, dass die Lehrerin einfach bei uns angefragt hat, ob nicht mal jemand vorbei kommen könnte. Für uns ist das unsere ureigenste Aufgabe, die Verkündigung, und gleichzeitig ein Geschenk, haben wir doch so die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die wir in unseren Häusern sonst eher nicht treffen. Deshalb freue ich mich auch, dass wir mal eine lose Zusammenarbeit vereinbart haben und bin gespannt, was noch daraus wird.
Also: Nur Mut beim Fragenstellen.
Sr. Kerstin-Marie

Freitag, 6. Januar 2012

so zart, so leise wie nichts auf der Welt

"Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem." (Mt 2,3)
An diesem Satz blieb ich heute Morgen in der Hl. Messe hängen. Wie verrückt ist das denn eigentlich, dass so ein Gewaltherrscher wie Herodes sich ernsthaft erschrickt, nur weil da ein paar Verrückte aus dem Fernen Orient anrücken und irgendeinem Neugeborenen huldigen wollen, auf dessen Geburt sie ein Stern aufmerksam gemacht hat? Wie auch immer sich die Geschichte damals zugetragen haben mag, sie bringt eine ebenso faszinierende wie erschütternde Wirklichkeit zum Ausdruck. 
Noch in der vergangenen Woche veröffentlichte das Hilfswerk "Open Doors" einen Bericht, in dem die erschreckende Gewalt, unter der 100 Millionen Christen in vielen Ländern der Erde zu leiden haben, zum Ausdruck kam. Da stellt sich doch unweigerlich die Frage: Warum haben die Despoten aller Generationen eigentlich solche Angst vor ein paar Christen, dass sie eine unglaubliche Energie aufwenden, um jegliches Aufblühen christlichen Lebens gleich im Keim zu ersticken? Mir kam wieder ein Wort der Schweizer Benediktinerin Silja Walter in den Sinn: 

"Es gibt das mächtige, das übermächtige Andere, so zart wie gar nichts, so zart, so leise wie nichts in der Welt. Auf der ganzen Erde, Sternenhimmel eingeschlossen, gibt es nichts so Leises, Denken, Fühlen  und Lieben eingeschlossen, es ist noch unsäglich leiser.
Und DOCH hat es die Weltscheibe gesprengt..."

Ist das nicht paradox, dass dieses zarte, übermächtige Andere zu allen Zeiten die Machtbesessenen der Erde erzittern lässt? Nur weil einige Menschen den Stern in ihrem Leben entdeckt haben und ihm folgen wollen? Und ist es nicht wunderbar, dass so etwas unsäglich Zartes, Leises wie beispielsweise ein Stern bis heute die Herzen der Menschen so zu berühren vermag, dass sie bereit sind, lieber mit ihrem Leben zu bezahlen als die Suche nach dem wahren Grund ihres Seins aufzugeben? 
Manchmal drohen wir, dieses Zarte, Leise, übermächtige Andere auf unserem Weg aus dem Blick zu verlieren - so wie auch die Sterndeuter plötzlich den Stern, der sie einmal aufbrechen ließ, nicht mehr sahen. Gottes freilassende Macht, Gottes Voll-Macht hat so unendlich wenig mit unseren Vorstellungen von Herren und Knechten zu tun, dass sie uns zuweilen sogar Orientierungslosigkeit zumutet. Umso Mut machender ist für mich das tapfere Zeugnis der Vielen, die dem übermächtigen Anderen in ihrem Herzen Raum gegeben haben, die die ungeheure Sprengkraft Seiner Liebe auch in extremsten Situationen sichtbar und erfahrbar gemacht haben. So wünsche ich uns allen an diesem heutigen Festtag, dass nichts und niemand auf der Welt uns die innere Freiheit nehme, dem die Ehre zu geben, dem der Gehorsam der Völker gebührt (Gen 49,10), uns unter die Herrschaft dessen zu stellen, der gesagt hat: "Ich bin gekommen, damit sie das LEBEN haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10)
Sr. M. Ursula

Donnerstag, 5. Januar 2012

Wir sind gekommen...

Morgen feiern wir "Erscheinung des Herrn" oder auch das Fest der heiligen drei Könige. Diese sind bei mir schon seit einiger Zeit unterwegs zur Krippe hin und neulich morgens fiel mir etwas auf bei diesen drei Königen auf meiner Fensterbank: Sie sind zu dritt unterwegs. Das macht es nicht immer einfach, wenn man sich auf einen Weg einigen muss, wenn nicht immer klar ist, wohin der Stern einen jetzt führen will. Rechts oder links, Pause machen oder weiter. Zu zweit hat man sich schneller geeinigt, sind vielleicht die Rollen auch leichter zu verteilen. Zu dritt gibts da irgendwie mehr "Konfliktpotential".
So, wie die drei Weisen bei mir unterwegs sind - und diese Anordnung hat sich von selbst ergeben - wird noch etwas deutlich: Einer geht vorne weg, die beiden hinteren Männer sind einander zugewandt und unterhalten sich miteinander. Vielleicht geht es gerade darum, wie sie den Stern interpretieren können, dem sie folgen, was sie erwarten wird, ob es überhaupt ein Ziel gibt,... Auf jeden Fall sind sie miteinander im Gespräch, sie haben sich etwas zu sagen, da scheint es niemanden zu geben, der dem anderen überlegen ist, auch wenn einer vorneweg geht. Sie sind unterwegs als ganz verschiedene Personen, dargestellt anhand des Aussehens und der Hautfarbe. Sie kommen nicht aus dem gleichen Haus, sie mussten sich unterwegs erst finden und haben ganz unterschiedliche Erfahrungshorizonte.
Für mich ist dieses Bild mit den drei Königen ein Sinnbild für unsere familia dominicana. Sicher sind wir keine Könige, manchmal muss man sich vielleicht auch fragen, ob wir weise sind, aber in den letzten Tagen durfte ich doch viel von dem erfahren, was ich gerade den Königen zugeschrieben habe: Ich war auf dem Provinzstudientag der Teutonia in Horrem, bei dem es um die Sprache der Verkündigung in den unterschiedlichen Medien ging.
Auch hier wurde deutlich, dass das Unterwegssein als Gemeinschaft nicht immer ganz einfach ist, die einen haben diese Erfahrungen, die anderen jene, die einen halten das für gut, andere finden anderes besser. Aber immer, und das stach in den vergangenen Tagen wirklich heraus, sind alle im Gespräch, keiner ist der Vorreiter, es ist nicht so, dass z.B. der Provinzial die Marschrichtung angibt und alle laufen hinterher. Vielmehr gab es ein buntes Mosaik von Brüdern, Schwestern, Mitgliedern der familia, die mit ihren Gedanken und Beiträgen die Tage bereicherten und mir einmal mehr zeigten, wie belebend es ist, mit mehreren unterwegs zu sein, dem Stern zu folgen und darauf zu vertrauen, dass der Stern uns zu dem Kind in der Krippe führt, der unser König ist.
Dabei ist jeder bereit, sich einzubringen, das zu tragen, was ihm und ihr möglich ist, auf dem Weg zu sein. Ich finds und fand die Tage anregend, spannend, interessant und belebend in den Gesprächen und Gedanken miteinander und freue mich schon auf das nächste Zusammentreffen. Denn das ist vielleicht auch ein - wohl eher unbekannter - Aspekt der Weisen aus dem Morgenland: Wahrscheinlich sind sie nicht die ganze Strecke als Grüppchen unterwegs, sicher gibt es Strecken, auf denen jeder für sich unterwegs ist. Dann ist das Zusammenkommen noch schöner.
Sr. Kerstin-Marie

Montag, 2. Januar 2012

hätt ich dich heut erwartet....

hätt ich Kuchen da...  - es ist kein Wunder, dass mir heute ausgerechnet dieses schöne Liedchen aus der Sesamstraße nicht mehr aus dem Ohr ging!! Aber der, der uns heute spontan und ganz unerwartet besuchen kam, wollte eben nicht, dass wir uns viel Arbeit machen und ihn mit allem Pipapo empfangen, sondern wollte uns einfach nur mal so besuchen und Guten Tag sagen. 
Aber nun mal von vorne: es war kurz vor dem Rosenkranz, ich wollte gerade die Tischlesung für heute Abend bereit machen, als die strahlende Sr. Materna mir im Vorbeigehen zuraunte: "Heute Abend hören wir Cordes". "Wie, hat Sr. Veneranda etwa eine Tischlesung von Kardinal Cordes rausgesucht??? Und warum hat sie mir nichts gesagt? Und außerdem: was ist das denn bitte für ein tolles Buch, dass Sr. Materna schon beim Gedanken an die Tischlesung sooo strahlt?" fragte sich daraufhin die nichts ahnende und daher extrem auf dem Schlauch stehende Sr. Ursula. Des Rätsels Lösung ergab sich dann aber schon wenige Minuten später, und ich wäre vor Freude fast geplatzt, als sich tatsächlich Kardinal Paul Josef Cordes in Begleitung eines guten Freundes höchstpersönlich zu uns in den Schwesternchor setzte, mit uns die Vesper betete und danach mit uns zu Abend aß. Es sollte ein Überraschungsbesuch werden für unsere Schwestern Salesiana (die mit ihm verwandt ist) und Engelberta (die mit ihm die Schulbank gedrückt hat), und die Überraschung ist ihm tatsächlich bestens gelungen. Und so kam es, dass wir heute beim Abendessen aus erster Hand mit Informationen aus Rom versorgt werden. "Ich will hier keine Predigt halten", betonte Kardinal Cordes mehrfach, doch die wenigen geistlichen Worte, die er uns Schwestern mitgab, waren so mitreißend, dass ich ihm schrecklich gerne noch länger zugehört hätte. Mich hat seine Einfachheit, seine Menschlichkeit und Bescheidenheit, sein Humor und seine echte Verbundenheit mit unseren Schwestern tief berührt. Und außerdem, wenn sich ein Kardinal noch so dermaßen über eine Portion schnell herbeigezauberter Bratkartoffeln freuen kann wie er (O-Ton: "Sowas können die Italiener nicht!"), dann finde ich das schon äußerst aussagekräftig in Sachen Bodenständigkeit :) Bleibt zu hoffen, dass er sein Versprechen wahr macht und uns bald wieder besuchen kommt!!
Sr. M. Ursula

(Foto oben: Erzbistum Paderborn)

Sonntag, 1. Januar 2012

alle in einem Topf

Einmal im Jahr lassen wir es uns gerne gefallen - nämlich alle in einen Topf geworfen zu werden. Wie jedes Jahr fand heute Nachmittag bei uns im Mutterhaus und in allen anderen Konventen unserer Kongregation nach guter alter Tradition die Ziehung der (nein - nicht Lottozahlen, sondern:) Beterinnen statt, d.h. der beiden Schwestern, die  in den kommenden 12 Monaten im Gebet besonders fest aneinander denken. Ich finde es immer wieder spannend, dass wir uns unsere Beterinnen nicht einfach nach Sympathie aussuchen, sondern dass wir da dem Heiligen Geist freie Bahn lassen. Und dass dieser einen ganz köstlichen Humor hat, durften wir heute einmal mehr feststellen. So betet nun u.a. die Refektoriumsschwester für die Küchenschwester, die treue Messdiener-Schwester für den Hausgeistlichen, die Organistin für die Kantorin, die ehemalige Novizin für ihre ehemalige Noviziatsleiterin - und zur Erheiterung aller wurde dann auch noch mir langem Lulatsch unsere kleinste Mitschwester an die Seite gegeben. Da Schwester Maria Hyazinth und ich sowieso schon seit wir uns kennen eine sehr schöne Gebetsgemeinschaft pflegen, war die Freude auf beiden Seiten natürlich riesig. Mit diesem lieben "Geleitschutz" an der Seite starte ich nun dankbar und froh ins Neue Jahr und bin gespannt auf das, was wir er-leben dürfen :)
Sr. M. Ursula

2012

Ein neues Jahr liegt vor uns. Auch wenn es sich gerade, zumindest wettertechnisch, nicht von seiner allerbesten Seite zeigt, ist es doch noch ziemlich unberührt. Und trotzdem gibt es schon jede Menge Erwartungen an die kommenden 366 Tage:
Wir dürfen darauf freuen, dass in den ersten Wochen dieses Jahres eine Frau ihren Weg mit uns zusammen beginnen möchte, es könnte eine Erstprofess anstehen, daneben zwei Professerneuerungen, diverse Jubiläen und sicher werden wir uns auch im neuen Jahr wieder von einigen Schwestern verabschieden müssen, die ihr Leben hier auf der Erde vollenden werden.
Wir werden aber auch neue Angebote in unserem Dominikushaus in Arenberg machen können, die Hl-Rock-Wallfahrt steht vor der Tür und das ein oder andere Projekt wird im Laufe des Jahres sicher noch dazu kommen.
Daneben wird sicher der Alltag mit seinen Freuden und Herausforderungen nicht zu kurz kommen und unser Leben in der familia dominicana.
Ich freue mich sehr auf dieses neue Jahr, sicher wird es aufregend, spannend, abwechslungsreich und hoffentlich von Gott gesegnet.
So wünschen wir allen ein glückliches und gesegnetes neues Jahr! Gott, der in dem Kind in der Krippe Mensch geworden ist, er ist mit uns auf dem Weg, wohin wir auch gehen.
Sr. Kerstin-Marie

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.

Am Morgen des Weihnachtstages hörte ich in den Nachrichten von dem "Himmelsphänomen", das in der Weihnacht an vielen Orten zu sehen gewesen war. Inzwischen wissen wir ja längst, dass es Teile der Sojus-Rakete waren, die da verglühten, aber am Morgen des ersten Feiertages war das noch nicht so klar.
Ich fand es mal wieder eine irgendwie schöne und zu Weihnachten passende Erfahrung: Viele Menschen hatten etwas gesehen, was sich nicht sofort erklären ließ. Die Behörden wussten nicht, was das war und auch das allwissende Internet wusste noch nicht Bescheid. So staunten wir einfach einen Tag lang über dieses Licht, das wir selber leider nicht gesehen hatten. Und auch wenn klar war, dass es sicher bald eine Erklärung für das Phänomen geben würde, so fand ich es schön, einfach mal nicht zu wissen, woher das kommt. Einfach schauen und genießen und sich wundern, was alles so möglich ist am und im Himmel.
So ähnlich ging es mir auch 1997, als der Komet Hale-Bopp am Himmel zu sehen war. Zu der Zeit war ich das erste Mal in Taizé und erinnere mich noch gut daran, wie ich eines Abends nach dem Abendgebet aus der Kirche kam und eine fremde Frau auf Englisch zu mir sagte: "Schau da, Hale-Bopp!" Einfach nur schauen und staunen, auch wenn unser Mathe- und Physiklehrer das Phänomen anschließend ganz genau erklären konnte. Trotzdem bleibt die Faszination, dass so etwas überhaupt möglich ist, dass es solche Bilder zu sehen gibt, nicht, weil irgend jemand das am Computer so fabriziert hat, sondern weil unsere Welt so aufregend und vielfältig geschaffen ist. Da ist es also möglich, dass selbst etwas, das gerade vergeht, wie die Teile einer Rakete, noch so etwas Schönes hervorbringen. Das ist vielleicht das eigentliche Wunder, wenn sich auch alles erklären läßt, aber dass so etwas überhaupt möglich ist.
So staune ich noch ein bisschen und freue mich daran, auf wikipedia das Bild von Hale-Bopp gefunden zu haben, nachdem ich das Papierfoto, das besagter Mathe- und Physiklehrer gemacht hatte, heute natürlich nicht mehr habe.
Sr. Kerstin-Marie

Sonntag, 25. Dezember 2011

ein Stück Himmel

Wir auf dem Arenberg haben uns heute Morgen im Weihnachtshochamt ein bißchen gefühlt wie bis über beide Ohren verwöhnte Kinder: in einer wunderschön geschmückten, vollen Kirche mit prickelnder Orgelmusik, Weihrauch und allem was dazu gehört die Geburt unseres Herrn und Gottes feiern zu dürfen, und dabei auch noch geistliche Nahrung vom Feinsten aufzunehmen (ist eigentlich je etwas Tiefgehenderes, Ergreifenderes als dieser geniale Johannes-Prolog geschrieben worden??), das zählt für mich und uns definitiv zum Schönsten, was hier auf der Erde erfahrbar ist - eben ein Stück Himmel :-)
Nun wünschen wir allen, mit denen wir uns verbunden wissen, eine frohe, gesegnete Weihnachtszeit - möge die Freude über die Menschwerdung unseres Erlösers tief in unser aller Herz sinken!
Sr. M. Ursula

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Gott der Herr ist ihr Licht

Vor einigen Wochen zitierte ich in einem Post unseren Mitbruder William A. Hinnebusch. Er schreibt in seiner "Kleinen Geschichte des Dominikanerordens", dass der Orden wie ein altes Haus sei, in dem der Geist der Familie noch wohne und in dem die früheren Bewohner noch immer da zu sein scheinen.
Somit wird klar, dass wir unsere Mitschwestern nicht vergessen, wenn sie einmal verstorben sind. So erleben wir es gerade auch bei unserer Sr. M. Eucharis, die die Ankunft des Herrn nicht mehr abwarten wollte und endlich ihrer Sehnsucht nach dem Himmel folgen durfte. Sie verstarb am Samstag nachmittag und schaut nun Sein Antlitz.
Verstirbt eine Schwester, beginnt bei uns ein ganz bestimmter Gebetsreigen: Wenn es möglich ist, singen wir am Bett der Schwester in der Todesstunde das "Salve Regina" und verabschieden uns von ihr. Dann beten wir natürlich den Rosenkranz für sie und in der Zeit vor der Beerdigung haben wir einen stillen Tag, an dem wir auch das Totenoffizium für die Mitschwester beten. Dann folgt die Beerdigung und ab diesem Tag beten wir eine Woche lang unser spezielles Gebet für die Toten für unsere Verstorbene. Danach wird sie jedes Jahr am Abend vor ihrem Sterbetag gemeinsam mit allen anderen Schwestern, die an diesem Tag seit unserer Gründung verstorben sind, verlesen und wir beten für sie in der Messe.
So vergessen wir unsere verstorbenen Mitschwestern nicht, auch wenn sie vielleicht auf einem Friedhof beerdigt ist, wo wir schon nicht mehr sind. Das hat ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl zur Folge, es schafft eine Verbindung in die Vergangenheit, wenn mir z.B. unsere beiden Schwestern Gambacorta begegnen oder innerhalb von 20 Jahren zwei Schwestern Philippa Neri verstorben sind.
Gleichzeitig erinnern wir uns so jeden Tag daran, dass Sterben und Tod zu unserem Leben dazu gehören und auch wir eines Tages Sein Antlitz schauen werden. Das hilft, darüber nachzudenken, wie ich mein Leben gestalten möchte, habe ich doch eine Ahnung davon, dass ich nicht weiß, wann es soweit sein wird.
Es vermittelt aber auch ein Gefühl von Geborgenheit, darf ich doch darauf hoffen und vertrauen, dass auch ich eines Tages in der Reihe der Schwestern genannt werde, die als Arenberger Dominikanerin verstorben sind. Natürlich kann ich heute nicht sagen, ob ich es bis dahin "schaffe", wenn aber doch, was ich zutiefst hoffe, dann freue ich mich schon jetzt darauf, so im Kreis meiner Schwestern aufgehoben zu sein und zu bleiben.
So werden wir morgen unsere Sr. M. Eucharis im Kreis der Schwestern zu Grabe tragen hier auf dem Friedhof in Oberhausen, auf dem schon viele andere von uns liegen und nicht vergessen sind.
Sr. Kerstin-Marie